Mosaik

Bereich für Texte mit lyrischem Charakter: z.B. Liebeslyrik, Erzählgedichte, Kurzgedichte, Formgedichte, Experimentelle Lyrik sowie satirische, humorvolle und natürlich auch kritische Gedichte
Gerda

Beitragvon Gerda » 10.08.2012, 17:42

M o s a i k

brüchig noch
träume nicht abgefedert
im fallen aufgefangen
später sonnenaufgang

morgentau verheißung
für weitere mosaiksteinchen
vergangenes zum leben erwecken
erwachsen sind wir noch kinder
glücksglaube stillt unseren hunger

©GJ20120806
Zuletzt geändert von Gerda am 10.08.2012, 21:06, insgesamt 1-mal geändert.

ecb

Beitragvon ecb » 10.08.2012, 20:51

Schön ...

Nur würde ich die letzte Zeile fortlassen, das Vorangegangene braucht keine Erklärung, überlasse alles Weitere getrost dem Leser! :alien0017:

Liebe Grüße
Eva

Gerda

Beitragvon Gerda » 10.08.2012, 21:38

Dankeschön fürs feedback, liebe Eva. Es freut mich.
Du wirst sicher verstehen, dass ich den letzten Satz stehen lasse, auf ihn kann ich nicht verzichten.
Der Text ist noch frisch und ich finde diese Aussage weder den Leser einengend noch wertend.
Sie ist eigenständig und sollte weiter Assoziationen auslösen, meine ich.


Liebe Grüße
Gerda

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birke
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Beitragvon birke » 11.08.2012, 11:41

Sehr schön, Gerda, besonders die erste Strophe ist klasse! :smile:

Die zweite Strophe ist mir dann etwas zu ... hm, na ja, allgemein gehalten.

Ich würde wohl die "verheißung" zum Verb machen, wäre für mich näher, direkter, also so:

morgentau verheißt
weitere mosaiksteinchen
...


und vielleicht sogar "aktiv" weiter machen:

morgentau verheißt
weitere mosaiksteinchen
erwecken vergangenes zum leben


(dann einen Absatz)

erwachsen sind wir (noch (könnte wegfallen?) kinder
der glaube ans glück
stillt unseren hunger

So wäre meine Lesart, das sind natürlich nur Anregungen, liebe Gerda, aber vielleicht kannst du ja was davon gebrauchen!

Insgesamt gefällt mir dein Text gut. :smile:

Liebe Grüße
Diana
wer lyrik schreibt, ist verrückt (peter rühmkorf)

https://versspruenge.wordpress.com/

Gerda

Beitragvon Gerda » 12.08.2012, 04:13

Hallo Diana,

herzlichen Dank für deine anmerkungen und dein "insgesamt gefällt mir der Text gut". :-)

so ganz kann ich nicht nachvollziehen warum d. M. n. die beiden Strophen auseinanderfallen und Str. 2, dir zu allgemein gehalten ist.
Vielleicht kommt ja von anderen auch noch etwas dazu, dann schaue ich mir, das, was ich für gelungen halte, und zwar mit dem Satz:
erwachsen sind wir noch kinder, der eine Entwicklung und die Umkehrung beschreibt, erneut genau an.

Ich überlege, ob ich evtl.dieses nach deinem Vorschlag ändere.:

morgentau verheißt
weitere mosaiksteinchen
erwecken vergangenes zum leben


Allerdings fällt das dann stilistisch gegen Str. 1 ab, denn dort spielen eben auch gramm. Subjekte, wie selten bei mir, die tragenden Rolle.

Liebe frühe Grüße
Gerda

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Eule
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Beitragvon Eule » 12.08.2012, 10:50

Dein Verbesserungsvorschlag gefällt mir, er bringt Bewegung in die etwas hauptwortlastige, zweite Strophe und schließt sich damit für mich auch gut an erstere an.
Ein Klang zum Sprachspiel.

Renée Lomris

Beitragvon Renée Lomris » 12.08.2012, 11:34

Gerda hat geschrieben:M o s a i k

brüchig noch
träume nicht abgefedert
im fallen aufgefangen
später Sonnenaufgang

(dj08/12)


Mir gefällt dieser erste Vers, obwohl er mir relativ fremd ist. Aber ich kann diese andere "Lebensart" nachvollziehen, und möchte vielleicht mitgehen, mit diesem Tennis spielenden lyrICH, Die Haltung, die dahinter steckt, ruft eine biegsame, sportliche Erscheinung vors Auge.

Auch der frühe Morgen, das erste Aufwachen, später Sonnenaufgang: im Sommer sind das dann die allerersten Morgenstunden ...

Gerda hat geschrieben:morgentau verheißung
für weitere mosaiksteinchen
vergangenes zum leben erwecken
erwachsen sind wir noch kinder
glücksglaube stillt unseren hunger

©GJ20120806


und ... zu meiner Überraschung stelle ich nun fest, dass ich ebenfalls Probleme mit dieser Aneinanderreihung von Empfindungen und Bildern habe:

willst du etwa Folgendes ausdrücken: ??
Morgentau verheißt Mosaiksteinchen
weitere (es gab schon welche)
diese Steinchen erwecken Vergangenes zu neuem Leben
und im Erwachsenen tut sich Kinderglaube, kindliche Freude auf,
und der Hunger wird davon gestillt...




Diese zweite Strophe finde ich sehr interessant, aber meinem EMpfinden nach stimmt etwas nicht.

Die Stelle, die ich problematisch finde, ist folgende:

morgentau verheißung
für weitere Mosaiksteinen
vergangenes zum leben erwecken

ich finde zB "Verheißung ... für" ... grammat. nicht korrekt und die gesamte Stelle "holperig".

Du hast an anderer Stelle wesentlich feinere Spracharbeit ....

"Verheißung für" stelle ich hiermit zur Debatte ... denn mein Deutsch ist, wie Ihr wißt, eine Art wiederbelebtes Idiom, das in den letzten vierzig Jahren hauptsächlich im 19. Jh. unterwegs war...

liebe Grüße
Renée

Mucki
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Beitragvon Mucki » 12.08.2012, 15:42

Liebe Gerda,

der aktiveren Form, wie Diana sie vorschlägt, kann ich einiges abgewinnen. Es wird dadurch lebendiger. Das "noch" in der Zeile "erwachsen sind wir noch kinder" würde ich jedoch lassen, da es ohne das "noch" eine andere Aussage hätte.

Liebe Grüße
Gabi

Gerda

Beitragvon Gerda » 13.08.2012, 07:14

Guten Morgen in die Runde,
liebe Renée, lieber Eule, liebe Gabi,

ein Zwischenbescheid. Ich arbeite am Text, entwickle gerade eine etwas andere Version, ohne dass für mich, wichtige Teile abhanden kommen.
Noch bin ich nicht soweit, dass ich etwas vorzeigen kann.
Ich bin allerdings der Meinung, dass ich auch in Strophe 1 aktiver, also mit Verben verstärkt, arbeiten sollte (was habe ich immer geprdigt, dass Verben Texte lebendig machen und nun kranke ich selbst ander der Substantivitis), wenn ich eine Homogenität erreichen möchte, was ich noch nicht recht weiß. Beschrieben ist ja nichts was unbedingt homogen ablaufen müsste ... in Teilen harmonisch ... mal sehen.

Liebe Renèe, für dich:
Nett, dass du mich darauf aufmerksam machst, dass ich an anderer Stelle schon besser war, es motiviert nur hier gerade nicht, hilft mir nicht weiter. :-(... Unterliegt unsere Arbeit nicht immer auch Qualitätsschwankungen?

Grammatik? Mein Gefühl sagt es geht. "Eine Verheißung für etwas ...", denn "Verheißung", der Begriff ist etwas antiquiert und taucht hauptsächlich in der Bibel auf, heißt nichts anderes als etwas vorauszusagen. du wirst nicht ernsthaft in Zweifel ziehen wollen, dass man nicht sagen kann, Die Vorraussage für... z. B. das Wetter, die Aktienkurse.... Verheißung heißt ja im Grunde nichts anders, ist nur ein wenig romantisch angehaucht und passt hier in meinen Text.
Siehe http://www.duden.de/suchen/dudenonline/verhei%C3%9Fen

Allen einen sonnigen Tag,
herzlich
Gerda


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