Ich weiß es nicht, wann man vernünftig wird

Bereich für Texte mit lyrischem Charakter: z.B. Liebeslyrik, Erzählgedichte, Kurzgedichte, Formgedichte, Experimentelle Lyrik sowie satirische, humorvolle und natürlich auch kritische Gedichte
Louisa

Beitragvon Louisa » 26.08.2010, 14:41

Pardon, wann soll das denn beginnen,
abgezählte Zigaretten und Wein
für die Gesundheit, ein
Mann so tadellos wie Tannen

Ich schwimm im Rausch dunklen Riesenrochen
hinterher und such nach Explosionen
deiner Blicke tief im Meer –

Und morgen werd ich´s schon vergessen haben,
vielleicht spüre ich noch Rochenstachel
in den Rippen und ich schmecke noch die Kippen,
neben mir ein Mann so wild wie Cocapflanzen…

Pardon, wann hört man auf zu tanzen
wenn es später wird und richtet sich
nach Öffnungszeiten, wann will man
nicht mehr auf Kamelen durch den Zirkus reiten?

Ich weiß es nicht, wann man vernünftig wird
und wenn ich’s wusste hab ich’s schon vergessen,
ich will mit einem lauter unbekannte Tiere essen
und alles was ich lernte kann verrecken -

Weil wir in einer Riesenhand voll Tagen
von all dem Wissen nichts mehr haben,
aber liegen will ich dann in deinen Armen
unter Tempelblumen schlafen, sicherlich
mit einem Kater.

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fenestra
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Beitragvon fenestra » 05.09.2010, 19:23

Sehr weise gesprochen, Rabe!
(im Ernst!)

Louisa

Beitragvon Louisa » 06.09.2010, 07:22

Guten Morgen!

Ich finde auch, dass Quoth es spannend formuliert hat... Manchmal denke ich aber auch, dass Vernunft und Unvernunft zwei dermaßen große und weitgefasste Begriffe sind, dass man so viele Bedeutungen in sie legen kann um so am Ende kaum noch zu wissen welche Bedeutung nun die Passende ist....

Wie schön, dass ich auch noch andere zur Unvernunft motivieren konnte, Leonie :smile: !!!

Ich werde das mit dem Fleisch vielleicht ändern, Fenestra... ich schaue es mir heute Nachmittag noch einmal an...

Schönen Tag euch allen!
l

Quoth
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Beitragvon Quoth » 06.09.2010, 13:44

Autorinnen, denen Deine Philosophie gefallen hätte: Else Lasker-Schüler, Fanny Gräfin zu Reventlow.
Barbarus hic ego sum, quia non intellegor ulli.

Louisa

Beitragvon Louisa » 06.09.2010, 15:59

Die zweite kenne ich gar nicht :eek: ... Ja, Else ist super! Ich lasse sie vielleicht im Roman Opium rauchen ... bisher isst sie nur Gummibärchen :pfeifen: ....

Quoth
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Beitragvon Quoth » 06.09.2010, 20:00

Fanny (oder Franziska) zu Reventlow, fast alle ihre Werke sind bei amazon zu haben. Ihre satirische Ader müsste Dir gefallen. Else Lasker-Schüler war nur zwei Jahre älter, hat sie aber um 27 Jahre überlebt.
Gruß
Quoth
Barbarus hic ego sum, quia non intellegor ulli.

Louisa

Beitragvon Louisa » 06.09.2010, 22:13

...ich kenne sie doch, haha...

Quoth
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Beitragvon Quoth » 07.09.2010, 11:11

Ich wollte mich auch schon sehr wundern ... Sie ist doch die Säulenheilige aller Bohèmiennes! Da sie schon lange genug tot ist, stehen ihre Texte auch im Netz.
Barbarus hic ego sum, quia non intellegor ulli.

Max

Beitragvon Max » 11.09.2010, 21:11

Liebe Louisa,

auch wenn man an dem Text hier und da herumkritteln, aber ich denke, das macht ihn nicht besser, vielleicht sogar schlechter. Für mich hat der Texte eine große Frische, wobei ich ihn - warum auch immer - von dir gelesen höre. Ich würde daher alles so lassen.

Die Antwort, auf die implizite Frage des Textes ist: Du wirst es nicht merken, wenn es beginnt, nur irgendwann stellst Du erstaunt fest, dass Du anders lebst als ein paar Jahre zuvor.

Liebe Grüße
Max

Louisa

Beitragvon Louisa » 12.09.2010, 10:38

Hallo Max!

Wenn ich ihn lese höre ich ihn auch von mir gelesen :mrgreen: !

Momentan habe ich noch keine Veränderung feststellen können... :smile:

:blumen:
l


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