Nah und Fern
Wenn es einen Gott gibt, dachte Gideon
dann ist er der Tau auf dem Vlies
Und Gott war der Tau auf dem Vlies
Wenn es einen Gott gibt, dachte Gideon
dann ist er die trockene Faser des Tuches
Und Gott war die trockene Faser des Tuches
Wenn es einen Gott gibt, dachte Gideon
Dann ist er die Seele der dreihundert Männer in der Schlacht
Und Gott war die Seele der dreihundert Männer in der Schlacht
Wenn es einen Gott gibt, denke ich
dann wohnt er nicht in einem Wort
Nah und Fern
Hallo Sam,
nachdem mich Flora in den Hintern getreten hat, will ich auch mal wieder äußern, statt immer nur wieder mitzulesen!
Zur Interpretation:
Setzen wir statt „dachte“ einmal probehalber „sprach“ ein (was ich dem Alten Testament auch für angemessener halte, das noch nicht wirklich zwischen sprechen und denken unterscheidet):
Gideon sprach... und Gott ward...
Das ist die Umkehrung des Schöpfungsberichts:
Gott sprach... und es (was auch immer) ward...
Ich nehme nicht an, dass du diese Assoziation beabsichtigt hattest.
Trotzdem: ich finde das im echten ursprünglichen Sinne dialektisch!
Keine Luhmann'sche Zuschreibung: die Wirklichkeit (oder Gott, ob es ihn nun gibt oder nicht) antwortet, indem sie auch so wird, wie der Sprecher es erhofft/erwartet/braucht.
Allerdings verändert sich auch der Sprecher: Gott wird zur Seele der 300, zu denen er mit gehört!
Die Anweisung, angesichts der Übermacht der Feinde die Kampftruppe auf 300 zu verringern(!), kam übrigens von Gott: Sie sollte zeigen, dass die Idee wirksamer ist als jedes physisches Macht-Vehältnis.
Ersetzen wir im 2. Schritt „Gott“ durch „Sinn“, den gibt es, genau wie Gott, ja auch nicht:
Wenn es einen Sinn gibt, dachte Gideon
Dann ist er die Seele der dreihundert Männer in der Schlacht
Und der Sinn war die Seele der dreihundert Männer in der Schlacht
Oder vielleicht „Idee“ statt „Gott“?
Dann finde ich den Schluss doch etwas paradox:
Wenn es eine Idee gibt, denke ich
dann wohnt sie nicht in einem Wort
Wo sonst? Nachdem die vorigen Zeilen gezeigt haben:
Die Wirklichkeit antwortet so, wie ich sie anspreche.
Und ich werde so, wie die Wirklichkeit zu mir spricht?
Jetzt will ich mal über eine Interpretation hinausgehen, und mal kurz dran erinnern:
Wenn es Gideon und seinen 300 nicht sinnvoll erschienen wäre, die eigene kulturelle Identität zu verteidigen, dann hätte es kein Judentum gegeben. Israel wäre assimiliert worden, bevor es ein Buchreligion hätte hervorbringen können (es ging damals eben nicht um physisches Überleben: das wäre im Baalkult leichter gewesen).
Es hätte kein Christentum gegeben, kein Abendland, keine Moderne und keine Heute.
Sicher, es hätte ein anderes „heute“ gegeben.
Aber viel wäre hier diesseits der Alpen wahrscheinlich nicht passiert.
Man mag das nicht für bedauernswert halten, wenn alles anders gekommen wäre.
Und genug Gelegenheit, anders zu werden hat es ja immer wieder gegeben.
Wenn man dann konsequenter Weise auch die eigen Existenz für nicht sinnvoll hält. Die gäbe es dann auch nicht. Nun, das tun wir ja de facto. Unsere Existenz nicht für sinnvoll halten.
Natürlich ist es naiv zu glauben, es gäbe einen objektiven Sinn.
Andererseits ist der Sinn auch nicht einfach zuschreibbar.
Auch hier ein dialektische Verhältnis.
Ich würde ja meine eigene Wirklichkeit gerne zumindest mit-entwerfen... wie Gideon.
Der natürlich im Traum nicht daran dachte, was das alles für Folgen hatte.
Also, ihr lieben Dichter: wäre das nicht unsere Aufgabe? Wessen sonst?
LG, C
nachdem mich Flora in den Hintern getreten hat, will ich auch mal wieder äußern, statt immer nur wieder mitzulesen!
Zur Interpretation:
Setzen wir statt „dachte“ einmal probehalber „sprach“ ein (was ich dem Alten Testament auch für angemessener halte, das noch nicht wirklich zwischen sprechen und denken unterscheidet):
Gideon sprach... und Gott ward...
Das ist die Umkehrung des Schöpfungsberichts:
Gott sprach... und es (was auch immer) ward...
Ich nehme nicht an, dass du diese Assoziation beabsichtigt hattest.
Trotzdem: ich finde das im echten ursprünglichen Sinne dialektisch!
Keine Luhmann'sche Zuschreibung: die Wirklichkeit (oder Gott, ob es ihn nun gibt oder nicht) antwortet, indem sie auch so wird, wie der Sprecher es erhofft/erwartet/braucht.
Allerdings verändert sich auch der Sprecher: Gott wird zur Seele der 300, zu denen er mit gehört!
Die Anweisung, angesichts der Übermacht der Feinde die Kampftruppe auf 300 zu verringern(!), kam übrigens von Gott: Sie sollte zeigen, dass die Idee wirksamer ist als jedes physisches Macht-Vehältnis.
Ersetzen wir im 2. Schritt „Gott“ durch „Sinn“, den gibt es, genau wie Gott, ja auch nicht:
Wenn es einen Sinn gibt, dachte Gideon
Dann ist er die Seele der dreihundert Männer in der Schlacht
Und der Sinn war die Seele der dreihundert Männer in der Schlacht
Oder vielleicht „Idee“ statt „Gott“?
Dann finde ich den Schluss doch etwas paradox:
Wenn es eine Idee gibt, denke ich
dann wohnt sie nicht in einem Wort
Wo sonst? Nachdem die vorigen Zeilen gezeigt haben:
Die Wirklichkeit antwortet so, wie ich sie anspreche.
Und ich werde so, wie die Wirklichkeit zu mir spricht?
Jetzt will ich mal über eine Interpretation hinausgehen, und mal kurz dran erinnern:
Wenn es Gideon und seinen 300 nicht sinnvoll erschienen wäre, die eigene kulturelle Identität zu verteidigen, dann hätte es kein Judentum gegeben. Israel wäre assimiliert worden, bevor es ein Buchreligion hätte hervorbringen können (es ging damals eben nicht um physisches Überleben: das wäre im Baalkult leichter gewesen).
Es hätte kein Christentum gegeben, kein Abendland, keine Moderne und keine Heute.
Sicher, es hätte ein anderes „heute“ gegeben.
Aber viel wäre hier diesseits der Alpen wahrscheinlich nicht passiert.
Man mag das nicht für bedauernswert halten, wenn alles anders gekommen wäre.
Und genug Gelegenheit, anders zu werden hat es ja immer wieder gegeben.
Wenn man dann konsequenter Weise auch die eigen Existenz für nicht sinnvoll hält. Die gäbe es dann auch nicht. Nun, das tun wir ja de facto. Unsere Existenz nicht für sinnvoll halten.
Natürlich ist es naiv zu glauben, es gäbe einen objektiven Sinn.
Andererseits ist der Sinn auch nicht einfach zuschreibbar.
Auch hier ein dialektische Verhältnis.
Ich würde ja meine eigene Wirklichkeit gerne zumindest mit-entwerfen... wie Gideon.
Der natürlich im Traum nicht daran dachte, was das alles für Folgen hatte.
Also, ihr lieben Dichter: wäre das nicht unsere Aufgabe? Wessen sonst?
LG, C
-
Sam
Hallo Carl,
vielen Dank für deinen interessanten und lesenswerten Kommentar (und vielen Dank an Flora, dass sie dich dazu animiert hat!!)
Zunächst ein paar Worte zu deiner Feststellung, im AT würde zwischen Denken und Reden nicht wirklich unterschieden. Ich glaube, die ist vor allem der Art der Darstellung geschuldet. Der Mensch erscheint in den Berichten zwar meist als handelndes Wesen, aber allein wenn man das Buch der Sprüche ansieht, merkt man, dass sich die Menschen damals schon als Denkende wahrgenommen haben. So finden sich immer wieder Begriffe wie Einsicht, Erkenntnis o.ä.
Wenn also Gideon Gott auf die Probe stellt, um zu erfahren, ob er ihm wirklich helfen wird im Kampf gegen den Feind, dann kann man davon ausgehen, dass hinter dieser Tat Gedanken stehen, in diesem Fall solche des Zweifels.
Das ändert natürlich nichts daran, dass dein Gedankespiel (das Ersetzten von Denken durch Sprechen) sehr reizvoll ist, gerade im Hinblick auf die von dir erwähnte Umkehrung Gott sprach/es ward und Der Mensch sprach/Gott ward.
Diese Assoziation war tatsächlich nicht beabsichtigt, aber es bewegt sich immer noch im Umkreis dessen, was ich mir beim Schreiben des Gedichtes dachte. Denn auch hier findet sich die Unmittelbarkeit im Verhältnis Gott/Mensch.
Die Anweisung, die Truppen auf dreihundert Mann zu verringern kam von Gott, das stimmt (er wollte, dass die Israeliten wussten, wem sie den Sieg verdankten). Während von der Vliesprobe berichtet wird, sagt der Bericht nichts darüber, was Gideon dachte, als er aufgefordert wurde seine Truppen derart zu verringern. Ich gehe aber davon aus, dass auch hier bei Gideon ein ähnlicher Gedankengang vorlag. Wenn es einen Gott gibt (nicht als Bezweilfung seiner Existenz, sondern die Frage, ob ein Handeln seinerseits zugunsten Gideons erfolgen würde), dann wird er die dreihundert derart "beseelen", dass ihnen der Sieg gelingt.
Ersetzt man Gott nun durch Sinn oder Idee wird das Ende des Gedichtes tatsächlich problematisch, weil die Gegenüberstellung dadurch verloren ginge, da man einer altertümlichen Figur (ob historisch oder nicht sei dahingestellt) modernes Denken unterschöbe, dem man ein anderes, ebenso modernes Denken gegenüberstellt.
Deine abschliessenden Bemerkungen finde ich insofern spannend, als dass sie davon ausgehen, die im AT beschrieben Dinge haben sich tatsächlich so zugetragen. Mehr noch. Betrachtet man die Erzählungen, vor allem im Buch Richter und folgende, so stellt man fest, dass Gott es war, der die Assimilierung stets verhinderte (durch Bestrafung der Assimilierungswilligen und Vernichtung der Andersgläubigen). Sehe ich mich heute als Produkt dieses Eingreifens von oben, stellt sich mir die Sinnfrage erst gar nicht. Anders verhält es sich, wenn man Ursache und Wirkung umdreht und annimmt, die Tatsache, dass aus dem israelitischen und letztlich jüdischen Gauben eine Buchreligion wurde, die Notwendigkeit einer Erzählung mitsich brachte, um einer zufälligen Entwicklung einen Sinn zu verleihen. Dieser im Nachhinein eingebrachte Sinn diente durch die Jahrhunderte als Fundament für Entwicklungen, an deren Ende wir heute stehen. Nur dass das Fundament nicht mehr existiert und wir bodenlos geworden sind. Wir dürfen nicht mitentwerfen (mit wem?), sondern sind ganz auf uns alleine gestellt (der geworfene Entwurf). Was bleibt ist kalte Erkenntnis oder Flucht in die Naivität.
Nochmals herzlichen Dank für deine Auseinandersetzung mit diesem Gedicht!
Gruß
Sam
vielen Dank für deinen interessanten und lesenswerten Kommentar (und vielen Dank an Flora, dass sie dich dazu animiert hat!!)
Zunächst ein paar Worte zu deiner Feststellung, im AT würde zwischen Denken und Reden nicht wirklich unterschieden. Ich glaube, die ist vor allem der Art der Darstellung geschuldet. Der Mensch erscheint in den Berichten zwar meist als handelndes Wesen, aber allein wenn man das Buch der Sprüche ansieht, merkt man, dass sich die Menschen damals schon als Denkende wahrgenommen haben. So finden sich immer wieder Begriffe wie Einsicht, Erkenntnis o.ä.
Wenn also Gideon Gott auf die Probe stellt, um zu erfahren, ob er ihm wirklich helfen wird im Kampf gegen den Feind, dann kann man davon ausgehen, dass hinter dieser Tat Gedanken stehen, in diesem Fall solche des Zweifels.
Das ändert natürlich nichts daran, dass dein Gedankespiel (das Ersetzten von Denken durch Sprechen) sehr reizvoll ist, gerade im Hinblick auf die von dir erwähnte Umkehrung Gott sprach/es ward und Der Mensch sprach/Gott ward.
Diese Assoziation war tatsächlich nicht beabsichtigt, aber es bewegt sich immer noch im Umkreis dessen, was ich mir beim Schreiben des Gedichtes dachte. Denn auch hier findet sich die Unmittelbarkeit im Verhältnis Gott/Mensch.
Die Anweisung, die Truppen auf dreihundert Mann zu verringern kam von Gott, das stimmt (er wollte, dass die Israeliten wussten, wem sie den Sieg verdankten). Während von der Vliesprobe berichtet wird, sagt der Bericht nichts darüber, was Gideon dachte, als er aufgefordert wurde seine Truppen derart zu verringern. Ich gehe aber davon aus, dass auch hier bei Gideon ein ähnlicher Gedankengang vorlag. Wenn es einen Gott gibt (nicht als Bezweilfung seiner Existenz, sondern die Frage, ob ein Handeln seinerseits zugunsten Gideons erfolgen würde), dann wird er die dreihundert derart "beseelen", dass ihnen der Sieg gelingt.
Ersetzt man Gott nun durch Sinn oder Idee wird das Ende des Gedichtes tatsächlich problematisch, weil die Gegenüberstellung dadurch verloren ginge, da man einer altertümlichen Figur (ob historisch oder nicht sei dahingestellt) modernes Denken unterschöbe, dem man ein anderes, ebenso modernes Denken gegenüberstellt.
Deine abschliessenden Bemerkungen finde ich insofern spannend, als dass sie davon ausgehen, die im AT beschrieben Dinge haben sich tatsächlich so zugetragen. Mehr noch. Betrachtet man die Erzählungen, vor allem im Buch Richter und folgende, so stellt man fest, dass Gott es war, der die Assimilierung stets verhinderte (durch Bestrafung der Assimilierungswilligen und Vernichtung der Andersgläubigen). Sehe ich mich heute als Produkt dieses Eingreifens von oben, stellt sich mir die Sinnfrage erst gar nicht. Anders verhält es sich, wenn man Ursache und Wirkung umdreht und annimmt, die Tatsache, dass aus dem israelitischen und letztlich jüdischen Gauben eine Buchreligion wurde, die Notwendigkeit einer Erzählung mitsich brachte, um einer zufälligen Entwicklung einen Sinn zu verleihen. Dieser im Nachhinein eingebrachte Sinn diente durch die Jahrhunderte als Fundament für Entwicklungen, an deren Ende wir heute stehen. Nur dass das Fundament nicht mehr existiert und wir bodenlos geworden sind. Wir dürfen nicht mitentwerfen (mit wem?), sondern sind ganz auf uns alleine gestellt (der geworfene Entwurf). Was bleibt ist kalte Erkenntnis oder Flucht in die Naivität.
Nochmals herzlichen Dank für deine Auseinandersetzung mit diesem Gedicht!
Gruß
Sam
Lieber Sam,
drei Punkte noch zu deinem letzten Komment:
natürlich hast du recht, dass die Menschen nicht ganz so naiv waren, wie wir ihnen im Rückblick manchmal unterstellen.
Besonders die nicht, die diese Texte geschrieben haben.
ich gehe deshalb nicht davon aus, es sei alles so passiert, wie es beschreiben ist: das ist eine Dichtung.
Meine Frage ist: eine Dichtung bloß im Nachhinein?
Wurde eine gewisse Fakten- oder Ergebnislage nachträglich passend gemacht zum religiösen Weltbild?
Oder gibt es auch eine antizipatorische Dichtung?
D.h. eine, die eine Zukunft entwirft und dadurch dafür Sorge trägt, dass sie auch eintritt? Zumindest als nicht zu unterschätzender Gestaltungs-Faktor? So, dass man z.B. sagen kann: ohne diese Dichtung wäre Gott nicht die Seele der 300 in der Schlacht geworden? Mit dem Ergebnis unserer heutigen Nicht-Existenz?
Wenn du meine Einlassungen als bloßen Historismus auffasst, unterschätzt du sie etwas.gif)
ich finde es bemerkenswert, dass du da in deinem Kommentar viel stärker auf die Ebene der Dichtung eingehst, wenn du argumentierst "wenn es Gott gibt, zumindest für Gideon, dann folgt ..."
während ich über die Dichtung spreche: "Gideon hat Gott entworfen... allerdings nicht nach Feuerbach. Er hat sich existentiell darauf eingelassen. Und "Gott" hat ihm geantwortet."
Und ich meine jetzt nicht die alten Geschichten aus dem Buch Richter, sondern dein Gedicht!
Deshalb kann ich das Statement des Lyr-Ichs in der letzten Strophe zwar akzeptieren, empfinde es aber als etwas zaghaft und "kleingläubig" gegenüber der Wirk-lichkeit des Wortes als Selbst- oder Weltentwurf.
Der natürlich immer wieder durch die Realität beglaubigt werden muss.
Das ist das existenzielle Risiko des Dichtens.
Wie damals bei Gideon in der Schlacht...
LG, Carl
drei Punkte noch zu deinem letzten Komment:
natürlich hast du recht, dass die Menschen nicht ganz so naiv waren, wie wir ihnen im Rückblick manchmal unterstellen.
Besonders die nicht, die diese Texte geschrieben haben.
ich gehe deshalb nicht davon aus, es sei alles so passiert, wie es beschreiben ist: das ist eine Dichtung.
Meine Frage ist: eine Dichtung bloß im Nachhinein?
Wurde eine gewisse Fakten- oder Ergebnislage nachträglich passend gemacht zum religiösen Weltbild?
Oder gibt es auch eine antizipatorische Dichtung?
D.h. eine, die eine Zukunft entwirft und dadurch dafür Sorge trägt, dass sie auch eintritt? Zumindest als nicht zu unterschätzender Gestaltungs-Faktor? So, dass man z.B. sagen kann: ohne diese Dichtung wäre Gott nicht die Seele der 300 in der Schlacht geworden? Mit dem Ergebnis unserer heutigen Nicht-Existenz?
Wenn du meine Einlassungen als bloßen Historismus auffasst, unterschätzt du sie etwas
.gif)
ich finde es bemerkenswert, dass du da in deinem Kommentar viel stärker auf die Ebene der Dichtung eingehst, wenn du argumentierst "wenn es Gott gibt, zumindest für Gideon, dann folgt ..."
während ich über die Dichtung spreche: "Gideon hat Gott entworfen... allerdings nicht nach Feuerbach. Er hat sich existentiell darauf eingelassen. Und "Gott" hat ihm geantwortet."
Und ich meine jetzt nicht die alten Geschichten aus dem Buch Richter, sondern dein Gedicht!
Deshalb kann ich das Statement des Lyr-Ichs in der letzten Strophe zwar akzeptieren, empfinde es aber als etwas zaghaft und "kleingläubig" gegenüber der Wirk-lichkeit des Wortes als Selbst- oder Weltentwurf.
Der natürlich immer wieder durch die Realität beglaubigt werden muss.
Das ist das existenzielle Risiko des Dichtens.
Wie damals bei Gideon in der Schlacht...
LG, Carl
Wer ist online?
Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 18 Gäste