schneeschmelze
seit tagen damastgebettet in diese stille
die die schritte hartfrieren lässt
und die dichtungen in den kupferfittings
unserer gasleitungen spröde macht
den lack hinterwandert.
und jetzt kannst du unter dem laubhymen
das schleimige grau sehen
was von auflösung kündet:
das moos des jahres.
vorbei an wilhelminischen schildgiebeln
entlang zerfallender bürgerhäuser aus einer zeit
in der man sich mit namen kannte
und innehielt.
und wieder friert es über, lässt gerinnen
vertreibt die weberknechte
hinter den gusseisernen heizkörpern
und staubgeruch vermilcht die fenster.
man müsste meisenknödel aushängen
mit dem finger mutters ofenwarmen grießbrei schlecken;
komm her zu mir
alabastermädchen.
lass uns die vorhänge nicht mehr öffnen
und uns bestatten
in totenhemden
aus echtem flanell.
draußen hat alles aufgehört.
hinter allem aber - sei gewiss -
steht der plan
des efeus.
schneeschmelze
- Thomas Milser
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Menschheit, Du hattest von Anfang an nicht das Zeug dazu... (Charles Bukowski)
-
pjesma
das ist ein feiner, sinnlicher text, für mein empfinden. er kommt sehr harmonisch daher, benutzt auch teilweiße alltagswörter---die sich so oft sträuben sich der poesie zu fügen (schildgiebel, bürgerhäuse, heizkörper)---was hier nicht der fall ist 
einzig hab ich bei "alabastermädchen" leicht gezuckt. an sich, ein wunderschönes wort...dennoch scheint es mir für sich "alleinstehenwollend", in einem extra gedicht...einem, nur für das alabastermädchen...ich versuch es synesthätisch zu erklären: das ist ein verhaltenes,"pastelfarbenes" gedicht, mit vielen abstufungen...ein in sepiafarben, dreckigrosa, zartlachs gehaltenes...und das wort tritt dann als einziges grelles wort auf...wie ein schwächemoment, wie ein lauter ton mitten im gewisper...als das LI aufeinmal zu starker emotion unterlag ...die er dann doch nicht zu ende ausführt, sondern kehrt melancholisch in die pastellige und dunkelgeaderte efeuwelt zurück ...kannst du mit einer solchen rückmeldung etwas anfangen? ich hoffe es:-)
lg,
pj

einzig hab ich bei "alabastermädchen" leicht gezuckt. an sich, ein wunderschönes wort...dennoch scheint es mir für sich "alleinstehenwollend", in einem extra gedicht...einem, nur für das alabastermädchen...ich versuch es synesthätisch zu erklären: das ist ein verhaltenes,"pastelfarbenes" gedicht, mit vielen abstufungen...ein in sepiafarben, dreckigrosa, zartlachs gehaltenes...und das wort tritt dann als einziges grelles wort auf...wie ein schwächemoment, wie ein lauter ton mitten im gewisper...als das LI aufeinmal zu starker emotion unterlag ...die er dann doch nicht zu ende ausführt, sondern kehrt melancholisch in die pastellige und dunkelgeaderte efeuwelt zurück ...kannst du mit einer solchen rückmeldung etwas anfangen? ich hoffe es:-)
lg,
pj
- Thomas Milser
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Hallo Pjesma,
ich kann mit jeder Rückmeldung etwas anfangen :o)
Erstmal herzlich willkommen im Salon, und vielen Dank, dass du dich meinem Textlein zugewandt hast.
Tjaja, das Alabastermädchen. Ich kann aus deinem Kommentar nicht genau deuten, ob das nun gut oder schlecht ist, dass dieses Wort aus dem Rahmen fällt - was nicht Wunder nimmt, ist es doch das einzige, was eine gewisse lyrische Zeichnung hat.
Ich muss vorwegschieben, dass ich in dieses Wort etwas verliebt bin. Auch schon deswegen, weil ihm - wie ich glaube - zwei grundsätzlich verschiedene Qualitäten zugeordnet werden können. Zum einen haftet ihm die Oberfläche betreffend das Zarte, Samtige, Ebenmäßige an, welches ja bis in unsere heutige Zeit als Schönheitsideal edler Damen angesehen wird. Seinem Wesen nach ist es aber ein totes Gestein, wenn auch nicht so kalt wie vergleichsweise Marmor. Bringt man nun diese beiden Eigenschaften zusammen, könnte das Alabastermädchen also durchaus nur ein Sinnbild, eine Phantasie, ein Platzhalter, eine Idealisierung (vergangener Erlebnisse?) sein, da ihm das Lebendige offensichtlich fehlt, was sich m.E. ganz gut in die etwas morbide Gedankenwelt der darauffolgenden Strophe fügt.
Über all dies habe ich natürlich - wie immer - beim Schreiben gar nicht nachgedacht, aber in der Rückschau - angeregt durch deinen Kommentar - klingt das doch ganz schlüssig, oder nicht? :o)
Insofern muss das Alabastermädchen wohl weiter in Flanell verharren ...
LieGrüTom.
ich kann mit jeder Rückmeldung etwas anfangen :o)
Erstmal herzlich willkommen im Salon, und vielen Dank, dass du dich meinem Textlein zugewandt hast.
Tjaja, das Alabastermädchen. Ich kann aus deinem Kommentar nicht genau deuten, ob das nun gut oder schlecht ist, dass dieses Wort aus dem Rahmen fällt - was nicht Wunder nimmt, ist es doch das einzige, was eine gewisse lyrische Zeichnung hat.
Ich muss vorwegschieben, dass ich in dieses Wort etwas verliebt bin. Auch schon deswegen, weil ihm - wie ich glaube - zwei grundsätzlich verschiedene Qualitäten zugeordnet werden können. Zum einen haftet ihm die Oberfläche betreffend das Zarte, Samtige, Ebenmäßige an, welches ja bis in unsere heutige Zeit als Schönheitsideal edler Damen angesehen wird. Seinem Wesen nach ist es aber ein totes Gestein, wenn auch nicht so kalt wie vergleichsweise Marmor. Bringt man nun diese beiden Eigenschaften zusammen, könnte das Alabastermädchen also durchaus nur ein Sinnbild, eine Phantasie, ein Platzhalter, eine Idealisierung (vergangener Erlebnisse?) sein, da ihm das Lebendige offensichtlich fehlt, was sich m.E. ganz gut in die etwas morbide Gedankenwelt der darauffolgenden Strophe fügt.
Über all dies habe ich natürlich - wie immer - beim Schreiben gar nicht nachgedacht, aber in der Rückschau - angeregt durch deinen Kommentar - klingt das doch ganz schlüssig, oder nicht? :o)
Insofern muss das Alabastermädchen wohl weiter in Flanell verharren ...
LieGrüTom.
Menschheit, Du hattest von Anfang an nicht das Zeug dazu... (Charles Bukowski)
-
RäuberKneißl
Hallo Tom,
na, das einzige mit lyrischer Zeichnung???
Die setzt spätestens bei "damastgebettet" ein, was für mich mit luxuriösem, behaglichen Liegen assoziiert ist. Vom Bildumfeld hätte ich an der Stelle sowas wie aufgebahrt erwartet - damit würde sich für mich der Rausch der Winterstille in den ersten drei Strophen sehr schön runden. Alabastermädchen macht mir weniger Mühe, passt zur Dornröschen-Atmosphäre, zu Griesbrei und mit männlicher Phantasie sogar zu den Meisenknödeln :->-(8->. Ich finde das Ausfüllen der Leere in der vorletzten Strophe ziemlich stark, "bestatten" einzig wirkt relativ statisch auf mich, hier könnte ich mir das eingangs verbratene 'gebettet' gut vorstellen. Der Übergang in der fünften Strophe hat seine Reize, aber auch seine Kanten, "Mutter" "ofenwarm" "Griesbrei" "schlecken" - das ist schon die volle Dröhnung an Kindheitsreminiszenz.
Obwohl man dem Gedicht schon anmerkt, dass daran gewerkelt wurde (was ich nicht schlimm finde) - ich glaube, es könnte noch ein bißchen pointierter werden.
Schöne Grüße
Franz
na, das einzige mit lyrischer Zeichnung???
Die setzt spätestens bei "damastgebettet" ein, was für mich mit luxuriösem, behaglichen Liegen assoziiert ist. Vom Bildumfeld hätte ich an der Stelle sowas wie aufgebahrt erwartet - damit würde sich für mich der Rausch der Winterstille in den ersten drei Strophen sehr schön runden. Alabastermädchen macht mir weniger Mühe, passt zur Dornröschen-Atmosphäre, zu Griesbrei und mit männlicher Phantasie sogar zu den Meisenknödeln :->-(8->. Ich finde das Ausfüllen der Leere in der vorletzten Strophe ziemlich stark, "bestatten" einzig wirkt relativ statisch auf mich, hier könnte ich mir das eingangs verbratene 'gebettet' gut vorstellen. Der Übergang in der fünften Strophe hat seine Reize, aber auch seine Kanten, "Mutter" "ofenwarm" "Griesbrei" "schlecken" - das ist schon die volle Dröhnung an Kindheitsreminiszenz.
Obwohl man dem Gedicht schon anmerkt, dass daran gewerkelt wurde (was ich nicht schlimm finde) - ich glaube, es könnte noch ein bißchen pointierter werden.
Schöne Grüße
Franz
Hi Tom, was hältst Du von einer Vereinfachung des Satzbaus der Zeilen der ersten Strophe ? Etwa so:
seit tagen damastgebettet in diese stille
die schritte hartfrieren lässt
die dichtungen in den kupferfittings
unserer gasleitungen spröde macht und
den lack hinterwandert.
jetzt kannst ...
Die Punkte am Strophenende würde ich weglassen, da sie den Lesefluß stocken lassen. Herzliche Grüße !
seit tagen damastgebettet in diese stille
die schritte hartfrieren lässt
die dichtungen in den kupferfittings
unserer gasleitungen spröde macht und
den lack hinterwandert.
jetzt kannst ...
Die Punkte am Strophenende würde ich weglassen, da sie den Lesefluß stocken lassen. Herzliche Grüße !
Ein Klang zum Sprachspiel.
Hallo Tom!
Es gibt da ja eine Sorte Wort, die in alternierende Versmaße oder auch in Hexameter schlecht passt, eigentlich in kaum einen der Wortbewegung nach geregelten Vers: Es hat drei Silben, wovon die erste betont ist, die zweite eine starke bis sehr starke Nebenbetonung trägt, und die dritte unbetont ist - wie zum Beispiel deine Überschrift, "Schneeschmelze".
Obwohl die meisten heute freie Verse schreiben, habe ich trotzdem das Gefühl, dass sie sich mit diesen Worten auch weiterhin nicht anfreunden können, sie nur gelegentlich in die Gedichte lassen und im Regelfall auf den "klassischen Wohlklang" vertrauen - die betonten Silben sind sauber durch eine oder zwei unbetonte Silben voneinander geschieden.
Angesichts deines Gedichts hier frage ich mich jetzt, ob eine der Eigenschaften, die deine Texte herausheben, vielleicht die Bereitschaft ist, diese Wörter zuzulassen, und mehr noch, ihnen sogar wichtige Rollen zu übertragen?!
Schneeschmelze, hartfrieren, Gasleitungen, Laubhymen, Auflösung, Schildgiebeln, gusseisernen, Heizkörpern, Grießbrei, Vorhänge
Bis auf "Auflösung" eine sehr beeindruckende Liste
Betonungszusammenstöße zwischen verschiedenen Wörten kommen dagegen fast gar nicht vor, ein wirkliches Beispiel - "grau sehen" - und zwei, ganz am Ende, die aber durch den Satzbau gemildert werden: "aufgehört. Hinter" und "gewiss - steht".
Wäre mal spannend, nachzusehen, ob das auch wirklich außerhlab dieses Gedichtes gilt in deinen Texten...
Ferdigruß!
Es gibt da ja eine Sorte Wort, die in alternierende Versmaße oder auch in Hexameter schlecht passt, eigentlich in kaum einen der Wortbewegung nach geregelten Vers: Es hat drei Silben, wovon die erste betont ist, die zweite eine starke bis sehr starke Nebenbetonung trägt, und die dritte unbetont ist - wie zum Beispiel deine Überschrift, "Schneeschmelze".
Obwohl die meisten heute freie Verse schreiben, habe ich trotzdem das Gefühl, dass sie sich mit diesen Worten auch weiterhin nicht anfreunden können, sie nur gelegentlich in die Gedichte lassen und im Regelfall auf den "klassischen Wohlklang" vertrauen - die betonten Silben sind sauber durch eine oder zwei unbetonte Silben voneinander geschieden.
Angesichts deines Gedichts hier frage ich mich jetzt, ob eine der Eigenschaften, die deine Texte herausheben, vielleicht die Bereitschaft ist, diese Wörter zuzulassen, und mehr noch, ihnen sogar wichtige Rollen zu übertragen?!
Schneeschmelze, hartfrieren, Gasleitungen, Laubhymen, Auflösung, Schildgiebeln, gusseisernen, Heizkörpern, Grießbrei, Vorhänge
Bis auf "Auflösung" eine sehr beeindruckende Liste

Betonungszusammenstöße zwischen verschiedenen Wörten kommen dagegen fast gar nicht vor, ein wirkliches Beispiel - "grau sehen" - und zwei, ganz am Ende, die aber durch den Satzbau gemildert werden: "aufgehört. Hinter" und "gewiss - steht".
Wäre mal spannend, nachzusehen, ob das auch wirklich außerhlab dieses Gedichtes gilt in deinen Texten...
Ferdigruß!
Zuletzt geändert von ferdi am 30.06.2011, 16:59, insgesamt 1-mal geändert.
Schäumend enthüpfte die Woge den schöngeglätteten Tannen. (Homer/Voß)
Hallo Tom,
sehr schön ... aber
... mal wieder ein paar kleine Nörgel-Details. .-) (Nicht alle Kommentare gelesen.)
Das "die die – Stottern" in der zweiten Zeile würde ich vermeiden. Eines genügt doch?
Das Wort "Kupferfittings" irritiert mich. Nicht, weil es zu unlyrisch wäre, sondern weil es klanglich für mich nicht passt, (ich will immer "fittingen" daraus machen und dachte erst an einen Vogelkäfig mit Sittichen :o)) gibt es dafür kein klingenderes Wort, das sich auch nicht so denglisch gibt? Oder wenigstens "die dichtung in den kupferfittings"?
Liebe Grüße
Flora
sehr schön ... aber
... mal wieder ein paar kleine Nörgel-Details. .-) (Nicht alle Kommentare gelesen.)Das "die die – Stottern" in der zweiten Zeile würde ich vermeiden. Eines genügt doch?
Das Wort "Kupferfittings" irritiert mich. Nicht, weil es zu unlyrisch wäre, sondern weil es klanglich für mich nicht passt, (ich will immer "fittingen" daraus machen und dachte erst an einen Vogelkäfig mit Sittichen :o)) gibt es dafür kein klingenderes Wort, das sich auch nicht so denglisch gibt? Oder wenigstens "die dichtung in den kupferfittings"?
warum "und"? Das "kannst" müsste für mich ein "könntest" du sein, denn ich sehe ihn nicht hinausgehen und nachschauen?und jetzt kannst du unter dem laubhymen
Durch das "könnte" würde sich diese Strophe für mich auch als "innerlicher" Spaziergang vollziehen, ansonsten verlässt er für mich das Zimmer.vorbei an wilhelminischen schildgiebeln
entlang zerfallender bürgerhäuser aus einer zeit
in der man sich mit namen kannte
und innehielt.
Vor dieser Zeile würde ich eine Gedankenstrich- oder zusätzliche Leerzeile einfügen. Da brauche ich eine größere Pause. Und was "gerinnt"?und wieder friert es über, lässt gerinnen
Was vertreibt die Weberknechte? Hat er die Heizung angestellt? Der Gedanke passt für mich nicht hinein, das wäre die falsche "Wärme".vertreibt die weberknechte
hinter den gusseisernen heizkörpern
Die Mutter ist das Alabastermädchen??? Das würde ich auf jeden Fall nochmal überdenken, ev. wenigstens auch einen doppelten Zeilenabstand dazwischensetzen, aber besser wäre es denke ich, das Alabastermädchen schon weiter vorne im Bild erscheinen zu lassen, und wenn es nur durch ein "wir" in Zeile 6 wäre?man müsste meisenknödel aushängen
mit dem finger mutters ofenwarmen grießbrei schlecken;
komm her zu mir
alabastermädchen.
Hmmm... das "bestatten" kann ich nicht im Kontext unterbringen, ist mir zu düster und unglaubwürdig als Vorschlag/Vision/Wunsch. Wenn es da wäre, sein Alabastermädchen, käme er sicher auf andere Gedanken. .-)lass uns die vorhänge nicht mehr öffnen
und uns bestatten
in totenhemden
aus echtem flanell.
Nö, alles sicher nicht. Das passt auch nicht zur Moos/Zersetzungsbetrachtung? "draußen gibt es uns nicht mehr" würde es eher treffen?draußen hat alles aufgehört.
Das ist wirklich ganz fein! Ich würde nur den Punkt am Ende weglassen, um dem Efeugedanken ein wenig Raum zu geben.hinter allem aber - sei gewiss -
steht der plan
des efeus.
Liebe Grüße
Flora
Das ist das Schöne an der Sprache, dass ein Wort schöner und wahrer sein kann als das, was es beschreibt. (Meir Shalev)
- Thomas Milser
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Liebe Leute,
so sehr ich mich über die vielen fleißigen Rückmeldungen freue, umso mehr muss ich vor dieser Analyseflut kapitulieren. Wenn ich all die Anregungen aufnähme, entstünden mindestens drei völlig neue Texte (von denen keiner mehr das beinhaltete, was bei der Niederkunft durch mich floss). Es befremdet mich auch langsam, dass es kaum mal einen Kritiker anficht, das Gedicht als solches zu nehmen, wie es da steht, und ausschließlich seine Wirkung zu reflektieren und sich dem Inhalt bzw. dem Hintergrund zuzuwenden, ohne direkt in einen Ich-würde-das-aber-so-und-so-Schreiben-Kommentar zu münden. Es geht fast immer nur um das Wie oder Wieso, selten um das Was.
Das ist aber auch mein Fehler; ursprünglich wollte ich das Gedicht in den Publicus stellen, da ich an dieser sezierenden und rein textanalytischen Form der Besprechung im Grunde gar nicht (mehr) interessiert bin. Ich werde das in Zukunft auch wirklich beherzigen, um da etwaigen Missverständnissen vorzubeugen.
Ich danke Euch trotzdem sehr! Mag sein, dass die eine oder andere Überlegung irgendwann einfließt, eine moralische Verpflichtung dazu empfinde ich aber leider nicht :o)
Tom.
so sehr ich mich über die vielen fleißigen Rückmeldungen freue, umso mehr muss ich vor dieser Analyseflut kapitulieren. Wenn ich all die Anregungen aufnähme, entstünden mindestens drei völlig neue Texte (von denen keiner mehr das beinhaltete, was bei der Niederkunft durch mich floss). Es befremdet mich auch langsam, dass es kaum mal einen Kritiker anficht, das Gedicht als solches zu nehmen, wie es da steht, und ausschließlich seine Wirkung zu reflektieren und sich dem Inhalt bzw. dem Hintergrund zuzuwenden, ohne direkt in einen Ich-würde-das-aber-so-und-so-Schreiben-Kommentar zu münden. Es geht fast immer nur um das Wie oder Wieso, selten um das Was.
Das ist aber auch mein Fehler; ursprünglich wollte ich das Gedicht in den Publicus stellen, da ich an dieser sezierenden und rein textanalytischen Form der Besprechung im Grunde gar nicht (mehr) interessiert bin. Ich werde das in Zukunft auch wirklich beherzigen, um da etwaigen Missverständnissen vorzubeugen.
Ich danke Euch trotzdem sehr! Mag sein, dass die eine oder andere Überlegung irgendwann einfließt, eine moralische Verpflichtung dazu empfinde ich aber leider nicht :o)
Tom.
Menschheit, Du hattest von Anfang an nicht das Zeug dazu... (Charles Bukowski)
Hallo, @all - ich möchte unterscheiden zwischen dem "Abklopfen" einzelner Wörter, Satzzeichen etc. und dem Umschreiben ganzer Passagen (auch wenn das immer nur als Vorschlag gemeint ist). Letzteres stört mich auch mitunter gewaltig, weil es m. E. selten im Sinne des Gedichtes ist, sondern eine (zwar probate, aber:) Variante.
-
Oldy
Es befremdet mich auch langsam, dass es kaum mal einen Kritiker anficht, das Gedicht als solches zu nehmen, wie es da steht, und ausschließlich seine Wirkung zu reflektieren und sich dem Inhalt bzw. dem Hintergrund zuzuwenden, ohne direkt in einen Ich-würde-das-aber-so-und-so-Schreiben-Kommentar zu münden.
Wo kann ich das unterschreiben?
Was also macht dein Text mit mir, in mir, was löst er aus, wo spricht er mich an?
Ich lese da viel Sehnsucht nach Vergangenen, nach dem Einfachen, Sorglosen. Und das (bildhafte) "Beklagen" des Heute, wo die gesellschaftliche und auch emotionale Kälte Einzug gehalten hat.
Das Werk ist sehr auf Bildhaftigkeit aufgebaut, die genug Raum für eigene Kopfbilder lassen.
Ich mag den melacholischen Klang, der dem Werk inne ist.
Eine Kleinigkeit: Im zweiten Satz stolpere ich immer (beim Lautlesen) über das "die die", wäre "welche die" nicht weicher, flüssiger? Für mich kein inhaltliches, nur ein phonetischens Problem.
lg
Uwe
Wo kann ich das unterschreiben?
Was also macht dein Text mit mir, in mir, was löst er aus, wo spricht er mich an?
Ich lese da viel Sehnsucht nach Vergangenen, nach dem Einfachen, Sorglosen. Und das (bildhafte) "Beklagen" des Heute, wo die gesellschaftliche und auch emotionale Kälte Einzug gehalten hat.
Das Werk ist sehr auf Bildhaftigkeit aufgebaut, die genug Raum für eigene Kopfbilder lassen.
Ich mag den melacholischen Klang, der dem Werk inne ist.
Eine Kleinigkeit: Im zweiten Satz stolpere ich immer (beim Lautlesen) über das "die die", wäre "welche die" nicht weicher, flüssiger? Für mich kein inhaltliches, nur ein phonetischens Problem.
lg
Uwe
Werter Faun,
Es gehört ja zu meinen Erfahrungswerten, dass dir so ein Kommentar nicht sonderlich Freude bereitet. Ich fand den Text aber zu schön, um mich nicht näher damit auseinanderzusetzen. Was du mit meinen Fragen und Anregungen anfängst, ob du den Text daraufhin noch einmal näher anschaust, oder nicht, bleibt natürlich wie immer dir überlassen. Vielleicht gärt ja noch was nach, .-) auch bezüglich Ferdis Ansatz.
Allerliebst :o)
Flora
Hallo Amanita,
Und solange der Autor keine zusätzliche Variante ins Kopfposting stellt, gibt es für mich auch keine, sondern eben "nur" den Text des Autors und darunter Kommentare und Anregungen, Fragen, Impulse, unterschiedliche Sichtweisen ...
Liebe Grüße
Flora
Ja? Ist das tatsächlich so?Wenn ich all die Anregungen aufnähme, entstünden mindestens drei völlig neue Texte (von denen keiner mehr das beinhaltete, was bei der Niederkunft durch mich floss).
Du klöppelst also fließend. :o))Den Satz hatte ich tatsächlich zuerst, und den Rest habe ich dann davor geklöppelt :o).
Es gehört ja zu meinen Erfahrungswerten, dass dir so ein Kommentar nicht sonderlich Freude bereitet. Ich fand den Text aber zu schön, um mich nicht näher damit auseinanderzusetzen. Was du mit meinen Fragen und Anregungen anfängst, ob du den Text daraufhin noch einmal näher anschaust, oder nicht, bleibt natürlich wie immer dir überlassen. Vielleicht gärt ja noch was nach, .-) auch bezüglich Ferdis Ansatz.
Warum sollte man gerade im Publicus den Text nicht auch auf Textebene sezieren und analysieren?Das ist aber auch mein Fehler; ursprünglich wollte ich das Gedicht in den Publicus stellen, da ich an dieser sezierenden und rein textanalytischen Form der Besprechung im Grunde gar nicht (mehr) interessiert bin. Ich werde das in Zukunft auch wirklich beherzigen, um da etwaigen Missverständnissen vorzubeugen.
Allerliebst :o)
Flora
Hallo Amanita,
Für mich macht das ehrlich gesagt keinen Unterschied, beides kann für eine gemeinsame Betrachtung und ein tieferes Verständnis (oft auch dahingehend, warum es eben für den Autor genau so sein muss) auf beiden Seiten hilfreich sein und eine Reibungsfläche bieten. Aber wurden hier denn ganze Passagen umgeschrieben? Ich finde es immer am besten, so etwas im konkreten Fall anzusprechen, den Kommentierenden darauf hinzuweisen und dann aber auch zu begründen, warum man der Ansicht ist, dass es nicht im Sinne des Gedichtes/Autors scheint, sich mit den Vorschlägen/Anregungen/Möglichkeit/Variationen auseinanderzusetzen. Ich kann mich aber erinnern, dass du kürzlich recht brüskiert reagiert hast, (schien mir jedenfalls so) als ich etwas in die Richtung angesprochen hatte und mir geantwortet hast:ich möchte unterscheiden zwischen dem "Abklopfen" einzelner Wörter, Satzzeichen etc. und dem Umschreiben ganzer Passagen (auch wenn das immer nur als Vorschlag gemeint ist). Letzteres stört mich auch mitunter gewaltig, weil es m. E. selten im Sinne des Gedichtes ist, sondern eine (zwar probate, aber:) Variante.
Ja.Amanita hat geschrieben:Ob ein Vorschlag irgendwie nützlich ist, entscheidet nur der Autor!
Und solange der Autor keine zusätzliche Variante ins Kopfposting stellt, gibt es für mich auch keine, sondern eben "nur" den Text des Autors und darunter Kommentare und Anregungen, Fragen, Impulse, unterschiedliche Sichtweisen ...
Liebe Grüße
Flora
Das ist das Schöne an der Sprache, dass ein Wort schöner und wahrer sein kann als das, was es beschreibt. (Meir Shalev)
Hallo Flora, das war jetzt - scheint mir - doch aus einem bestimmten Zusammenhang genommen. Wie mein Statement hier auch eine Reaktion auf Thomas' Äußerung ist, dass er die Kommentare eher nicht anregend findet. So sehe ich das nicht, ich finde es doch hilfreich, wenn ein anderes Wort, eine andere Wendung irgendwo vorgeschlagen wird.
Während ich, s. o., das Umschreiben/ -ändern längerer Teile nicht so gut finde (ohne mich irgendwie "betroffen" zu fühlen). Das kommt nicht oft vor, ich wollte das auch nicht weiter monieren, nur eine Grenze ziehen zwischen dem Polieren einer Stelle und massiven Änderungen.
Während ich, s. o., das Umschreiben/ -ändern längerer Teile nicht so gut finde (ohne mich irgendwie "betroffen" zu fühlen). Das kommt nicht oft vor, ich wollte das auch nicht weiter monieren, nur eine Grenze ziehen zwischen dem Polieren einer Stelle und massiven Änderungen.
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