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Himmel und Erde (Arbeitstitel)

Verfasst: 09.11.2009, 23:08
von leonie
An diesem Morgen
lagen die Wolken so weich
in den rostigen Hängen.

Als wollten sie eine Pause machen.
Als seien sie es müde, dieses
Pendeln zwischen Himmel und Erde.

Später ging ich den Weg hinauf -
Da waren sie fort.

Drachenträume zogen ins Blaue.
Der Boden: ein Flickenteppich
unter glitzernder Haut.



Zwischenfassung:

An diesem Morgen
lagen die Wolken so weich
in den rostigen Hängen.

Als wollten sie eine Pause machen.
Als seien sie es müde, dieses
Pendeln zwischen Himmel und Erde.

Später ging ich den Weg hinauf -
Da waren sie fort.

Der Boden: ein Flickenteppich
unter glitzernder Haut.
Drachenträume zogen ins Blaue.


(Entschuldigt bitte, ich ließ den Text ein Weilchen verschwinden, weil ich eine Pause brauchte...und da er noch nicht kommentiert war, hielt ich es für vertretbar...)

Verfasst: 10.11.2009, 17:52
von Max
Liebe Leonie,

es stimmt, ich habe den Text noch nicht kommentiert, aber wahrgenommen habe ich ihn schon in der letzten Woche.

Mir gefiel und gefällt die Überschrift spontan - sie erweckt Assoziationen in mir und ich möchte eine intertextuelle Antwort darauf im Monatsthema versuchen (sagte man früher nicht Gegengedichte?).

lagen die Wolken so weich
in den rostigen Hängen.


ist ein wunderschönes Bild, das nicht nur einen Herbstmorgen in mir entstehen lässt, sondern auch eine Übertragung auf das Empfinden leicht macht - gestützt wird das durch Strophe 2, die mir sehr gut gefällt ...


Als seien sie es müde, dieses
Pendeln zwischen Himmel und Erde.


Obwohl ich typischerweise eher mit spitzen Ohren auf Wörter wie

Drachenträume

reagiere, gebe ich zu, dass es mir hier seh passend erscheint.

Ein Text, der es meinem "Gegengedicht" schwer machen wid :-)

Liebe Grüße
Max

Verfasst: 10.11.2009, 18:19
von Mucki
Hi leonie,

dein Gedicht empfinde ich als sehr weich, verträumt und bildhaft. Auch mag ich, wie du die Wolken personifizierst. Bei den Drachenträumen denke ich spontan an Kinder, die ihre Drachen in den blauen Himmel steigen lassen. Ich fände deshalb den Satz "Drachenträume zogen ins Blaue" als Schluss ganz wunderbar und würde evtl. überlegen, die letzten beiden Zeilen zu streichen. Dadurch würde ein sehr schöner Ausklang erzeugt werden. Dies nur als Idee.

Wusstest du übrigens, dass es eine Hausmannskost gibt, die Himmel und Erde heißt?
Da werden Äpfel (für Himmel) und Kartoffeln (für Erde) zusammengekocht und ergeben einen Muß, der sehr lecker schmeckt. ,-)


Saludos
Mucki

Verfasst: 10.11.2009, 19:33
von Max
Wusstest du übrigens, dass es eine Hausmannskost gibt, die Himmel und Erde heißt?


Ich wusste es .. hat ja auch mit Essen zu tun ;-)

Liebe Grüße
Max

Verfasst: 10.11.2009, 19:47
von Mucki
*kicher* Ich finde, es hat so einen "Urgeschmack", wie z.B. auch ein Brötchen, das man in Milch tunkt.

Verfasst: 10.11.2009, 21:15
von leonie
Hallo, Ihr beiden,

erstmal zum Futter: Ich wusste, dass es das gibt, habe es aber noch nie gegessen, irgendwie ist es mir suspekt, da es angeblich gut zu Blutwurst schmeckt und ich mir gar nicht vorstellen kann, die jemals freiwillig zu essen.

Aber vielleicht versuche ich es doch mal...ohne Blutwurst.

Lieber Max,

ich freue mich, dass Du Dich von den Bildern mitnehmen lassen kannst und der Text Dich inspiriert und bin total gespannt auf Deinen Text dazu! Danke!

Liebe Mucki,

auch Dir vielen Dank. Ich habe schon überlegt, ob ich nicht die letzte Strophe streichen sollte, kann mich aber im Moment schwer trennen.

Ich wollte gerne beide Richtungen (Himmel und Erde), in die das Wasser ziehen/gehen kann, drin haben, deshalb fällt es mir schwer zu streichen. Ich muss mal überlegen, ob ich vielleicht umstellen könnte, so dass die Drachenträume am Ende stehen.

Liebe Grüße an Euch

leonie

Verfasst: 11.11.2009, 06:55
von scarlett
Liebe leonie,

ein ganz wunderbares Weiches, Schwebendes ist dir hier gelungen.

Es lässt Raum für eigene Assoziationen und leitet dennoch auf subtile Weise.

Die Drachenträume am Schluss - das ist eine auch für mich überdenkenswerte Alternative. Warum nicht einfach die Zeilen gegeneinander austauschen? Das ginge doch ... mein ich.

Und ja, auf Max`Gegengedicht bin ich auch schon sehr gespannt ...

Sehr schön!

LG

scarlett

Verfasst: 11.11.2009, 10:28
von leonie
Liebe scarlett,

ich danke Dir, freue mich und denke, ich probiere mal, die Drachenträume ans Ende zu setzen...

Liebe Grüße

leonie

Re: Himmel und Erde

Verfasst: 11.11.2009, 13:07
von Elsa
Liebe leonie,

ich schwelge in deinen Zeilen, denn sie beschrieben duftig-sanft genau die Gefühle, die ich habe, wenn ich in meinem "Waldhaus" und der Landschaft rundherum bin.

Ganz besonders empfinde ich die "rostigen Hänge" nach, die braune Scholle nach der Ernte. Im Waldviertel ist ja alles "hangig", nichts eben oder flach.

Zauberhaft die "müden" Wolken und ich mag sehr die Drachenträumestrophe!

Liebe Grüße
ELsie

Verfasst: 11.11.2009, 14:24
von Mucki
Hallo leonie,
Ich habe schon überlegt, ob ich nicht die letzte Strophe streichen sollte, kann mich aber im Moment schwer trennen.

Ich wollte gerne beide Richtungen (Himmel und Erde), in die das Wasser ziehen/gehen kann, drin haben, deshalb fällt es mir schwer zu streichen.

Die letzte Strophe würde ich auf keinen Fall ganz streichen.
Das LI befindet sich nach der dritten Strophe ja oben, deshalb fände ich es schön, wenn es dort quasi bleiben würde und entsprechend würde ich die Drachenträume näher ranziehen.
Meine Idee wäre daher ein engere Verknüpfung:

An diesem Morgen
lagen die Wolken so weich
in den rostigen Hängen.

Als wollten sie eine Pause machen
Als seien sie es müde, dieses
Pendeln zwischen Himmel und Erde.

Später ging ich den Weg hinauf
Sie waren fort,
Drachenträume zogen ins Blaue.


Saludos
Mucki

Verfasst: 11.11.2009, 16:37
von Zefira
Och, bitte nicht den Flickenteppich unter glitzernder Haut streichen ...
Gerade die glitzernde Haut gefällt mir so gut.
Das Gedicht hat mir heute den Vormittag verschönt, es ist lange in mir nachgeklungen.
Danke ...
Zefira

Verfasst: 11.11.2009, 17:28
von noel
ich habe jetzt BEWUSST nicht die kommentare gelesen
aber aus dem bauch heraus
gefällt mir die erste fassung
also der letzte absatz besser

Verfasst: 11.11.2009, 21:28
von Max
Mir geht es wie no:el

Liebe Grüße
Max

Verfasst: 11.11.2009, 22:40
von Zefira
Ja, beide Fassungen haben was. Die erste ist irgendwie "geerdeter", weil sie den Blick wieder nach unten lenkt statt in die Weite. Ich glaube, das ist bei jedem Leser verschieden, mit welchem Blickwinkel er aus dem Gedicht entlassen werden möchte ...
Ich kann mich jetzt selbst kaum mehr entscheiden.

Schönen Gruß von Zefira