es sind die tage...

Bereich für Texte mit lyrischem Charakter: z.B. Liebeslyrik, Erzählgedichte, Kurzgedichte, Formgedichte, Experimentelle Lyrik sowie satirische, humorvolle und natürlich auch kritische Gedichte
yaira

Beitragvon yaira » 11.09.2012, 18:53

es sind die tage, die mir zu nächten werden
ihr grau schleift das glitzern
vom sonnenstein ab was bleibt
ist ein müdfahler fels

dem heulen (wie wölfe, dem mond zu)
hab ich abgeschworen
die antwort war schweigen kein mit-
laut noch -leid

so wandre ich nachttags
durch stunden der stille
und sehn mich zurück in die sonnenuhrzeit

yaira

Beitragvon yaira » 13.09.2012, 22:10

Hallo :)

Da ich übers Wochenende nicht online sein werde, will ich mich zumindest kurz zu den angesprochenen Punkten äußern. Einiges kann ich gut nachvollziehen, ich bin gespannt, wie dieser Text in meinem Kopf und auf dem Papier noch weiterrreicfen wird, eure Kritik und Anregungen helfen auf jeden Fall dabei.

Zum "Ton": Der ist mir tatsächlich sehr wichtig bei Texten. Die zweite Versgruppe klingt aber tatsächlich weniger "gefällig", sie fließt weniger, was nach meiner eigenen Einschätzung vor allem an dem Klammereinschub liegt. Dazu kommt, dass die Vokale dunkler sind, eu und ö besonders auffällig, das unterscheidet diesen Textteil wohl vom Rest und lässt ihn fremd wirken. Daran könnte man wohl arbeiten.

Zur Bildsprache: Tatsächlich halte ich sie für logischer als ihr sie im Großen und Ganzen wahrnehmt. Vielleicht sind die Verbindungen nur in meinem Kopf so klar.
Sonnenstein: Damit ist nicht die Sonne gemeint. Ich habe irgendwann gelesen, dass die Wikinger eventuell mit sogenannten Sonnensteinen navigiert haben könnten, die den Sonnenstand auch bei bewölktem Himmel anzeigen. Damit zusammen hängt auch, dass es die "Sonnenuhrzeit und nicht Sonnenzeit ist - es geht um Orientierung (im Raum, in der Zeit - im Leben).

Wölfe und Mond: Hm, wo beginnt Kitsch? Für mich persönlich beim unreflektierten und unoriginellen/platten Verwenden typischer Bilder. Ich hab es beim Schreiben anders gesehen - wegen der Doppeldeutigkeit des Heulens, einer gewissen Verkehrung des Sprichworts "mit den Wölfen heulen"...

Ich werde mich auf jeden Fall mit einer neuen Version beschäftigen - mal sehen, wie sie am Ende wird.

Schönes Wochenende!
yaira

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nera
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Beitragvon nera » 13.09.2012, 23:04

ich mag den text und seine melodie genauso wie er zu lesen ist. ich mags ja gar nicht, textvorschläge für andere zu machen, aber wenn dich die zweite strophe selbst stört, könntest du zb. das "zu" hinter mond weglassen oder einfach nur wolfgesänge (oder sowas ) schreiben und den klammereinschub ganz weglassen. naja, wie gesagt, hier gibts möglichkeiten. aber für kanns auch so stehen bleiben.
lg

DavidK88

Beitragvon DavidK88 » 13.09.2012, 23:54

Sonnenstein: Damit ist nicht die Sonne gemeint. Ich habe irgendwann gelesen, dass die Wikinger eventuell mit sogenannten Sonnensteinen navigiert haben könnten, die den Sonnenstand auch bei bewölktem Himmel anzeigen.


Ok. Vielleicht wäre es sinnvoll, das als Fußnote zu vermerken, gerade bei diesem Terminus, den man auch schnell anders verstehen kann, als er gemeint ist.

Gerda

Beitragvon Gerda » 14.09.2012, 02:51

Es ist schwierig bei einem Text, der ja los gelöst für sich steht und auch so sprechen können sollte, von einer Bedeutungsebene in der nachgeschobenen Erklärung zu erfahren, die sich nicht zwangsläufig aus dem Gedicht ergeben musss.
In einem solchen Fall, fände ich es hilfreich, einen Hinweis im Text zu erhalten, damit eine zeitliche Verortung der Begriffe vom Leser unabhängig von Nachträgen und Erläuterungen geleistet werden kann.

Eine Fußnote, wie sie von David vorgeschlagen wurde, finde ich gewöhnungsbedürftig und nur in Ausnahmefällen angebracht, aber vllt. ist der vorleigende Text, ja genau ein solcher.


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