aus german letters "einen heimatfilm erzählen"

Bereich für Texte mit lyrischem Charakter: z.B. Liebeslyrik, Erzählgedichte, Kurzgedichte, Formgedichte, Experimentelle Lyrik sowie satirische, humorvolle und natürlich auch kritische Gedichte
pjesma

Beitragvon pjesma » 20.05.2012, 13:13

einen heimatfilm erzählen (für k.u.)


da ist dieser eine der aus sibirien verkrüppelt zurückkehrt
seine kinder werden ihm vorgestellt
und hin und her und das und jenes
seine frau hat sich einen spitzenkragen um den hals gebunden
ein kuchen ist gebacken worden
in der porzellanschale damfpt das sonntägliche mahl

sieben jahre sind es her
auf den hat keiner mehr gehofft
natürlich bricht er zusammen über dem kuchen
wäre ich auch
und sonst was noch

und hin und her
das ist ein film über die wirklichkeiten
und wie erwartet gibt es da albträume
es wäre ein wunder wenn es sie nicht gäbe
angesichts der geschichte
UND der geschichte

es wäre ein wunder wenn es nahtlos weiter ginge da wo es brach
es ist eigentlich ein doppelbruch, bloß merkt es am anfang noch keiner
auch der zuschauer ist mit sich noch uneinig
schon mal in den fragen
wo stellen wir jetzt den tisch hin, wie beziehen wir jetzt das bett
und was ist schwieriger: weggehen oder zurückkehren,
im ausbleiben aushaaren,
oder bleiben

wie hast du das allein geschafft?

und das und jenes und hin und her
wie gesagt-das ist nur ein film
über die wirklichkeiten
und somit ist vieles vorhanden, und mehr als das:
die missverständnisse, schmerzen und entäuschungen
unsinn und sinn, und schrecken, alles etwas

was mich aber wirklich ergrauen lies
und mich erst zu einer fremden macht:

da ist dieser eine der verkrüppelt aus der sibirien zurückkehrt-
und im türrahmen steht zurückhaltend,
und fällt ihm NICHT um den hals, seine mutter,
alle anderen anwesenden wie holzspäne seitlich wegfegend

das

verstehe ich nicht

da bin ich
entweder zu fremd-
oder der regiseur hat‘s an der stelle

voll verschissen.
Zuletzt geändert von pjesma am 03.08.2016, 11:29, insgesamt 3-mal geändert.

pjesma

Beitragvon pjesma » 27.08.2012, 08:19

ja, gerda, das war der film, vielen dank (war tatsächlich sehr schwer und aufwühlend!)---(und xanty, verzeih, ich hab deine frage gar nicht mitbekommen...)
lg euch

Xanthippe
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Beitragvon Xanthippe » 05.09.2012, 08:58

vielen dank, gerade, für den link. werd gleich mal reinschauen.
xanthi


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