einleuchtend und leicht
was wir an hand der stille sagen
nicht das verstehen gibt das maß, das hören
dass sich oben von unsren worten nur steingebilde
ist nicht mangel des wortes
ist wahrheit der zeit
das verständliche täuscht darüber
dass wir nichts können als steinfiguren legen
erleben ist oben nur der steinkreis
drum sag ich mir vor
oben bleibt die nacht und der wind der zerstreut
weiter die unwegsamen berge
eines geht immer hindurch
das wort kennt diese welt nicht, heute nicht
nicht gestern, nicht morgen
ging immer hindurch
sag an der stille und es ist der tag
auch wenn nacht ist und gesichter
die nichts davon hören
natürlich was bleibt dir anderes als zu stolpern
links und rechts schlägt der gedanke an
dein blick, der auf alles fällt
aber dein sehen
immer unlängst die spur
auch wenn oben die worte zerbröckeln
zu den tausend jahren
im verfall ist benennung und hauch
wie hättest du nicht an jeder steinseite haus
Wie wäre denn zu sagen schwer
Lieber Peter,
Du hast uns lange warten lassen...
Ich bin mir auch nicht ganz sicher, ob ich Deinen Text wirklich "verstehe". Ich meine Themenkreise zu entdecken, mit denen Du Dich schon lange beschäftigst: Stille, Sprache, Wörter und ihre Möglichkeiten und Grenzen, den Ambivalenzen, die darin liegen und ausgelöst werden, dem, was unantastbar dahinter liegt.
Ich merke, dass der Text eine Menge in mir auslöst, dem ich noch nachgehen möchte.
Auf jeden Fall freue ich mich, dass Du "auftauchst"!
Liebe Grüße
leonie
Du hast uns lange warten lassen...
Ich bin mir auch nicht ganz sicher, ob ich Deinen Text wirklich "verstehe". Ich meine Themenkreise zu entdecken, mit denen Du Dich schon lange beschäftigst: Stille, Sprache, Wörter und ihre Möglichkeiten und Grenzen, den Ambivalenzen, die darin liegen und ausgelöst werden, dem, was unantastbar dahinter liegt.
Ich merke, dass der Text eine Menge in mir auslöst, dem ich noch nachgehen möchte.
Auf jeden Fall freue ich mich, dass Du "auftauchst"!
Liebe Grüße
leonie
-
Peter
Liebe Leonie,
interessant, diese Themenkreise; obwohl sie mir einerseits gleich einleuchten, könnte ich andrerseits gar nicht sagen, dass ich mich zumindest bewusst damit beschäftige. Thema ist für mich überhaupt ein sehr fraglicher Begriff, glaub ich mal; im Grunde weiß ich nicht, über was ich schreibe; ich hoffe immer, dass ich es morgen oder übermorgen weiß; im Grunde ist ja alles ungewiss, wer spricht, wo.
Wahrscheinlich auch Thema des Gedichtes:-)
Danke für deine Freude über mein Auftauchen.
Mit lieben Grüßen
Peter
interessant, diese Themenkreise; obwohl sie mir einerseits gleich einleuchten, könnte ich andrerseits gar nicht sagen, dass ich mich zumindest bewusst damit beschäftige. Thema ist für mich überhaupt ein sehr fraglicher Begriff, glaub ich mal; im Grunde weiß ich nicht, über was ich schreibe; ich hoffe immer, dass ich es morgen oder übermorgen weiß; im Grunde ist ja alles ungewiss, wer spricht, wo.
Wahrscheinlich auch Thema des Gedichtes:-)
Danke für deine Freude über mein Auftauchen.
Mit lieben Grüßen
Peter
Lieber Peter,
ja, vielleicht hätte ich sagen sollen, die ich meine, schon öfter entdeckt zu haben...
Es klingt manchmal so, als wärest Du Dir in der Stille gewisser über das, was du "sagst", als wenn Du es aussprichst. Als zerrinne es in dem Moment zwischen den Fingern (würde ich vielleicht sagen, Du drückst es im Steinbild aus).
Mich beschäftigt das Thema aus sehr, mehr in der Art, dass Worte immer unpräzise sind (Max, "altes Teleskop") und Verständigung daher gar nicht möglich.
Vielleicht ist das tiefere "Verstehen" nur in der Stille möglich. Wenn man verzichtet, es aussagen und danach greifen zu wollen?
Ich werde Dir hier vermutlich noch öfter etwas drunter schreiben...
Liebe Grüße
leonie
ja, vielleicht hätte ich sagen sollen, die ich meine, schon öfter entdeckt zu haben...
Es klingt manchmal so, als wärest Du Dir in der Stille gewisser über das, was du "sagst", als wenn Du es aussprichst. Als zerrinne es in dem Moment zwischen den Fingern (würde ich vielleicht sagen, Du drückst es im Steinbild aus).
Mich beschäftigt das Thema aus sehr, mehr in der Art, dass Worte immer unpräzise sind (Max, "altes Teleskop") und Verständigung daher gar nicht möglich.
Vielleicht ist das tiefere "Verstehen" nur in der Stille möglich. Wenn man verzichtet, es aussagen und danach greifen zu wollen?
Ich werde Dir hier vermutlich noch öfter etwas drunter schreiben...
Liebe Grüße
leonie
-
Peter
Liebe Leonie,
etwas verspätet, aber auch, weil ich ins Nachdenken kam, wie das nun eigentlich ist mit der Stille, warum mir die Worte darin aufgehobener scheinen als wenn sie ausgesprochen sind. Ich hab darüber nachgedacht bzw. auf merkwürdige Weise davon geträumt. Was ich noch weiß: um Linien ging es, dann um eine seltsame "Schweige-Perle"; beides einem Grund-Gedanken nach, dass die Äußerung eine Art Gefährdung für den Ausdruck sei; bzw. dass der Ausdruck sich stets zurücksuche aus einer Zerstreuung hin zu seiner immer ursprünglichen Dichte. Auch das Ungefähre kam vor: Einmal als die Umweggigkeit, die sich entfernt; einmal als die Umwegigkeit, die sich nähert. Sie war zweimal zu verwenden oder stand einmal als das, was sich gegen das Wort stellt, und einmal als das, was hilft, sich dem Wort wieder zu nähern; einmal als Abwege; einmal als Flucht-zurück-Wege.
Also so ging mein Traum! Schwer, das ganz in Worte zu fassen. Am Sinnfälligsten die Schweige-Perle. Sie hatte diesen Inbegriff einer Losigkeit und einer Vergängnis, das Staub-Sand-Korn, so im Traum, aufgebaut zu dieser Rundheit, die zwar einerseits vollkommen, aber in ihrer Vollkommenheit auch ganz geschlossen wirkte, undurchdringlich zu ihrer vergänglichen Ursache, und dadurch so still und gar nicht mehr menschlich; gar nicht mehr ausgerichtet, sich mitzuteilen; sie barg sich gewissermaßen selbst. Eine solche Umkehr scheint es mir zu geben am Wort.
Mit lieben Grüßen,
Peter
Lieber Hannes,
danke für deinen lyrischen Kommentar!
Auch dir liebe Grüße,
Peter
etwas verspätet, aber auch, weil ich ins Nachdenken kam, wie das nun eigentlich ist mit der Stille, warum mir die Worte darin aufgehobener scheinen als wenn sie ausgesprochen sind. Ich hab darüber nachgedacht bzw. auf merkwürdige Weise davon geträumt. Was ich noch weiß: um Linien ging es, dann um eine seltsame "Schweige-Perle"; beides einem Grund-Gedanken nach, dass die Äußerung eine Art Gefährdung für den Ausdruck sei; bzw. dass der Ausdruck sich stets zurücksuche aus einer Zerstreuung hin zu seiner immer ursprünglichen Dichte. Auch das Ungefähre kam vor: Einmal als die Umweggigkeit, die sich entfernt; einmal als die Umwegigkeit, die sich nähert. Sie war zweimal zu verwenden oder stand einmal als das, was sich gegen das Wort stellt, und einmal als das, was hilft, sich dem Wort wieder zu nähern; einmal als Abwege; einmal als Flucht-zurück-Wege.
Also so ging mein Traum! Schwer, das ganz in Worte zu fassen. Am Sinnfälligsten die Schweige-Perle. Sie hatte diesen Inbegriff einer Losigkeit und einer Vergängnis, das Staub-Sand-Korn, so im Traum, aufgebaut zu dieser Rundheit, die zwar einerseits vollkommen, aber in ihrer Vollkommenheit auch ganz geschlossen wirkte, undurchdringlich zu ihrer vergänglichen Ursache, und dadurch so still und gar nicht mehr menschlich; gar nicht mehr ausgerichtet, sich mitzuteilen; sie barg sich gewissermaßen selbst. Eine solche Umkehr scheint es mir zu geben am Wort.
Mit lieben Grüßen,
Peter
Lieber Hannes,
danke für deinen lyrischen Kommentar!
Auch dir liebe Grüße,
Peter
Lieber Peter,
das ist eine schöne Antwort. Und die Schweige-Perle wird in meinen Gedanken einen Platz finden. Danke, das Du Dich so mitteilst. Ich finde das etwas ganz Besonderes.
Ich finde, dass Du in Deinen Texten respektierst, dass diese Schweige-Perle etwas "Geschlossenes" und Worte immer nur eine Annäherung sind: das Ungefähre.
Schon öfter, war beim Lesen eines Textes von Dir in mir das Gefühl, ganz nah dran zu sein. Dann entzog sich das "Wesentliche". Ich finde das erstaunlich, dass Du das mit Deinen Texte "erschaffst", was Du als Deinen Traum beschreibst.
Dass die Worte in der Stille besser aufgehoben sind: Was für ein Paradox.
Es gibt Momente, in denen man sich auch im Schweigen näher ist als man sich mit Worten kommen kann.
Und es gibt Moment, in denen sich in der Stille etwas sehr Wesentliches ereignet. Aber mitteilbar im Sinne von "darüber Reden" ist es nicht.
Ich finde es schön, wie Du dieses Thema immer wieder aufgreifst.
Liebe Grüße
leonie
das ist eine schöne Antwort. Und die Schweige-Perle wird in meinen Gedanken einen Platz finden. Danke, das Du Dich so mitteilst. Ich finde das etwas ganz Besonderes.
Ich finde, dass Du in Deinen Texten respektierst, dass diese Schweige-Perle etwas "Geschlossenes" und Worte immer nur eine Annäherung sind: das Ungefähre.
Schon öfter, war beim Lesen eines Textes von Dir in mir das Gefühl, ganz nah dran zu sein. Dann entzog sich das "Wesentliche". Ich finde das erstaunlich, dass Du das mit Deinen Texte "erschaffst", was Du als Deinen Traum beschreibst.
Dass die Worte in der Stille besser aufgehoben sind: Was für ein Paradox.
Es gibt Momente, in denen man sich auch im Schweigen näher ist als man sich mit Worten kommen kann.
Und es gibt Moment, in denen sich in der Stille etwas sehr Wesentliches ereignet. Aber mitteilbar im Sinne von "darüber Reden" ist es nicht.
Ich finde es schön, wie Du dieses Thema immer wieder aufgreifst.
Liebe Grüße
leonie
Wer ist online?
Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 26 Gäste