Sonnenuntergang

Bereich für Texte mit lyrischem Charakter: z.B. Liebeslyrik, Erzählgedichte, Kurzgedichte, Formgedichte, Experimentelle Lyrik sowie satirische, humorvolle und natürlich auch kritische Gedichte
königindernacht

Beitragvon königindernacht » 02.09.2006, 21:04

Sonnenuntergang

Die Sonne liegt im Weißdornbaum
dem Himmel müd` zu weichen
schmückt ihn mit einem Frühherbsttraum
in Farben ohnegleichen

Der Abend dankt für das Geschenk
legt langsam es danieder
dem Lauf des Tages eingedenk
schließt er ihm seine Lider

Gast

Beitragvon Gast » 03.09.2006, 12:28

königindernacht hat geschrieben:Sonnenuntergang

Die Sonne liegt im Weißdornbaum
dem Himmel müd` zu weichen


Liebe königindernacht,
Poesie pur, Naturromantik, l stimmungsvoll schön, die ich aber besser fände, wenn der Reim nicht wäre.

Z.2 verstehe ich nicht, fehlt mir da Fantasie oder ist da etwas unvollständig?

Du versuchst häufig durch zusammengesetzte Substantive, neue Worte zu schöpfen. Ich finde einige dieser Schöpfungen in anderen deiner Gedichte gut, teilweise auch außergwöhnlich, aber hier der Frühherbsttraum, kommt bei mir doch sehr gestelzt an.
Grundsätzlich beschweren Substantive und insbesondere Zusammensetzungen poetische Texte - Das ist jetzt nur ein allgemeiner Hinweis - nicht explizit auf dieses Gedicht bezogen, das nur dieses eine enthält.
Manchmal machen sich aber solche zusges. S. gut bis ausnehmend gut, wenn der gesamte ungereimte Text auch noch kleingeschrieben ist,.Erklären warum ich das so empfinde, kann ich nicht, aber aram hat das mit der Kleinschreibung auch schon mal bei einem meiner Texte angemerkt und konnte auch nicht sagen weshalb. :confused:
Auslassungen sollten nur in Ausnahmefaällen dazu dienen, die Metrik auf die Reihe zu bekommen (müd') -

Eine schönen Sonntag der hier sehr nass ist ;-)
Liebe Grüße
Gerda

Trixie

Beitragvon Trixie » 05.09.2006, 21:43

Hallo Kö!

Ich kann Gerda teilweise zustimmen, nämlich mit der Naturromantik und dem Substantiven im Allgemeinen. Mir geht es aber bei diesem - und den meisten deiner Gedichten - so, dass ich gerade den Reim und das damit wiegende wogende gleichmäßige geregelte Lesen sehr passend zum Thema finde. Hier fühle ich mich wie das erste Herbstblatt, dass wiegend wogend gen Boden schwebt, wenn ich lese. Dieses Gefühl ist unglaublich und kann, denke ich, nur mit Reim vermittelt werden. Zumindest bei mir. Wundervoll....

Träumerische Grüße
Trixie

königindernacht

Beitragvon königindernacht » 05.09.2006, 22:47

Liebe Trixie,

ich habe diesen Frühherbsttraum mit der im Weißdornbaum liegenden Sonne wirklich gesehen und auf einem Foto festgehalten, so ein besonderer Moment war das. Ich lief ganz allein über einen Weg, der von solchen Bäumen gesäumt war und konnte mich nicht satt sehen. Wie schön, dass du dies so mitempfinden kannst.

Liebe Gerda, in Zeile Zwei weicht die müde gewordene Sonne dem Himmel, geht unter. Du kennst von mir sowohl gereimte als auch ungereimte Texte- Ich probiere beide Formen immer wieder und neige gerade bei romantischen Naturbeschreibungen auch zum Reimen.

Du hast Recht, ich schöpfe gerne neue Worte und finde ihr verträumtes Stelzen (Frühherbsttraum, Morgenwindkränze...) halt poetisch. Dennoch finde ich deinen Einwurf berechtigt, immer genau zu prüfen, ob solche Wörter angebracht sind. Möge es bei diesem Textlein so sein,

herzlichst, KÖ


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