Ein älterer Text, zur Diskussion über Flussgedichte und die Schmerzen der Gewässer in Ritas "Wilde Oder II)
Lamento fluviale
Ein schwarzer Rahmendurchlass setzt den Schmerz ins Bild
mein Leben fließt in eingedeichten Venen
auf allen Bermen hämmern die Migränen
den Takt zum Lied, das aus dem Drosselbauwerk quillt.
Mein Eifer schwingt genau berechnet hin und her
er kennt die Freiheit nur von Kurvenlinealen
die Seelenmahd verursacht immer wieder Qualen
doch eine Vorflut führt das täglich Salz zum Meer.
Den steilen Zeitplan untergräbt ein Bisam
und wirft fünf Junge, frisst sich bei mir durch
vergebens hoff ich auf Libellen oder einen Lurch
doch sei es drum, der Bisam lebt und ist genügsam.
Kein Weidenbaum, der mir noch freundlich zugeneigt
und mich in Wurzelarmen wiegt im kühlen Schatten
In praller Sonne brüt ich über Sorgenwatten
bis mir die Galle stinkend übers Ufer steigt.
Lamento fluviale
fenestra, ich finde das wunderbar.
frisch, innovativ - und mit fundament.

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