Warum der Bach fließt

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Last

Beitragvon Last » 24.09.2006, 13:12

Wie lange brütet der Bach
auf seinen Eiern
bis er merkt,
dass es Steine sind?

Immer neue Tröpfchen
hüpfen
in seinem Bett.

lichelzauch

Beitragvon lichelzauch » 27.09.2006, 12:45

Hallo Last!

Dieser Text spricht mich einerseits sehr an. Das Frage nach dem Warum mit dieser Metapher beantworten, dass der Bach seine Eier (kranke Idee :mrgreen: ) ausbrüten will, aber eben nie merkt, dass es nur Steine sind, weil er immer "ein anderer" Bach ist (neue Tröpfchen) - dabei aber, und das ist das schöne, formulierst du das eben nicht so als Weisheit, sondern als Frage (und dazu noch nach der Zeit), wodurch für mich die Unauflösbarkeit der Warum-Frage irgendwie aufbewahrt bleibt (kann ich jetzt gerade nicht erklären, geht wahrscheinlich nicht... hängt irgendwie mit der "Schiefe" zwischen Titel, Frage und Antwort zusammen).


Eins hat mich aber gestört, und zwar die letzten Zeilen. Warum "hüpfen" und "Tröpfchen"? Soll das sozusagen die "Antwort" verkindlichen? Falls ja, muss ich sagen, dass das bei mir persönlich nur über die Analyse ankommt: kindliche Verniedlichungen benutzt --> Antwort soll "naive Weisheit" sein
Beim Lesen stellt sich das nicht bei mir ein... aber nun, funktioniert vielleicht bei anderen :smile:

Liebe Grüße,
lichelzauch

carl
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Beitragvon carl » 27.09.2006, 13:12

Hallo Last,

ich kann mich Lichelzauch voll und ganz anschließen!
Außer, dass ich's eine originelle Idee finde... Du musst ja ganz schön lange am Bach gesessen haben ;-)
Das Ganze hat für mich was von einem Koan...
Allerdings schließe ich mich auch Lichels Kritik an der letzten Strophe an:
Vielleicht kannst Du sie ganz streichen (auch wenn dabei das "Bett") verloren geht? Die Überschrift reicht eigentlich.

Liebe Grüße, Carl

Last

Beitragvon Last » 29.09.2006, 17:17

Hallo Lichelzauch, hallo Carl,

Warum "hüpfen" und "Tröpfchen"? Soll das sozusagen die "Antwort" verkindlichen? Falls ja, muss ich sagen, dass das bei mir persönlich nur über die Analyse ankommt: kindliche Verniedlichungen benutzt --> Antwort soll "naive Weisheit" sein

In gewisser Hinsicht ja, die Art der Beschäftigung damit ist naiv, dreist aber auch lebensfroh, verspielt.

Vielleicht kannst Du sie ganz streichen (auch wenn dabei das "Bett") verloren geht? Die Überschrift reicht eigentlich.

Ich persönlich halte die zweite Strophe für inhaltsreicher, vielleicht ist sie dadurch aber schon zu abgespaced, wie Lichel schon kritisierte. Werde darüber nachdenken.

LG
Last


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