street view

Bereich für Texte mit lyrischem Charakter: z.B. Liebeslyrik, Erzählgedichte, Kurzgedichte, Formgedichte, Experimentelle Lyrik sowie satirische, humorvolle und natürlich auch kritische Gedichte
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Amanita
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Beitragvon Amanita » 19.03.2013, 18:19

-




auf google streetview
hat sie das küchenfenster geöffnet
ich sehe sie
mittags

gleich würden wir
pfannkuchen essen
mit zimt






erste, längere Version:

street view


auf den fotos von google
hat sie das küchenfenster geöffnet
ich sehe sie
mittags

gleich würden wir
pfannkuchen essen
mit zimt


auf den fotos von google
hinter den fenstern ahnt man
den raum
in dem es leer wurde

auf den fotos von google
stimmt nichts mehr
Zuletzt geändert von Amanita am 20.03.2013, 08:34, insgesamt 3-mal geändert.

aram
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Beitragvon aram » 20.03.2013, 08:51

stimme poeta zu - in derartiger gestalt
► Text zeigen
geradezu wettbewerbsverdächtig - ließe sich glatt unter 'gemeinschaftsprojekte' einstellen .-)
Zuletzt geändert von aram am 20.03.2013, 09:02, insgesamt 1-mal geändert.

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birke
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Beitragvon birke » 20.03.2013, 08:58

ich kann poetas version auch sehr viel abgewinnen.
aber natürlich bleibt in dieser kurzen version schon einiges offen - was mir als leserin aber sehr gefällt!
für mich implizieren die zeilen eben, dass es nicht mehr so ist, wie auf google street view dargestellt.

aber - amanita, für dich muss es passen - und wenn du es doch konkreter brauchst hier, wenn dir das wichtig ist, dann solltest du wohl die lange version lassen. vielleicht lässt du auch einfach beide versionen bestehen?

lg,
diana
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Amanita
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Beitragvon Amanita » 20.03.2013, 09:12

Also ganz ehrlich: Bei der gekürzten Version muss ich eh schon ans Betrachten einer Postkarte oder eines Fotoalbums denken. Und mit dem "noch" noch mehr.

Nein, ich brauche es nicht "konkret", Diana; ich brauche allerdings einen Bruch in der Idylle. Postkartenidylle. Das darf ja sein. Aber ich kann es nicht dabei bewenden lassen.

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birke
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Beitragvon birke » 20.03.2013, 09:18

hm, für mich wird hier eben keine reine idylle beschrieben, vordergründig vielleicht, ja. aber das ist ja der kniff - dadurch, dass du hier "google street view" beschreibst, ist automatisch der bruch, den du haben willst, gegeben - jedenfalls ist das für mich so. :smile:
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Amanita
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Beitragvon Amanita » 20.03.2013, 09:22

Liebe Scarlett, Du scheinst die Einzige zu sein, die es (eher) so liest wie ich. Hast Du denn wohl eine Idee, wie es weiter gehen könnte? Vielleicht die letzten beiden Zeilen tilgen? Oder was ganz anderes ergänzen?

Mucki
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Beitragvon Mucki » 20.03.2013, 18:03

Hallo Amanita,

das ist ein reizvolles/reizbares Thema, das eigentlich danach schreit, etwas Bedrohliches zu schildern, das es bereits gibt, Aufnahmen in Echtzeit.
aram hat geschrieben:jedem ist klar, dass die street view realität eine konserve ist

das ist eben die Frage. Es ist - für uns Normale - eine Konserve, oder besser gesagt: als Konserve sichtbar. Doch, was ist in Wirklichkeit? Sind es da Konserven? Wir denken uns das schön. Stichwort: der gläserne Mensch, Spionagesatelliten, etc.
Mit anderen Worten: mir ist das Ganze zu harmlos.
Just my two cents.

Saludos
Gabriella

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Amanita
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Beitragvon Amanita » 20.03.2013, 18:29

Nee, nee, Gabriella, das ist jetzt nicht mein Thema. Nix Spionage.

Mucki
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Beitragvon Mucki » 20.03.2013, 18:32

Ist mir schon klar, dass dein Text dies nicht zum Thema hat. Doch dein Titel "street view" reizt dazu, es zum Thema (in einem anderen Text) zu machen.

aram
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Beitragvon aram » 20.03.2013, 20:14

Gabriella hat geschrieben:das ist ein reizvolles/reizbares Thema, das eigentlich danach schreit, etwas Bedrohliches zu schildern, das es bereits gibt, Aufnahmen in Echtzeit.
wenn du damit eine andauernde beobachtung mit abrufbarkeit in echtzeit meinst (oder was meinst du sonst?), gabriella, hat das mit streetview aber nix zu tun. bei streetview-aufnahmen können zwar sensible zusätzliche informationen gesammelt werden wie z.b. wlan-netzerfassung, aber nur während der erfassungsfahrt.

edit: falls du anderer ansicht bist, könnten wir es im café diskutieren, da es mit diesem text ja nix zu tun hat.

pjesma

Beitragvon pjesma » 21.03.2013, 15:59

huhu amanita
ich bin dafür dass die zeilen
"auf den fotos von google
stimmt nichts mehr" bleiben.
weil: es steht da zwar ein titel der die "moderne zeiten"bezeichnet, erreichbarkeit und schnelligkeit und genauigkeit...dennoch ist nix schneller, genauer und nur uns persönlich erreichbar wie die gedanke, erinnerung, verborgene welten die wir in uns tragen sind mit google nicht erfassbar, unsere innere bilder sind moderner, sozusagen "immergrün"...daher stimm da auch "nichts mehr" beim google, da kummt er net rein ;-)
lg, pjesma

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Amanita
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Beitragvon Amanita » 23.03.2013, 16:45

Liebe pjesma, ja! Genau in diese Richtung wollte ich ja!

Nun bin ich "herzlich irritiert". Vielleicht lasse ich es einfach bei der ursprünglichen Fassung :)

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Lisa
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Beitragvon Lisa » 25.03.2013, 16:38

Liebe Amanita,

habe ich gerade erst entdeckt, finde ich ganz fein, den Text - kommt so einfach da her, aber trifft. Ich mag poetas Version (die aram zitiert) auch besonders, es ist darin alles schön konzentriert, die Kürzungen sind gelungen und die Stimmung trifft...

liebe Grüße
Lisa
Vermag man eine Geschichte zu erzählen, die noch nicht geschehen ist?
Es verhält sich damit wohl wie mit unserer Angst. Fürchten wir uns doch gerade vor dem mit aller Macht, was gar nicht mehr geschehen kann, eben weil es schon längst geschehen ist.

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Amanita
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Beitragvon Amanita » 26.03.2013, 16:16

Allen herzlichen Dank, ich überlege noch hin und her... (v. a. wie ich die kurze Version enden lassen könnte).

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birke
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Beitragvon birke » 26.03.2013, 16:21

amanita, und wenn du einfach nur die beiden letzten zeilen tilgst??
schau mal, so wäre für mich alles gesagt, was du ausdrücken willst ...


auf google streetview
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gleich würden wir
pfannkuchen essen
mit zimt

auf google streetview
ahnt man den raum
in dem es leer wurde



nur noch eine idee, mögliche lesart hierzu.

lg,
diana
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