mein reden (an deinem sockel lässt sich sitzen wie bei eine

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Ylvi
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Beitragvon Ylvi » 09.03.2012, 11:05


mein reden
(an deinem sockel lässt sich sitzen wie bei einem mammutbaum)


je näher ich dir komme
umso höher streckst du dich
als wolltest du mir den himmel reichen
so scheint es mir
du bist mein freund geworden
davon gibt es nicht viele
du ding du
lass dir die sonne
auf den beton strahlen
die erde über deinem fundament ist weich
ich pflanzte ein veilchen hinein
heute blüht eine kleine familie
ich lehne mich
an dich und erzähl dir
seit sieben jahren
was mich bewegt
ja, an manchen tagen
wendest du dich ab
dann sage ich: du siehst aus
wie eine beleidigte leberwurst
und sehe dich schon
mit den rotorblättern einen vogel zeigen
den ich beerdigen muss
aber dafür muss ich die augen
zusammenkneifen

schon seltsam
als sie dich aufbauten
fand ich dich einfach hässlich
du warst mir so fremd
störtest nur den blick
über die weiten weichen wiesen
meiner kindheit erinnerungen
die der wind zerstreute als robert kam
und sagte: du wärst wahrlich ein wunderwerk
und wir uns unter deinem kreisen küssten

weißt du, was mit uns geschah
wo er seinen samen heute vergießt
ohne kinder zu zeugen
wohin es ihn zieht
der mit den dingen spricht
nein, du weißt nichts
du ding du
aber an deinem sockel
lässt sich sitzen
wie bei einem mammutbaum




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Mucki
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Beitragvon Mucki » 14.03.2012, 12:41

Flora hat geschrieben: Aber es wäre schön, wenn die Hörbar wieder belebter wäre. Unsere Lesekönigin Elsa fehlt einfach. :sad:

Ja, das geht mir auch so.

jondoy
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Beitragvon jondoy » 14.03.2012, 19:08

Hallo Flora,

les den Faden und hör die Hörversion zum ersten Mal,

die Vogelstimmen, die da im Hintergrund zu hören sind...war eben eine Runde im Freien draußen laufen, beim Zuhören meinte ich jetzt genau diese Vogelstimmen wieder zu hören, sie klangen in meinen Ohren lauter, als sie tatsächlich auf der Aufnahme zu hören sind :- ).

....war interessant für mich, zu hören, wie die Autorin ihren Text selber hört....(..indem sie Pausen setzt, ihre Stimme laut oder leiser werden lässt, das Sprechtempo forciert oder verlangsamt, atmet..., welche Stellen sie betont und was sie ........mehr so ausdrückt.

Die Geschichte selbst hat mich schon von Anfang an entspannt.

Namaste,
Stefan
Zuletzt geändert von jondoy am 14.03.2012, 19:11, insgesamt 1-mal geändert.

scarlett

Beitragvon scarlett » 14.03.2012, 19:13

hallo flora,

ich kann dir nicht sagen, was genau an deinem text mich gleichermaßen berührt und anspricht, vielleicht will ich das auch gar nicht, will ihn nicht zerreden ...
vielleicht liegt es auch an meiner derzeitigen stimmung, die mich dafür äußerst empfänglich macht ...

ich kann dir nur rückmelden, dass ich ihn gut gemacht finde, dass mir da alles zu stimmen scheint und er trägt, flora, er trägt - weit.

sehr sehr gerne gelesen und mich treiben lassen ...

scarlett

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Ylvi
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Beitragvon Ylvi » 15.03.2012, 07:47

Danke für die Rückmeldung, scarlett. Das freut mich sehr!

Ja, ich finde das auch immer wieder interessant, den Autor seinen Text selbst lesen zu hören, Stefan. Nicht immer geht es auf, manchmal "stört" der Klang, wie bei einer Verfilmung, auch das eigene Lesen. Schön, dass es hier eher dazugibt, als wegnimmt. Danke, dass du dich hier nochmal gemeldet hast. (Auch wenn du kein Gedanke magst. :-))

Liebe Grüße euch
Flora
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Beitragvon Ylvi » 13.06.2012, 08:27

Ich musste doch sehr schmunzeln, als ich das hier im Urlaub sah ... der Windräderich schreibt auf Sand. :o))
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Beitragvon Mucki » 13.06.2012, 12:15

Hi, hi, das sieht wirklich so aus, klasse eingefangen, Flora!


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