lisa
cafe carina, wien, im mai
zuerst
saß da dieses arschloch
der hocker mit der jacke
sei besetzt sagte er
und ich ging
woanders hin
dann kam sie
sagte drrrei neunzisch
und die nacht war
blass und samtbraun
berühre ihr kleines muttermal
über der oberlippe
atme ihren flaum
ahne ihre brust
schenke ihr
19 oder 21 weiße lilien
und knie nieder vor ihr
um mein geld vom boden aufzuheben
sie lacht mich an und aus
ich grinse blöd
und bestell
direkt noch eins
dann ist
der hocker mit dem arschloch
plötzlich frei
für mich
die band spielt
völligen mist zusammen
aber sie
sie lächelt
lisa
- Thomas Milser
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Menschheit, Du hattest von Anfang an nicht das Zeug dazu... (Charles Bukowski)
"mit dem arschloch" ist aber auch schwierig, weil es ja mittlerweile ein "hocker ohne arschloch" ist.
dann ist der arschloch-hocker (Hm, ziemlich missverständlich) der hocker des arschlochs (arrggh, ein gräßlicher Genitiv)
Schwierig, Tom, das hast Du noch ne Nuss zu knacken, scheint mir.
Immer, wenn ich den Text lese, habe ich auch den Eindruck, dass mit dieser Strophe etwas noch nciht ganz stimmt, ich komme aber nicht drauf, was es ist...
Ich denke weiter nach.
Liebe Grüße
leonie
dann ist der arschloch-hocker (Hm, ziemlich missverständlich) der hocker des arschlochs (arrggh, ein gräßlicher Genitiv)
Schwierig, Tom, das hast Du noch ne Nuss zu knacken, scheint mir.
Immer, wenn ich den Text lese, habe ich auch den Eindruck, dass mit dieser Strophe etwas noch nciht ganz stimmt, ich komme aber nicht drauf, was es ist...
Thomas Milser hat geschrieben:dann kam sie
sagte drrreineunzisch
und die nacht war
blass und samtbraun
Ich denke weiter nach.
Liebe Grüße
leonie
Vielen Dank, Leonie, dass Du mir die Augen für die korrekte Sicht der Dinge geöffnet hast!
Dir, vielen Dank, Thomas, dass Du so erklärungsfreudig auf meine Einlassung reagiert hast! So kann ich mir vieles sehr viel besser vorstellen. Du liebst ja die Lücken in Texten - aber hier war offenbar eine zu groß für mich.
Und Dir, Pjotr, herzlichen Dank dafür, dass Du erkannt hast: Egal ob am Tisch oder an der Bar, es geht um zwei Sitzgeräte!
Ich hätte eine Weiterentwicklung des Minidrehbuchs vorzuschlagen, die das Zweisitzeproblem auffangen und lösen könnte. Wie wäre es, wenn der Erzähler, sobald das Arschloch weg ist, dessen Platz einnimmt - und über den nun auch frei gewordenen zweiten Hocker seine Jacke breitet? Warum sollte er besser sein als das Arschloch?
Ich mache keinen Textvorschlag, weil ich die an Altmeister Bukowski geschulte "ruppige" Ausdrucksweise von Thomas einfach nicht drauf hab.
Gruß
Quoth
Dir, vielen Dank, Thomas, dass Du so erklärungsfreudig auf meine Einlassung reagiert hast! So kann ich mir vieles sehr viel besser vorstellen. Du liebst ja die Lücken in Texten - aber hier war offenbar eine zu groß für mich.
Und Dir, Pjotr, herzlichen Dank dafür, dass Du erkannt hast: Egal ob am Tisch oder an der Bar, es geht um zwei Sitzgeräte!
Ich hätte eine Weiterentwicklung des Minidrehbuchs vorzuschlagen, die das Zweisitzeproblem auffangen und lösen könnte. Wie wäre es, wenn der Erzähler, sobald das Arschloch weg ist, dessen Platz einnimmt - und über den nun auch frei gewordenen zweiten Hocker seine Jacke breitet? Warum sollte er besser sein als das Arschloch?
Ich mache keinen Textvorschlag, weil ich die an Altmeister Bukowski geschulte "ruppige" Ausdrucksweise von Thomas einfach nicht drauf hab.
Gruß
Quoth
Barbarus hic ego sum, quia non intellegor ulli.
Hallo Tom,
für mich ist der Text szenisch auch noch nicht ganz ausgefeilt. Er setzt vieles voraus, als wäre der Leser dabei gewesen, oder würde zumindest deine Kneipengewohnheiten kennen. Hier mal ein paar kleine Mäkeleien.
Ähm wohin? In die nächste Kneipe?
Ähnlich wie Quoth frage ich mich, warum er überhaupt auf den Hocker will, wenn sie doch wohl woanders bedient? Da fehlt für mich schon im Text ein Anhaltspunkt.)
Insgesamt reißt mich der Text aber auch nicht vom Hocker .-) und gegen kniende Mitte finde ich ihn dann auch ein büschen arg abgenutzt.
Liebe Grüße
Flora
für mich ist der Text szenisch auch noch nicht ganz ausgefeilt. Er setzt vieles voraus, als wäre der Leser dabei gewesen, oder würde zumindest deine Kneipengewohnheiten kennen. Hier mal ein paar kleine Mäkeleien.
und ich ging
woanders hin
Ähm wohin? In die nächste Kneipe?
Ich las immer dreiundneunzig und dachte, das wäre eine Frage nach dem Alter :o)) vielleicht könnte man da "Euro" einfügen?dann kam sie
sagte drrreineunzisch
blass und braun? "blass" hat für mich eher einen negativen, ungesunden Beigeschmack. Mmmh, er ist blass, sie samtbraun? Aber warum dann die Nacht? Da würde ich lieber etwas Sensorisches lesen, oder etwas wie "heiser"?und die nacht war
blass und samtbraun
Eins was?sie lacht mich an und aus
ich grinse blöd
und bestell
direkt noch eins
Zur Hockerproblematik wurde ja schon geschrieben. Abgesehen davon, dass ein Arschloch für mich im Text völlig ausreicht, habe ich auch noch nie einen Hocker mit Arschloch gesehen.dann ist
der hocker mit dem arschloch
Ähnlich wie Quoth frage ich mich, warum er überhaupt auf den Hocker will, wenn sie doch wohl woanders bedient? Da fehlt für mich schon im Text ein Anhaltspunkt.)
Insgesamt reißt mich der Text aber auch nicht vom Hocker .-) und gegen kniende Mitte finde ich ihn dann auch ein büschen arg abgenutzt.
Liebe Grüße
Flora
Das ist das Schöne an der Sprache, dass ein Wort schöner und wahrer sein kann als das, was es beschreibt. (Meir Shalev)
- Thomas Milser
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Herr Pjotr haben mal wieder ein gutes Auge.
Ich hatte sowas ähnliches auch zuerst, habs aber dann gottweißwarum geändert. Ich entscheide mich für die vierte/ursprüngliche Lösung, adnn bleibts im Vierzeilermaß.
So, alle Unklarheiten beseitigt? :o)
Ich hatte sowas ähnliches auch zuerst, habs aber dann gottweißwarum geändert. Ich entscheide mich für die vierte/ursprüngliche Lösung, adnn bleibts im Vierzeilermaß.
So, alle Unklarheiten beseitigt? :o)
Menschheit, Du hattest von Anfang an nicht das Zeug dazu... (Charles Bukowski)
- Thomas Milser
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Oh Flora, du hast dich zwischengemogelt :o)
Ich weiß aber echt nicht, wie ich das alles im Text erläutern soll.
'Eins' ist natürlich Bier, 'Euro' sagt kein Mensch (weil Rappen oder Dukaten nicht gängiges Zahlungsmittel sind), drrreineunzisch ist slavisch dialektet, 'blass' ist ein Schönheitsideal bei braunhaarigen Frauen, und die Hockergeschichte hammwer geklärt. Dass 'woanders' innerhlalb der Kneipe bleibt, ergibt sich doch aus dem Fortgang der Geschichte? Und im Text kommen definitiv ZWEI Arschlöcher vor ...
Ist denn das ehrerbietige Niederknien vor einer Frau - was sich aber auch gleichzeitig als bloßes Geldaufheben erweist - so abgelutscht? Na, also ich fands lustig. Ist auch wie immer ein Tatsachenbericht. Vielleicht muss man notgeiler Kneipengänger sein, um das sofort zu brillern?
Vielleicht setze ich wirklich zuviel Mitdenken/-wissen/-ahnen voraus, ich bin da befangen. Und sobald ich anfange zu erklären, wirds für mich noch unrunder. Oder aber:
Vielleicht fange ich das Ding nochmal von vorne an ...
Oh Quoth, dich hatte ich übersehen. Tja, sicher könnte ich jetzt auch meine Jacke über den anderen freien Stuhl hängen, aber 1. habe ich das seinerzeit nicht gemacht (bin ja auch kein Arschloch, jedenfalls nicht aus diesem Grund) und 2. schreibe ich ja immer die Wahrheit :o)
Und was habt Ihr eigentlich immer mit Eurem Bukowski?
Euer Hank.
Ich weiß aber echt nicht, wie ich das alles im Text erläutern soll.
'Eins' ist natürlich Bier, 'Euro' sagt kein Mensch (weil Rappen oder Dukaten nicht gängiges Zahlungsmittel sind), drrreineunzisch ist slavisch dialektet, 'blass' ist ein Schönheitsideal bei braunhaarigen Frauen, und die Hockergeschichte hammwer geklärt. Dass 'woanders' innerhlalb der Kneipe bleibt, ergibt sich doch aus dem Fortgang der Geschichte? Und im Text kommen definitiv ZWEI Arschlöcher vor ...
Ist denn das ehrerbietige Niederknien vor einer Frau - was sich aber auch gleichzeitig als bloßes Geldaufheben erweist - so abgelutscht? Na, also ich fands lustig. Ist auch wie immer ein Tatsachenbericht. Vielleicht muss man notgeiler Kneipengänger sein, um das sofort zu brillern?
Vielleicht setze ich wirklich zuviel Mitdenken/-wissen/-ahnen voraus, ich bin da befangen. Und sobald ich anfange zu erklären, wirds für mich noch unrunder. Oder aber:
Vielleicht fange ich das Ding nochmal von vorne an ...
Oh Quoth, dich hatte ich übersehen. Tja, sicher könnte ich jetzt auch meine Jacke über den anderen freien Stuhl hängen, aber 1. habe ich das seinerzeit nicht gemacht (bin ja auch kein Arschloch, jedenfalls nicht aus diesem Grund) und 2. schreibe ich ja immer die Wahrheit :o)
Und was habt Ihr eigentlich immer mit Eurem Bukowski?
Euer Hank.
Menschheit, Du hattest von Anfang an nicht das Zeug dazu... (Charles Bukowski)
- Thomas Milser
- Beiträge: 6069
- Registriert: 14.05.2006
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Es ist echt ein Kreuz im Moment:
Die Hälfte der Leute findets gut, was ich rausrotze, die anderen stehen da mit nem Riesen-? überm Kopf.
Was soll ich machen? Mir ist im Moment nach Verdichtung und Weglassen, und da passt kein Erzähl- und Erklärbär rein. Wenn ich nur noch im Publicus schröbe, ging mir allerdings auch manch nützlicher Hinweis flöten. Schreibe ich im Forum, und ändere nix an den Texten, bin ich der Sepp.
Sepp äh ... Tom.
Die Hälfte der Leute findets gut, was ich rausrotze, die anderen stehen da mit nem Riesen-? überm Kopf.
Was soll ich machen? Mir ist im Moment nach Verdichtung und Weglassen, und da passt kein Erzähl- und Erklärbär rein. Wenn ich nur noch im Publicus schröbe, ging mir allerdings auch manch nützlicher Hinweis flöten. Schreibe ich im Forum, und ändere nix an den Texten, bin ich der Sepp.
Sepp äh ... Tom.
Menschheit, Du hattest von Anfang an nicht das Zeug dazu... (Charles Bukowski)
Versuch bloß keinen Kompromiss zu machen, nur um 100% der Menschheit zu erreichen. Wer diesen Stil ohnehin grundsätzlich nicht mag, muss nicht auch noch mit einem Kompromiss bedient werden, um dann wenigstens 25% Gefallen daran zu finden.
...
Nachdem der Hocker unfrei war, ging er woanders hin. Mir war beim Lesen intuitiv klar, dass er in der Kneipe blieb. Intuitiv vielleicht deshalb, weil ich selbst wegen so etwas nicht gleich die Kneipe verlassen würde.
...
Blass und samtbraun verstehe ich sofort als Schönheitsideal (sieht auch wirklich geil aus), weil die vorausgehenden Zeilen leidenschaftlich darauf hinführen, andernfalls wäre es paradox.
...
drrrei neunzisch -- auseinander wäre leserlicher.
...
Nachdem der Hocker unfrei war, ging er woanders hin. Mir war beim Lesen intuitiv klar, dass er in der Kneipe blieb. Intuitiv vielleicht deshalb, weil ich selbst wegen so etwas nicht gleich die Kneipe verlassen würde.
...
Blass und samtbraun verstehe ich sofort als Schönheitsideal (sieht auch wirklich geil aus), weil die vorausgehenden Zeilen leidenschaftlich darauf hinführen, andernfalls wäre es paradox.
...
drrrei neunzisch -- auseinander wäre leserlicher.
- Thomas Milser
- Beiträge: 6069
- Registriert: 14.05.2006
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Uff ... danke, Pjotr ... erstens für alles (ich KANN also verstanden werden, es liegt nicht unbedingt an meiner verkürzten Wahrheit?), und zweitens für die drrrei neunzisch. Das ist schon der zweite gute Tipp, weswegen ich dann doch lieber im Forum bleibe :o)
'Intuitiv' trifft es wirklich gut, sowohl das Geben wie das Nehmen. Da es ja verschiedene Erfahrungsschätze gibt, kann wohl auch nicht jede Information des Senders gleichbedeutend vom Empfänger gelesen werden. Funkstörung quasi, oder unterschiedliche Frequenzbereiche ...
Tom
'Intuitiv' trifft es wirklich gut, sowohl das Geben wie das Nehmen. Da es ja verschiedene Erfahrungsschätze gibt, kann wohl auch nicht jede Information des Senders gleichbedeutend vom Empfänger gelesen werden. Funkstörung quasi, oder unterschiedliche Frequenzbereiche ...
Tom
Menschheit, Du hattest von Anfang an nicht das Zeug dazu... (Charles Bukowski)
Hallo Tom,
du müsstest ja gar nicht erklären, sondern eben nur bebildern, zeigen, statt voraussetzen. Wo ist woanders... an einem Tisch, oder lehnt er sich an die Wand... sitzt er, oder steht er, als sie drrrrei neunzig sagt? Warum will sie überhaupt Geld von ihm, ich habe gar nicht mitbekommen, dass er überhaupt etwas bestellt, bzw. getrunken hat... steht sie auch hinter der Theke, also kommt er ihr näher durch den Hocker... lauter so Kleinigkeiten, die mir einfach für einen Film fehlen. Und ich denke das wäre jetzt auch nicht so schwierig das im Tomschen Stil einzubauen?
Blass und braun... ähm gut, in Zukunft nehme ich das als Kompliment wenn jemand zu mir sagt, ich würde aber blass aussehen. :o) Samtbraun würde ich aber trotzdem eher mit Haut, als Haaren assoziieren.
Liebe Grüße
Flora
du müsstest ja gar nicht erklären, sondern eben nur bebildern, zeigen, statt voraussetzen. Wo ist woanders... an einem Tisch, oder lehnt er sich an die Wand... sitzt er, oder steht er, als sie drrrrei neunzig sagt? Warum will sie überhaupt Geld von ihm, ich habe gar nicht mitbekommen, dass er überhaupt etwas bestellt, bzw. getrunken hat... steht sie auch hinter der Theke, also kommt er ihr näher durch den Hocker... lauter so Kleinigkeiten, die mir einfach für einen Film fehlen. Und ich denke das wäre jetzt auch nicht so schwierig das im Tomschen Stil einzubauen?
Blass und braun... ähm gut, in Zukunft nehme ich das als Kompliment wenn jemand zu mir sagt, ich würde aber blass aussehen. :o) Samtbraun würde ich aber trotzdem eher mit Haut, als Haaren assoziieren.
Ja.Ist denn das ehrerbietige Niederknien vor einer Frau - was sich aber auch gleichzeitig als bloßes Geldaufheben erweist - so abgelutscht?
Das ist dann aber auch Insiderwissen.Und im Text kommen definitiv ZWEI Arschlöcher vor ...
Liebe Grüße
Flora
Das ist das Schöne an der Sprache, dass ein Wort schöner und wahrer sein kann als das, was es beschreibt. (Meir Shalev)
Hallo Tom,
also ich les an dem Text - *so als Frau* ;), und wenn ich mal alle Tom-Liebhab-Streicheleien, die sich auch in diesem Faden hier häufen, weglasse:
Arschloch + Arschloch ergibt noch keinen guten Text.
Die Szene:
Angetrunkener Mann betritt eine Kneipe
lässt sich nerven von anderem angetrunkenen Mann
aber auf die defensive Art: verzieht sich außerhalb Reichweite des anderen Angetrunkenen,
um in Ruhe den halbfertigen Zustand (angetrunken) zu vollenden (in richtig betrunken)
hat sich dann die Kellnerin/Keeperin so schön volltrunken schön getrunken mit vor Alkohol und defensiver Geilheit überlaufenden Augen, die er in nüchternem Zustand vermutlich nicht mal anzuschauen wagte. So jedoch: glotzt er, nervig.
Die Kellnerin lächelt professionell weiter, was bleibt ihr anderes übrig, es ist ihr Job, sich von ange- bis betrunkenen Egozentrikern, anstarren zu lassen
Der betrunkene Glotzer - schreibt mit, wie er betrunken glotzt.
Haupaussage: Der Ich-Erzähler findet die Kellnerin toll, findet außerdem alle, die ihn nicht sofort toll finden (der mit dem Hocker) doof, außerdem säuft er.
Fazit: langweilig.
Noch ein Fazit: Der Text wirkt auf mich wie der Versuch eines Realismus, gescheitert an (ersäuft in) der eigenen Sentimentalität
Und als Zugabe ne ganz subjektive Feststellung: Alkohol als literarischer Hauptgegenstand reißt mich irgendwie nicht - vom Barhocker - bleibt auch aufgeschrieben halt, *gähn* nur Saufen
nichts für ungut
klara
also ich les an dem Text - *so als Frau* ;), und wenn ich mal alle Tom-Liebhab-Streicheleien, die sich auch in diesem Faden hier häufen, weglasse:
Arschloch + Arschloch ergibt noch keinen guten Text.
Die Szene:
Angetrunkener Mann betritt eine Kneipe
lässt sich nerven von anderem angetrunkenen Mann
aber auf die defensive Art: verzieht sich außerhalb Reichweite des anderen Angetrunkenen,
um in Ruhe den halbfertigen Zustand (angetrunken) zu vollenden (in richtig betrunken)
hat sich dann die Kellnerin/Keeperin so schön volltrunken schön getrunken mit vor Alkohol und defensiver Geilheit überlaufenden Augen, die er in nüchternem Zustand vermutlich nicht mal anzuschauen wagte. So jedoch: glotzt er, nervig.
Die Kellnerin lächelt professionell weiter, was bleibt ihr anderes übrig, es ist ihr Job, sich von ange- bis betrunkenen Egozentrikern, anstarren zu lassen
Der betrunkene Glotzer - schreibt mit, wie er betrunken glotzt.
Haupaussage: Der Ich-Erzähler findet die Kellnerin toll, findet außerdem alle, die ihn nicht sofort toll finden (der mit dem Hocker) doof, außerdem säuft er.
Fazit: langweilig.
Noch ein Fazit: Der Text wirkt auf mich wie der Versuch eines Realismus, gescheitert an (ersäuft in) der eigenen Sentimentalität
Und als Zugabe ne ganz subjektive Feststellung: Alkohol als literarischer Hauptgegenstand reißt mich irgendwie nicht - vom Barhocker - bleibt auch aufgeschrieben halt, *gähn* nur Saufen
nichts für ungut
klara
Hi Tom,
ich könnt' mich ja wegschmeißen über die Kommentare hier:
keene Sorge, Tom. Ich hab das gleich gebrillert. Und der Film, der da abläuft, lief auch bei mir ab. Ich würde das jetzt genau so lassen, wie du es oben stehen hast.
Skål!
Mucki
ich könnt' mich ja wegschmeißen über die Kommentare hier:
Thomas Milser hat geschrieben:Es waren ja nachher beide Hocker frei, weil Arschloch samt Jacke abgezogen war.
Thomas Milser hat geschrieben:Mir gefiel das (selbstkritische) Wortspiel, was Scarlett schon bemerkte, dass für MICH der Hocker des ARSCHLOCHS frei wurde, ich mich quasi zum Arschlochnachfolger qualifiziert hatte
Pjotr hat geschrieben:Dieses "wieder" kann sich logischerweise nur auf den Jackenhocker beziehen, weil zu Beginn das Ich nur den Jackenhocker wollte.
Pjotr hat geschrieben:Der zweite Vorschlag ("wird") löst auch das Paradoxon des bearschlochten und zugleich unbearschlochten Hockers: Er "wird" frei.
leonie hat geschrieben:"mit dem arschloch" ist aber auch schwierig, weil es ja mittlerweile ein "hocker ohne arschloch" ist.
dann ist der arschloch-hocker (Hm, ziemlich missverständlich) der hocker des arschlochs
Quoth hat geschrieben:Und Dir, Pjotr, herzlichen Dank dafür, dass Du erkannt hast: Egal ob am Tisch oder an der Bar, es geht um zwei Sitzgeräte!
Flora hat geschrieben:Zur Hockerproblematik wurde ja schon geschrieben. Abgesehen davon, dass ein Arschloch für mich im Text völlig ausreicht, habe ich auch noch nie einen Hocker mit Arschloch gesehen.
Flora hat geschrieben:Insgesamt reißt mich der Text aber auch nicht vom Hocker .-)
Thomas Milser hat geschrieben:Vielleicht muss man notgeiler Kneipengänger sein, um das sofort zu brillern?
keene Sorge, Tom. Ich hab das gleich gebrillert. Und der Film, der da abläuft, lief auch bei mir ab. Ich würde das jetzt genau so lassen, wie du es oben stehen hast.
Skål!
Mucki
Ich habs auch gleich gebrillert, obwohl ich kein notgeiler Kneipengänger bin. Ich finde die Auslassungen nicht schlimm, das ergänzt doch die Phantasie des Lesers. Und: mir gefällt die Niederknien-Strophe, weil sie diese hübsche Wendung ins Profane hat. Es sind eben keine Lilien, sondern nur das runtergefallene Geld...Das aber vermutlich runterfiel, weil lyrIch deutlich irritiert ob der ihm begegnenede Worte und der dahinterstehenden Schönheit war.
Wie wäre denn: Da wurde die nacht blass Das wäre schön doppeldeutig...
Mucki, geniale Idee, diese Zusammenstellung, ich lache mich gerade schlapp...
leo
Wie wäre denn: Da wurde die nacht blass Das wäre schön doppeldeutig...
Mucki, geniale Idee, diese Zusammenstellung, ich lache mich gerade schlapp...
leo
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