sesshin
einen stein
mitten ins gesicht geworfen
wasserkreise bahnen ziehn
© hakuin
wasserkreise ihre bahnen ziehn => wasserkreise bahnen ziehn
sesshin
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Niko
sorry, hakuin.....
das macht irgendwie gar keinen sinn für mich. einen stein, den man ins gesicht wirft mag kreise ziehen. so hätte ich noch etwas herauslesen können. aber du schreibst ausdrücklich "wasserkreise", die dann bahnen ziehen. und sesshin? ist das eine gedichtsform wie ein senryû?
konfuse grüße: Niko
das macht irgendwie gar keinen sinn für mich. einen stein, den man ins gesicht wirft mag kreise ziehen. so hätte ich noch etwas herauslesen können. aber du schreibst ausdrücklich "wasserkreise", die dann bahnen ziehen. und sesshin? ist das eine gedichtsform wie ein senryû?
konfuse grüße: Niko
der text erinnert durch paradoxie an eine koan-übung, was auch der titel 'sesshin' kontextuell stützt.
als koan interpretiert, ist die konstruktionslogik dann einfach nachzuvollziehen - gegenüberstellung / überlagerung eines steinwurfs a) ins gesicht b) ins wasser - wobei durch 'mitten ins' (gesicht) und 'bahnen ziehn' (von wasserkreisen) die koantypischen 'vexierbilder' für den bildhaft erfassenden, aber linear operierenden verstand erzeugt werden: einerseits die vorstellung von durch steinwurf ausgelöstem 'bahnen ziehen' in einem getroffenen gesicht , andererseits die vorstellung eines 'aussermittig' in die durch ihn erzeugten ringwellen ins wasser geworfenen steines
(bzw. gegenüberstellung der bezüge/assoziationen gezielt = mittig = ungezielt = egal ob gezielt oder ungezielt = mittig / sowie einbindung von 'gesicht', 'bahnen ziehen' 'stein''wurf' usw. in diese assoziation)
- paradoxa, die genügend dichte erzeugen, um den verstand 'leerlaufen' zu lassen, falls er die real gestellte aufgabe einer lösungsfindung 'an sich zieht'.
aus zen-sicht ist eine solche interpretatorische erläuterung allerdings völlig wertlos, sie kann nur als gar nicht lösungsbezogen (reine analyse) oder als verstandesmäßige lösung gesehen werden, beides ist irrelevant.
synthese / lösung ist jedoch intuitiv zu schauen kann somit wiederum nicht teil einer textinterpretation sein.
als koan interpretiert, ist die konstruktionslogik dann einfach nachzuvollziehen - gegenüberstellung / überlagerung eines steinwurfs a) ins gesicht b) ins wasser - wobei durch 'mitten ins' (gesicht) und 'bahnen ziehn' (von wasserkreisen) die koantypischen 'vexierbilder' für den bildhaft erfassenden, aber linear operierenden verstand erzeugt werden: einerseits die vorstellung von durch steinwurf ausgelöstem 'bahnen ziehen' in einem getroffenen gesicht , andererseits die vorstellung eines 'aussermittig' in die durch ihn erzeugten ringwellen ins wasser geworfenen steines
(bzw. gegenüberstellung der bezüge/assoziationen gezielt = mittig = ungezielt = egal ob gezielt oder ungezielt = mittig / sowie einbindung von 'gesicht', 'bahnen ziehen' 'stein''wurf' usw. in diese assoziation)
- paradoxa, die genügend dichte erzeugen, um den verstand 'leerlaufen' zu lassen, falls er die real gestellte aufgabe einer lösungsfindung 'an sich zieht'.
aus zen-sicht ist eine solche interpretatorische erläuterung allerdings völlig wertlos, sie kann nur als gar nicht lösungsbezogen (reine analyse) oder als verstandesmäßige lösung gesehen werden, beides ist irrelevant.
synthese / lösung ist jedoch intuitiv zu schauen kann somit wiederum nicht teil einer textinterpretation sein.
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Niko
ich habe unter dem begriff sesshin folgendes gefunden:
http://www.zen-kokoro.de/Kurse.html
komme aber in dem zusammenhang nicht auf irgendeine parallele zu dem gedicht oder zu deinen erläuterungen, aram....
lieben gruß: Niko
http://www.zen-kokoro.de/Kurse.html
komme aber in dem zusammenhang nicht auf irgendeine parallele zu dem gedicht oder zu deinen erläuterungen, aram....
lieben gruß: Niko
hallo niko,
ebenfalls 'keine ahnung', habe bloß 'sesshin koan' gegoogelt und fand das stützt sich.
http://www.bodhidharmazendo.net/Sesshin1.html
"Sesshin" bezeichnet eine Zeit intensiver Praxis von Zazen, Rezitieren, Koan-Übung, formalen Mahlzeiten und täglichen Dharma-Vorträgen.
d.h. es gibt wörtliche und übertragene bedeutung des begriffes.
liebe grüße, aram
ebenfalls 'keine ahnung', habe bloß 'sesshin koan' gegoogelt und fand das stützt sich.
http://www.bodhidharmazendo.net/Sesshin1.html
"Sesshin" bezeichnet eine Zeit intensiver Praxis von Zazen, Rezitieren, Koan-Übung, formalen Mahlzeiten und täglichen Dharma-Vorträgen.
d.h. es gibt wörtliche und übertragene bedeutung des begriffes.
liebe grüße, aram
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Gast
Hakuin hat geschrieben:sesshin
einen stein
mitten ins gesicht geworfen
wasserkreise ihre bahnen ziehn
Hallo hakuin,
muss es denn :
wasserkreise ihre bahnen ziehn
heißen, oder wäre ein Umstellung möglich
wasserkreise ziehn ihre bahnen
ich finde die Vertauschung von Prädikat und Subjekt stört den Sprachfluss doch sehr...
Es ist für mich - und ich denke, da bin ich nicht allein, - ist es fast unmöglich einen Zugang, zu dieser fernöstlichen vom Zen geprägten Poesie zu bekommen.
Ganz banal könnt man natürlich auch den schluss aus dem Vers ziehen, dass sich auf der Wasseroberfläche halt ein gesicht gespiegelt hat, dann entsteht für mich zumindest ein deutbares Bild.
Dennoch gern gelesen und Dank arams Ausführungen meine blaase Ahnung eine wenig eingefärbt.
Ist das eine, deiner von der See mitgebrachten Impressionen?
Liebe Grüße
Gerda
siehe hierzu: http://de.wikipedia.org/wiki/Sesshin
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Hakuin
Ooooh, liebe Gerda
zu deinem vorschlag in: wasserkreise ziehe ihre bahn
fällt mir eine ähnlichkeit zum kommentar von max zu meinem gedicht "tau" auf.
dort schrieb ich: ...tau sich löst...
und die anregung war: tau löst sich...
zu gebrauchen.
es ist selbstloser, ohne wissen darum, dass es so ist. wasser ist sich dessen nicht bewusst, es MACHT es nicht.
vielleicht daher dieser stil zu schreiben.
...es ist eine impression aus eben diesem sesshin (was das ist hat aram bereits erl.), sie fasst das erlebte wie in einem tagebuch in einem lichtblitz zusammen. der ausgangspunkt war tatsächlich ein koan und das mehstündige meditieren in strenger form.
jaaaa und es ist doch ebenso erstaunlich die ebene zu wechseln und einfach ins wasser zu schauen und sich einen stein ins gesicht zu werfen mit eben diesem resultat.
grüß dich herzlich
hakuin
zu deinem vorschlag in: wasserkreise ziehe ihre bahn
fällt mir eine ähnlichkeit zum kommentar von max zu meinem gedicht "tau" auf.
dort schrieb ich: ...tau sich löst...
und die anregung war: tau löst sich...
zu gebrauchen.
es ist selbstloser, ohne wissen darum, dass es so ist. wasser ist sich dessen nicht bewusst, es MACHT es nicht.
vielleicht daher dieser stil zu schreiben.
...es ist eine impression aus eben diesem sesshin (was das ist hat aram bereits erl.), sie fasst das erlebte wie in einem tagebuch in einem lichtblitz zusammen. der ausgangspunkt war tatsächlich ein koan und das mehstündige meditieren in strenger form.
jaaaa und es ist doch ebenso erstaunlich die ebene zu wechseln und einfach ins wasser zu schauen und sich einen stein ins gesicht zu werfen mit eben diesem resultat.
grüß dich herzlich
hakuin
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