Ergo (Für Eule)

Bereich für Texte mit lyrischem Charakter: z.B. Liebeslyrik, Erzählgedichte, Kurzgedichte, Formgedichte, Experimentelle Lyrik sowie satirische, humorvolle und natürlich auch kritische Gedichte
Klimperer

Beitragvon Klimperer » 21.04.2013, 09:31

Ich beschließe
auszugehen,
öffne die Tür zur Straße...
aber diese ist nicht da!

Bis jetzt also
habe ich an die Straße nicht gedacht,
nur an sie geglaubt.

Ich brauchte nicht
an sie zu denken,
sie war quasi ein Teil von mir.

Ideen hat man,
im Glauben IST man,
sagt Ortega y Gasset.

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Eule
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Beitragvon Eule » 21.04.2013, 18:38

Hallo Klimperer, danke für die Widmung ! Gasset war nicht zufällig, ganz ähnlich wie Nietzsche, ein bei den Falangisten Spaniens lange hochgeschätzter Autor. Dass er zusätzlich Jesuit war, muß sich nicht widersprechen.
Ein Klang zum Sprachspiel.

ecb

Beitragvon ecb » 23.04.2013, 18:17

"Auf wieviel wir uns verlassen müssen, um unseren Alltag leben zu können, ohne durch die Erde zu sinken."

sagt Tomas Tranströmer in "Schubertiana". Ein erweitertes Zitat verbieten wohl die Urhebergesetze, aber an seine Zeilen mußte ich bei den deinen denken, Carlos.

Liebe Grüße
Eva

Klimperer

Beitragvon Klimperer » 27.04.2013, 10:22

Liebe Eva,

ich finde es schön, dass dieser Gedanke von Ortega y Gasset dich anspricht. Auch das Beispiel mit der verschwundenen Straße ist von ihm. Anfangs des 20. Jahrhunderts studierte er in Marburg, damals eine Hochburg der Neo-Kantianer. Auch in Leipzig und Berlin. Er gehörte zu einer Familie von Journalisten. Sein Sohn gründete "El País", die bekannteste spanische Zeitung.
Ortega y Gasset war ein Vorreiter einer gemeinsamen Europa, er glaubte fest daran und begründete es in seinen Schriften.
Eins meiner Lieblings-Essays von ihm ist: "Estudios sobre el amor", eine köstliche Interpretation dieses menschlichen Phänomens.

Liebe Grüße,

Carlos


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