schlaflos

Bereich für Texte mit lyrischem Charakter: z.B. Liebeslyrik, Erzählgedichte, Kurzgedichte, Formgedichte, Experimentelle Lyrik sowie satirische, humorvolle und natürlich auch kritische Gedichte
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Amanita
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Beitragvon Amanita » 22.12.2012, 20:06

schlaflos


auf der Nachtbrücke
über meinem Gehirn
schlurft und rappelt
mein Herz

will die Gedankenmäuschen
erwischen
aber sie rennen
rennen

bis in den Morgen

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Ylvi
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Beitragvon Ylvi » 22.12.2012, 23:35

Hallo Amanita,

ich finde es schade, dass du hier so sehr benennst, als wolltest du ganz sicher gehen, das nimmt dem Gedicht für mich "Wirkraum" und Spannung. Wenn du die Komposita weglassen würdest, die mir hier auch weder bildlich noch inhaltlich etwas dazugeben, was ich nicht auch selbst "erlesen" könnte, würde es mir allerdings sehr gut gefallen, auch klanglich.

Das würde dann so aussehen:

schlaflos

auf der Brücke
über meinem Gehirn
schlurft und rappelt
mein Herz

will die Mäuschen
erwischen
aber sie rennen
rennen

bis in den Morgen



Liebe Grüße
Flora
Das ist das Schöne an der Sprache, dass ein Wort schöner und wahrer sein kann als das, was es beschreibt. (Meir Shalev)

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Amanita
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Beitragvon Amanita » 23.12.2012, 15:17

Ja, wie so oft: Weniger ist (vielleicht) mehr. In meiner ersten Fassung standen die Mäuschen auch schon allein. An die Brücke müsste ich mich erstmal gewöhnen ... aber es scheint zu gehen. Danke schön!

Mucki
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Beitragvon Mucki » 23.12.2012, 15:32

Hallo Amanita,

mir gefällt Floras Vorschlag gut. Und das mit der Brücke geht gut, weil man aus dem "bis in den Morgen" erliest, dass die "Nachtbrücke" gemeint ist.

Saludos
Gabriella

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Amanita
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Beitragvon Amanita » 23.12.2012, 16:00

Danke, Gabriella, ich werde es mir durch den Kopf gehen lassen :)

DavidK88

Beitragvon DavidK88 » 27.12.2012, 19:46

Ich kann es gar nicht so genau ausführen, aber mir kommt das hier ziemlich zurechtgebogen vor. Habe das Gefühl, du hattest einen bestimmten Gedanken im Sinn und lediglich versucht, ihn in Bildsprache zu übersetzen, damit es Lyrik wird. Mir fehlt in diesen Versen die Schwingung (zwischen Bedeutungspolen), was vermutlich daran liegt, dass man jedes Motiv wie bei einer Gleichung direkt auflösen/zurückübersetzen kann. Dabei ist es doch der Überschuss, der ein gutes Gedicht ausmacht, das, was sich nach dem Lesen weiterentwickeln lässt.
Ich finde deine anderen Gedichte viel besser.

LG David

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Amanita
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Beitragvon Amanita » 28.12.2012, 10:41

DavidK88 hat geschrieben:Ich finde deine anderen Gedichte viel besser.





Das gefällt mir natürlich!

Ich versuche - im Rahmen meiner Möglichkeiten - immer mal wieder neue Angänge. Klar, dass das nicht alles "aufgeht". Danke für Deine Eindrücke!

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Eule
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Beitragvon Eule » 06.01.2013, 13:59

Die Gedankenmäuschen als Bild für die Schlaflosigkeit finde ich sehr zutreffend und gelungen ! Ein schönes Kurzgedicht. :-)
Ein Klang zum Sprachspiel.

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Amanita
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Beitragvon Amanita » 07.01.2013, 16:05

Hach, Eule! Das tat jetzt einfach mal gut! Danke.


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