Beitragvon scarlett » 29.07.2012, 21:48
liebe gabi und alle,
ich habe das hier weder vergessen, noch ist mein schweigen ausdruck dafür, dass ihr mit euren assoziationen falsch liegen würdet.
wenn ich so lange schweige, bedeutet das zweierlei: erstens ich denke über eure anmerkungen nach, weil ich spüre, dass da was dran ist/sein könnte, vor allem an einwänden, und zweitens wenn das alles in meine arbeitsintensiven tage fällt, sprich do, fr und sa - jeweils bis spät, alle zwei wochen - dann KANN ich hinterher auch einfach nimmer herz und hirn frei machen für lyrik.
du hast mit deiner auslegung meine gedanken aufgespürt, gabi, ja, beinah vollkommen.
nur dass es sich bei der zeitangabe, die man zwar so lesen kann, wie du das getan hast, lediglich um eine "spielerei" meinerseits handelt, die das gefahrlose in der hinsicht untermauern sollte, dass die sonne nach drei nicht mehr sooo gefährlich sein soll ... dh das beleuchten der tatsachen birgt weniger gefahren, ist weniger "heiß". ich dachte dabei natürlich an die "entschärfte" situation jetzt in diesem land, jenseits des sozialismus, und hab es in dieses bild der allgemeinen erwärmung gepackt.
das "gleich" ist natürlich auch so zu lesen, wie du es getan hast, gabi, das komma ist meiner meinung nach auch wichtig an dieser stelle, es entschleunigt und es passt ja auch für beide lesarten: gleich - als zeitadverbiale und als abgetrennter zusatz bei "abgleichen"
der grund für meine langen überlegungen war eigentlich dein einwand, gerda, dass die gedanken ja eh schon erinnerung seien - an das früher usw. und dass das gedicht sich dadurch im kreise drehen würde.
nun, ich glaube nicht, dass das so ist, weil die gedanken, die das li aussendet ja gedanken aus dem jetzt sind, die genährt werden könnten von etwas, was das li gerade gelesen, erfahren hat ... usw. über dieses land.
im endeffekt heißt es doch nichts anders, als dass sich das li gedanken macht darüber- und diese dann abgleicht mit dem, was es bisher als erinnerung gespeichert hat.
im klartext: ist das, was derzeit in der presse über rumänien zu lesen ist, so neu, so anders, so ungewohnt im verhältnis zu dem, was li bereits kennt, ihm in der erinnerung noch gegenwärtig ist?
also ich glaube, dass das durchaus funktioniert in meinem text.
dass du meine art, die titel der gedichte in den text zu integrieren, gut findest, gerda, das freut mich.
es ist aber auch damit wie mit so vielem in meinem schreiben: es ergibt sich plötzlich und ganz zufällig.
dh natürlich nicht, dass dem nicht was vorausgegangen wäre, in diesem fall mein permanentes problem mit titeln - das hat in mir gearbeitet und ja, jetzt hat es sich auf diese weise /vorläufig/ erledigt.
habt dank und bitte! seid mir nicht böse, das hat immer alles seinen grund, wenn ich mal nicht prompt reagiere.
herzlich,
monika