Die Falschheit richtiger Gedanken

Bereich für Texte mit lyrischem Charakter: z.B. Liebeslyrik, Erzählgedichte, Kurzgedichte, Formgedichte, Experimentelle Lyrik sowie satirische, humorvolle und natürlich auch kritische Gedichte
Xanthippe
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Beitragvon Xanthippe » 28.12.2012, 21:12

Tage später, schrieb er,
(was ist Zeit?)
habe er weiße Asche gefunden,
auf der Erde der Balkonpflanzen.
Der letzte Wille
und das Verschwinden der Zeit.

Ich sorgte für die Zeit,
etwas anderes für die Auflösung in Vernunft.
Die weiße Asche der Erinnerung.
Über den Atombombenabwurf in Hiroshima wird gesagt,
im Park hätten zwei Männer Schach gespielt.

An wie vielen Gräbern habe ich schon gestanden,
und nichts begriffen außer meinem Schmerz?
Der Trauer um mich.
Was ist der Tod, und was lässt er zurück?
Eine Erinnerung, die sich nicht mehr wehren kann,
oder nimmt er alles, und nur die Zeit bleibt?

ecb

Beitragvon ecb » 29.12.2012, 22:24

das Rätsel der weißen Asche ...


LG Eva

pjesma

Beitragvon pjesma » 30.12.2012, 00:32

dieses fragende und nicht behauptende an dem gedicht gefällt mir sehr...(einsteinbezug auch?)
lg

Klimperer

Beitragvon Klimperer » 04.01.2013, 01:48

Der Tod ist eine Erinnerung, die sich nicht mehr wehren kann.

Niko

Beitragvon Niko » 04.01.2013, 08:55

hallo xanthi,
ein sehr nachdenken lassender text. meine favoritenstelle ist "eine erinnerung, die sich nicht mehr wehren kann" und vor allem auch dies: "ich sorgte für die zeit, etwas anderes für die auflösung in vernunft." wiedermal grandios von dir in worte gewandete emotionen und gedanken.
wird "wie vielen" nicht zusammen geschrieben? - ich weiß es nicht. die in klammern gesetzte stelle (was ist zeit) halte ich für entbehrlich. und müsste es nicht "DEN letzten willen" heißen?

ein kandidat für den text des monats. unbedingt!
sehr gern gelesen!

liebe grüße - niko

Xanthippe
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Beitragvon Xanthippe » 07.01.2013, 16:16

Danke Niko, für Deine Begeisterung, das freut mich sehr.
Zu Deinen Anmerkungen: Ich glaube wieviele wird zusammengeschrieben, als Fragewort, aber so wie es hier gebraucht ist, halte ich es auseinander geschrieben für richtig.
Es müsste den letzten Willen heißen, wenn es das Akkusativ-Objekt (heißt das so?) des Satzes wäre, aber ich meine den letzten Willen als Subjekt.
Danke für Deine Mühe
Xanthi


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