Stillleben
Gestengelt, zerfedert
steht Sommergesträuch
im Wasserglas.
Entfaltet nachtkühle Kelche,
am Tage Sonnen mit Goldstaub.
Lässt sie ins Brackige fallen
und sterben.
Stillleben
-
Renée Lomris
Liebe Anamita,
Für mich wirkt dein wunderschönes Gedicht auf zwei unterschiedliche Arten:
die erste Schiene: der Einsatz subtiler, stilisierter Sprachmittel.
Stillleben
"Gestengelt, zerfedert
steht Sommergesträuch
im Wasserglas."
Man sieht die Mimosenzweige regelrecht vor sich ... wenn es auch eine andere Blüten- oder Strauchart sein mag. Das Sommergesträuch, dem zur Zeit die übergroße Hitze schwer zusetzt.
Das Wasserglas finde ich als Begriff sehr schön, das Gefäß erhält dadurch etwas Einfaches, wie eben auf Stilleben zu sehen. Ich sehe damit auch eine flämische Malerei auftauchen, in schönen Blautönen des Sommers.
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Entfaltet nachtkühle Kelche,
am Tage Sonnen mit Goldstaub.
Sind Kelche nachtkühl ... ja, ich kann es mir vorstellen ...
Lässt sie ins Brackige fallen
und sterben.
Wer läßt sich fallen und Sterben? Die Sonnen?
Abgesehen von dieser Frage, die aus einer intensiven Betrachtung entsteht, die auch dem Poetischen des Textes nichts wegnimmt, gefällt mir Ton und Evokations Charakter.
Dann kommt meine zweite "Schiene" ...
wollte ich nicht lieber grundsätzlich von den Naturmetaphern herunter kommen ... aber das ist eine Debatte und jeder, der dichtet wählt frei seine Bilder, seinen Ton-
Unleugbar ist: dein Ton hat mir gut gefallen.
lG
Renée
Für mich wirkt dein wunderschönes Gedicht auf zwei unterschiedliche Arten:
die erste Schiene: der Einsatz subtiler, stilisierter Sprachmittel.
Stillleben
"Gestengelt, zerfedert
steht Sommergesträuch
im Wasserglas."
Man sieht die Mimosenzweige regelrecht vor sich ... wenn es auch eine andere Blüten- oder Strauchart sein mag. Das Sommergesträuch, dem zur Zeit die übergroße Hitze schwer zusetzt.
Das Wasserglas finde ich als Begriff sehr schön, das Gefäß erhält dadurch etwas Einfaches, wie eben auf Stilleben zu sehen. Ich sehe damit auch eine flämische Malerei auftauchen, in schönen Blautönen des Sommers.
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Entfaltet nachtkühle Kelche,
am Tage Sonnen mit Goldstaub.
Sind Kelche nachtkühl ... ja, ich kann es mir vorstellen ...
Lässt sie ins Brackige fallen
und sterben.
Wer läßt sich fallen und Sterben? Die Sonnen?
Abgesehen von dieser Frage, die aus einer intensiven Betrachtung entsteht, die auch dem Poetischen des Textes nichts wegnimmt, gefällt mir Ton und Evokations Charakter.
Dann kommt meine zweite "Schiene" ...
wollte ich nicht lieber grundsätzlich von den Naturmetaphern herunter kommen ... aber das ist eine Debatte und jeder, der dichtet wählt frei seine Bilder, seinen Ton-
Unleugbar ist: dein Ton hat mir gut gefallen.
lG
Renée
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Niko
was ich an diesem gedicht besonders mag, amanita, ist diese fast unscheinbare komprimierung. gerade die ersten zeilen sind sehr stark. aussagekraeftig und doch minimalistisch. die letzten beiden zeilen fallen fuer mich da etwas raus. dennoch empfinde ich das als einen insgesamt sehr starken text.
liebe gruesse: niko, auf spanischer tastatur unterwegs, gerade siesta machend.
hasta luego!
liebe gruesse: niko, auf spanischer tastatur unterwegs, gerade siesta machend.
hasta luego!
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scarlett
ich finde das auch sehr sehr schön, amanita, diese miniatur macht "still", hat etwas kontemplatives, ja ja.
nur frage ich mich, fallen die kelche und die sonnen INS glas, wie geht das? nur so würde das brackige für mich sinn machen. oder sitz ich mir jetzt auf der leitung?
urlaubsgrüße,
monika
nur frage ich mich, fallen die kelche und die sonnen INS glas, wie geht das? nur so würde das brackige für mich sinn machen. oder sitz ich mir jetzt auf der leitung?
urlaubsgrüße,
monika
Monika, ich dachte an mehrere Möglichkeiten gleichzeitig: Die abgeblühten Blumen können tatsächlich ins Wasser fallen oder knicken (ein Wasserglas hat eine relativ große Öffnung) - oder auf die Tischplatte, die auch "brackig" aussehen kann, wenn Blütenstaub usw. draufgefallen ist.
-
Gerda
Sorry, Einwurf, "brackig" kann nur Wasser sein. Es ist ja nicht das aussehen allein sondern auch seine echte Beschaffeneheit.
http://www.duden.de/rechtschreibung/brackig
Liebe Grüße Gerda,
PS ... der das Gedicht ansonsten sehr gut gefällt, aber "brackige Tischplatte" geht gar nicht, siehe deine Erläuterung, Amanita, das Gedicht selbst ist weiter gefasst.
http://www.duden.de/rechtschreibung/brackig
Liebe Grüße Gerda,
PS ... der das Gedicht ansonsten sehr gut gefällt, aber "brackige Tischplatte" geht gar nicht, siehe deine Erläuterung, Amanita, das Gedicht selbst ist weiter gefasst.

Hallo Gerda, ich sehe das nicht so eng. Mir ist klar, dass "brackig" ursprünglich eine Bezeichnung für Wasser ist; beim Googeln finde ich aber durchaus auch erweiterte Möglichkeiten, jemand schrieb von einem brackigen Weg, von brackigem Boden, etwas kann offenbar brackig riechen oder schmecken usw. Folglich kann - denke ich - auch etwas brackig aussehen. Vielleicht habe ich ja auf den Tisch geplempert :)
sehr schöner text ... stimmig. und der schluss im zusammenspiel mit dem titel, somit das gesamte wort-gemälde - gelungen!
und ja, "brackig" ... bin auch erst gestolpert, denke aber auch, dass das hier etwas weiter fassbar ist.
liebe grüße
diana
und ja, "brackig" ... bin auch erst gestolpert, denke aber auch, dass das hier etwas weiter fassbar ist.
liebe grüße
diana
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