Gieriger Brunnen
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Peter
Also ich bin am Überlegen, warum mir das eigentlich zusagt, natürlich zum einen das althergebrachte Motiv, der Brunnen, als alter Schwabe gefällt das, zum anderen ist es aber schon das Mehr, ja, das Mehr: Sprache stinkt zuweilen auch, Sprache hat auch einen Körper der zerfällt, und wie anders als zerfallen kann er in uns selbst bestehen, hat er Horizonte? immer wieder, aber sein eigentlicher Zustand gleicht doch einem Komposthaufen, dem ist, wenn man mag, das Sonntagskleid (wie wir Schwaben sagen) anzuziehen, und der Kompost geht dann sonntags zur Kirche und geht am Montag zur Arbeit und bleibt dort bis Freitag, wäscht sich morgens, aber natürlich: Sprache stinkt, und wer das gar nicht begriffen hat, weiß halt von Sprache nichts. Daher: Mir schwenkt sich eine Fahne über dem Gedicht, im doppelten Sinn. Sprache wird hier erhalten, indem sie in ihrer Zermürbtheit gezeigt wird, ist das Kunst? nein, es ist abgeschrieben, aber doch gehört. Es ist eingeräumt, das heißt viel. Es wird gebahnt, geebnet, gut wird das nicht ausgehen. Sprache frisst nämlich auch und verbraucht, sie hält sich ihren Wirt. Sie will Ausdruck, ein Geschwür will das auch. Aber dort, hinter dem Geschwür und durch die Nebel hindurch, ist sie nicht dort: die Insel? (Wie heißt sie?) Also ich überlege, warum mit das Gedicht eigentlich zusagt ...
Einiges gefällt mir, anderes nicht.
Ob die Wendung Gieriger Brunnen - die ich für sich genommen ganz schön finde - so gut passt? Ist denn der Brunnenschacht gemeint (der etwas verschlingen könnte)?
Das versalzene Wasser finde ich gut, weil es mich an vergiftete Brunnen erinnert - oder jedenfalls welche, die kein Trinkwasser führen. Fast-Trinkwasser möchte man sagen, und das ist zumindest dann gruselig, wenn man fast verdurstet. Aber hier wird es dennoch "aufgesaugt" - nun ja, sicher nicht gern. Vielleicht in Anlehnung an Wendungen wie "diese Kröte schlucken", also gezwungenermaßen.
Das Ende gefällt mir, lässt es mich doch an Märchen, Legenden und Geschichten denken, in denen das eigene Tun - oft nach Vorwarnung - zu fatalen Folgen führt. Hier könnte der Motor, wie so oft in jenen Geschichten, Neugier oder Vermessenheit sein.
Nur der Beginn der zweiten Strophe wirkt auf mich irgendwie gestelzt ... "säumte ich". Warum kann das Ich nicht einfach im Schatten sitzen (oder so ähnlich)?
Ob die Wendung Gieriger Brunnen - die ich für sich genommen ganz schön finde - so gut passt? Ist denn der Brunnenschacht gemeint (der etwas verschlingen könnte)?
Das versalzene Wasser finde ich gut, weil es mich an vergiftete Brunnen erinnert - oder jedenfalls welche, die kein Trinkwasser führen. Fast-Trinkwasser möchte man sagen, und das ist zumindest dann gruselig, wenn man fast verdurstet. Aber hier wird es dennoch "aufgesaugt" - nun ja, sicher nicht gern. Vielleicht in Anlehnung an Wendungen wie "diese Kröte schlucken", also gezwungenermaßen.
Das Ende gefällt mir, lässt es mich doch an Märchen, Legenden und Geschichten denken, in denen das eigene Tun - oft nach Vorwarnung - zu fatalen Folgen führt. Hier könnte der Motor, wie so oft in jenen Geschichten, Neugier oder Vermessenheit sein.
Nur der Beginn der zweiten Strophe wirkt auf mich irgendwie gestelzt ... "säumte ich". Warum kann das Ich nicht einfach im Schatten sitzen (oder so ähnlich)?
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poeta
hallo AkustischeSchärfe,
ich habe erst dein gedicht und dann mehr und mehr verwundert und amüsiert peters komm. dazu gelesen. mir ist alles möglich dazu eingefallen, aber auf "stinkende sprache" wäre ich wohl nie gekommen. da kann man mal sehen!
ich lese den "gierigen brunnen" als bild für jemanden, der/die durch undankbarkeit glänzt. da hat LI ihm/ihr alle widrigkeiten aus dem weg geräumt, sein wasser "entsalzt" (oder die treure schönheitsop bezahlt
, oder ihm die hemden blütenweiß gestärkt... ), ihn/sie zum grünen und blühen gebracht, ist um ...herumscharwenzelt, hat sich am saum des schattens herumgedrückt und bekommt dafür nicht etwa das nun endlich köstlich süße wasser. der brunnen verweigert sich, lässt LI verdursten ... höchste zeit, dass LI sich nach einem neuen brunnen umsieht, am besten - sich seinen eigenen gräb!
rund um stimmig sind die bilder für mich auch nicht. einem gieriger brunnen würde ich eher unterstellen, dass er LI aufschlürft, als LI zu benutzen, um sein wasser von ungeliebtem salz (das ja andererseits wieder lebensnotwendig ist) befreien zu lassen, ihm dann aber das "gute" wasser zu verweigern. 'geizig', 'selbstsüchtig'... vielleicht?
naja, vielleicht hast dus auch ganz anders gemeint und die bilder fügen sich auf einer anderen ebene zu einem abgerundeten ganzen und ich begreifs nur nicht.
sprachlich finde ich den vers:
das "murmeln" lässt mich mehr an eine quelle als an einen brunnen denken; ich hab noch keinen murmeln gehört, werde beim nächsten mal ganz besonders aufmerksam lauschen
liebe grüße, poeta
ich habe erst dein gedicht und dann mehr und mehr verwundert und amüsiert peters komm. dazu gelesen. mir ist alles möglich dazu eingefallen, aber auf "stinkende sprache" wäre ich wohl nie gekommen. da kann man mal sehen!
ich lese den "gierigen brunnen" als bild für jemanden, der/die durch undankbarkeit glänzt. da hat LI ihm/ihr alle widrigkeiten aus dem weg geräumt, sein wasser "entsalzt" (oder die treure schönheitsop bezahlt
, oder ihm die hemden blütenweiß gestärkt... ), ihn/sie zum grünen und blühen gebracht, ist um ...herumscharwenzelt, hat sich am saum des schattens herumgedrückt und bekommt dafür nicht etwa das nun endlich köstlich süße wasser. der brunnen verweigert sich, lässt LI verdursten ... höchste zeit, dass LI sich nach einem neuen brunnen umsieht, am besten - sich seinen eigenen gräb!rund um stimmig sind die bilder für mich auch nicht. einem gieriger brunnen würde ich eher unterstellen, dass er LI aufschlürft, als LI zu benutzen, um sein wasser von ungeliebtem salz (das ja andererseits wieder lebensnotwendig ist) befreien zu lassen, ihm dann aber das "gute" wasser zu verweigern. 'geizig', 'selbstsüchtig'... vielleicht?
naja, vielleicht hast dus auch ganz anders gemeint und die bilder fügen sich auf einer anderen ebene zu einem abgerundeten ganzen und ich begreifs nur nicht.
sprachlich finde ich den vers:
nicht so dolle, zumindest müsst vor "was" ein komma hin und nach "versalzen" wieder eins, schöner wäre "..alles Wasser, das..." und dann fehlt mir auch noch das hilfsverb "war", du magst es als stilmittel (ellipse) gedacht haben, mir würde etwas wie "alles salz aus deinem wasser saugte ich.... mehr zusagen, aber vielleicht unterlaufe ich damit deine intention.Alles Wasser was versalzen
das "murmeln" lässt mich mehr an eine quelle als an einen brunnen denken; ich hab noch keinen murmeln gehört, werde beim nächsten mal ganz besonders aufmerksam lauschen
liebe grüße, poeta
Ich vermute, es ist, die durstige Erde, die spricht. "Gieriger Brunnen" trifft es irgendwie nicht, da stimme ich poeta zu. Richtiger wäre wohl "geiziger Brunnen". Er nimmt ja niemandem etwas weg, gibt aber auch nichts her.
Grüße von Zefira
Grüße von Zefira
Vor der Erleuchtung: Holz hacken, Wasser holen.
Nach der Erleuchtung: Holz hacken, Wasser holen.
(Ikkyu Sojun)
Nach der Erleuchtung: Holz hacken, Wasser holen.
(Ikkyu Sojun)
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