Es ist ja so
dass man an der Schnur
eines Sehnens ziehen muss
das man lieber leugnete
und dem auf den Grund gehen muss
was einen hinreißen könnte
bis über den Hals
Und so
dass man sich selber riskiert
die eigenen Wahrheiten aufs Spiel setzt
und auch die Lügen
die das Leben zusammenhalten
Bis Worte an der Angel hängen
und man sie ausnehmen muss
dieses blutige Spielchen
entkernen anreichern wenden und drehen
um sie schließlich gebuttert zu servieren
obwohl man viel lieber
einen Apfel äße
Nötigung
Als habe einer befohlen
dass man an der Schnur
eines Sehnens ziehen muss
das man lieber leugnete
und dem auf den Grund gehen muss
was einen hinreißen könnte
bis über den Hals
Und der Tümpel ist in einem
die Schnur zieht sich über das eigene Fell
zerlegt was einen zusammenhält
die schöngesoffenen Wahrheiten
und all die zirrhotischen Lügen
Bis Worte an der Angel hängen
und man sie ausnehmen muss
dieses blutige Spielchen
entkernen anreichern wenden und drehen
um sie schließlich gebuttert zu servieren
obwohl man viel lieber
Rohes fräße
Vom Schreiben und Nötigung (2 Fassungen)
-
Gerda
Liebe leonie,
mir gefällt insbsondere Version II , die für mich einen rotzig- trotzigenTon trifft. Ich beziehe mich auch ausschließlich auf diese Version.
Ich empfinde sie auch nicht aufgesetzt. Habe halt über Lisas Kommentar nachgedacht, aber für mich kommt da kein Verdacht auf.
Die Idee ist ohnehin Klasse. Auch ich mag gern darüber nachdenken und schreiben aus welchem Antrieb das Schreiben geschieht, manchmal geradezu zwanghaft ... Da passt die Passage aus Frischs Tagbüchern wunderbar, Klara.
Deine Bilder sind für mich bis auf eine Kleinigkeit stimmig.
Muss man immer alles gebuttert servieren?
Für mich hört sich das in etwa so an, als müsse der Autor, den Text so aufbereiten, dass er runterflutscht oder besser bekömmlich ist, auch nach "Schönen, Verschönern, Verzieren".
Hier geht der Blick weg, vom Autor unter Schreibzwang hin zum Leser, der etwas serviert bekommen soll, ansprechend - eben gebuttert...
Für einen Bruch ist mir das Bild nicht heftig genug. Aber wer weiß, vllt. hast du anderes intendiert.
Zu dem Perfekt in der 3. Zeile, weshalb hast du nicht das Präsens:"leugnet" benutzt?
Liebe Grüße
Gerda
mir gefällt insbsondere Version II , die für mich einen rotzig- trotzigenTon trifft. Ich beziehe mich auch ausschließlich auf diese Version.
Ich empfinde sie auch nicht aufgesetzt. Habe halt über Lisas Kommentar nachgedacht, aber für mich kommt da kein Verdacht auf.
Die Idee ist ohnehin Klasse. Auch ich mag gern darüber nachdenken und schreiben aus welchem Antrieb das Schreiben geschieht, manchmal geradezu zwanghaft ... Da passt die Passage aus Frischs Tagbüchern wunderbar, Klara.
Deine Bilder sind für mich bis auf eine Kleinigkeit stimmig.
Muss man immer alles gebuttert servieren?
Für mich hört sich das in etwa so an, als müsse der Autor, den Text so aufbereiten, dass er runterflutscht oder besser bekömmlich ist, auch nach "Schönen, Verschönern, Verzieren".
Hier geht der Blick weg, vom Autor unter Schreibzwang hin zum Leser, der etwas serviert bekommen soll, ansprechend - eben gebuttert...
Für einen Bruch ist mir das Bild nicht heftig genug. Aber wer weiß, vllt. hast du anderes intendiert.
Zu dem Perfekt in der 3. Zeile, weshalb hast du nicht das Präsens:"leugnet" benutzt?
Liebe Grüße
Gerda
Liebe Gerda,
das freut mich.
Nein, man muss sicher nicht immer alles gebuttert servieren. Für mich ist das der Kontrast zum "blutigen Geschäft".
Gebuttert heißt für mich, in angemessenen Worten, das muss nicht immer "schön" sein. Aber eben auch nicht im "Rohzustand".
"leugnete": Konjunktiv...
Danke Dir!
leonie
das freut mich.
Nein, man muss sicher nicht immer alles gebuttert servieren. Für mich ist das der Kontrast zum "blutigen Geschäft".
Gebuttert heißt für mich, in angemessenen Worten, das muss nicht immer "schön" sein. Aber eben auch nicht im "Rohzustand".
"leugnete": Konjunktiv...
Danke Dir!
leonie
Wer ist online?
Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 45 Gäste