Kindheit anne Ruhr
nee, wat denkse eintlich
es war donnich alles schwatz
nich der Mond
und aunich dat Benzin aufe Pfützen
rot wies Blut war der Himmel
übba unsere Westfalenhütte
anne Vormittage scheppertes hell
wenn die Kerle mitti Schüppen
die Kohle in' Keller schoben
im Sonnenschein
unser' Omma den Eingang fegte
und dann dat weiße Kartoffelpüree
zum Kassler kochte
oder wenn die Ruin' ausm Kriech
ma' endlich wechgeräumt wurden
und die neuen Ziegel
so lecker rochen
und die Sonnblum' inne Schrebbagärtn
schneller gewachsen warn als die Schlacke
da träumte ich vonne rote Lederbuxe
abba die war zu teuer
is' aunich so wichtich
wie dat Gefühl
wennde wechmusst
un' die Nachbarn zu dir tüsken sagn
mit Trän' inne Augn
als fährse in' Pütt
un' käms nie wieder
Kindheit anne Ruhr [M]
hach, schön is dat, sach ma!
... so unter uns mädels ausm pott, näch.
hihi
gern gelesen!
lg vonne diana
... so unter uns mädels ausm pott, näch.
hihi
gern gelesen!
lg vonne diana
Hallo, liebe Diana!
Vielleich' bisse 'n bissken zu jung, mitti Kohle, dat war ja dann vorbei.
Abba dat Hääz hasse je'nfalls da, wo et hingehört. Und dazu is ja am Schluss wat gesacht. Ich kenn dat genau: Nich zu rührselig werdn, sachlich blei'm, kernig sein - abba so zwischen die Zeilen (oder so wie d'es ehm sachs) reecht sich dann doch ne ganz sensible Seele.
Vielleich' bisse 'n bissken zu jung, mitti Kohle, dat war ja dann vorbei.
Abba dat Hääz hasse je'nfalls da, wo et hingehört. Und dazu is ja am Schluss wat gesacht. Ich kenn dat genau: Nich zu rührselig werdn, sachlich blei'm, kernig sein - abba so zwischen die Zeilen (oder so wie d'es ehm sachs) reecht sich dann doch ne ganz sensible Seele.
jau, dat mitti kohle war da schonn vorbei zu meine zeit, häazken.
abba sons kenn ich dat, watte da schreibs, so in un zwischen de zeilen, schon zimmlich gut.
jedenfalls sacht mir dat gedicht wat. isso vertraut. ;)
un ja, bissken kernich, bissken deab, abba dat häaz am rechten fleck, jawoll, so sind se.
schön beschreibse datt in dein gedicht.

ps - watt ich mich noch frage - hammse früha wirklich "kartoffelpüree" gesacht da?
abba sons kenn ich dat, watte da schreibs, so in un zwischen de zeilen, schon zimmlich gut.
jedenfalls sacht mir dat gedicht wat. isso vertraut. ;)
un ja, bissken kernich, bissken deab, abba dat häaz am rechten fleck, jawoll, so sind se.
schön beschreibse datt in dein gedicht.

ps - watt ich mich noch frage - hammse früha wirklich "kartoffelpüree" gesacht da?
Da entsteht gleich eine ganz eigene Stimmung. Für mich passt das wunderbar so. Beim Kartoffelpüree hätte ich ein Kartoffelpü erwartet, :) aber vielleicht ist das eine andere Ecke?
Das ist das Schöne an der Sprache, dass ein Wort schöner und wahrer sein kann als das, was es beschreibt. (Meir Shalev)
nee, kartoffelpü ist viel moderner, meine ich.
bei uns zu hause hieß es schlicht "kartoffelbrei", aber ich glaube, häufig gebraucht dafür wurde, auch früher, "stampfkartoffeln".
lg, diana
bei uns zu hause hieß es schlicht "kartoffelbrei", aber ich glaube, häufig gebraucht dafür wurde, auch früher, "stampfkartoffeln".
lg, diana
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Herby
Ja, Amanita, obwohl ich mit dem Ruhrpöttlerischen wohl nie ganz warm werde, verleiht es deinem Text doch eine ganz eigene Authentizität. Ich fände es gut, wenn es mehr Mundarttexte hier im Salon gäbe, aber das wird wohl an der (mitunter vorhandenen) Schwierigkeit der korrekten schriftlichen Umsetzung sowie des Verständnisses für dialekt-/mundartfremde Leser scheitern.
Und das leitet mich gleich über zu meiner Frage: heißt es wirklich "tüsken" - ich will immer "tschüsken" lesen?
Gern gelesen!
Und das leitet mich gleich über zu meiner Frage: heißt es wirklich "tüsken" - ich will immer "tschüsken" lesen?
Gern gelesen!
Hallo Herby!
Das war das erste Wort, das ich noch geändert habe heute morgen. In meiner hochdeutschen Version heißt es tschüsken (als mundartliches Zitat) - als ich heute morgen aber zufällig einen Wetterbericht aus Dortmund hörte (Ruhrdeutsch, versteht sich), sagte der Sprecher eindeutig "tüs". Ich erinnerte mich, dass es in der Region, in der ich aufwuchs, tatsächlich die häufigere Version war.
Die Verkleinerungsform wird (wurde?), so meine Erfahrung, vor allem von Älteren gegenüber Jüngeren benutzt.
Das war das erste Wort, das ich noch geändert habe heute morgen. In meiner hochdeutschen Version heißt es tschüsken (als mundartliches Zitat) - als ich heute morgen aber zufällig einen Wetterbericht aus Dortmund hörte (Ruhrdeutsch, versteht sich), sagte der Sprecher eindeutig "tüs". Ich erinnerte mich, dass es in der Region, in der ich aufwuchs, tatsächlich die häufigere Version war.
Die Verkleinerungsform wird (wurde?), so meine Erfahrung, vor allem von Älteren gegenüber Jüngeren benutzt.
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