Wegmarke

Bereich für Texte mit lyrischem Charakter: z.B. Liebeslyrik, Erzählgedichte, Kurzgedichte, Formgedichte, Experimentelle Lyrik sowie satirische, humorvolle und natürlich auch kritische Gedichte
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Eule
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Beitragvon Eule » 16.05.2012, 16:30

Wegmarke


Stundenpost ohne
Abnehmer leckten
die Tage ihren Wegzoll um Dich

schmiedeten Bande und
Aufprall mal Fleisch mal Haut

zum Rapport blieb Dir
sogar zur Toilette keine Zeit

lerntest Dich schütteln
willkommen im Pappelbaum
Zuletzt geändert von Eule am 17.05.2012, 15:36, insgesamt 2-mal geändert.
Ein Klang zum Sprachspiel.

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allerleirauh
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Beitragvon allerleirauh » 17.05.2012, 10:29

hallo eule,

dies ist ein gedicht, bei dem ich immer wieder hängenbleibe. es gelingt mir nicht, jeden der einzelnen verse zu entschlüssen, und doch meine ich, einige gedanken verstehen zu können.

besonders gut gefallen mir die letzten zwei verse, die vielleicht von der wandlungsfähigkeit / der anpassungsfähigkeit / widerstandsfähigkeit eines menschen erzählen.

lg
a

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Eule
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Beitragvon Eule » 17.05.2012, 12:38

Hallo allerleihrauh, da könntest Du richtig liegen. ;-) Kaum anzunehmen, dass Allgemeinverständlichkeit in der Poesie notwendig oder überhaupt erreichbar sein könnte. Das schlösse die Autor/innen mit ein.
Ein Klang zum Sprachspiel.

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fenestra
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Beitragvon fenestra » 17.05.2012, 13:12

Hallo, Eule,

mir gefällt dieser Text. Ich mag die Assoziationen zu angeleckten Briefumschlägen oder Briefmarken > Wegmarken und auch den Anklang - für mich ist er zumindest da - an Prostitution finde ich spannend. Das "und" in Z 5 scheint mir entbehrlich. Die Zitterpappel schüttelt ihre Blätter beim leisesten Windhauch. Das lyrische Du hat sich offenbar trotz aller Hektik und Wechselhaftigkeit seine Empfindsamkeit bewahrt.

Ich sage auch, was mir gar nicht gefällt: Die Großbuchstaben, besonders an den Zeilenanfängen. Sie machen sich wichtig, bzw. machen die Worte zu wichtig, denen sie vorausgehen, machen das Gedicht für mich statisch, unverrückbar. Aber das ist natürlich eine Stilfrage.

Viele Grüße
fenestra

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Eule
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Beitragvon Eule » 17.05.2012, 15:33

Hallo fenestra, danke für Deinen Kommentar. Deine Vorschläge, die Z 5 und Satzanfänge betreffend, habe ich gerne übernommen. Vielleicht wäre Körperhaftigkeit/Sinnlichkeit näher an den inhaltlichen Intentionen, zu deren konnotativen Umfeld aber auch gesellschaftliche Bezüge treten könnten.
Ein Klang zum Sprachspiel.

Mucki
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Beitragvon Mucki » 17.05.2012, 19:25

Hallo Eule,
Eule hat geschrieben:Kaum anzunehmen, dass Allgemeinverständlichkeit in der Poesie notwendig oder überhaupt erreichbar sein könnte. Das schlösse die Autor/innen mit ein.

hm, ich bin ein bisschen frustriert, da ich deinen Text nach wie vor nicht verstehe. Trotz deiner Hinweise wie
Eule hat geschrieben:Vielleicht wäre Körperhaftigkeit/Sinnlichkeit näher an den inhaltlichen Intentionen, zu deren konnotativen Umfeld aber auch gesellschaftliche Bezüge treten könnten.

und auch, weil du ja meinst, dass eine Allgemeinverständlichkeit in der Poesie nicht notwendig wäre.
Ich finde schon, dass man ein Gedicht verstehen sollte. :12:

Liebe, im Dunkeln tappende Grüße
Gabi

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Eule
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Beitragvon Eule » 17.05.2012, 20:30

Liebe Gabriella, genausowenig zwingend müssten sich dann doch individuelles Verstehen und Allgemeinverständlichkeit ausschließen ? Also kein Grund für allzutiefe Frustrationen, oder ? ;-)
Ein Klang zum Sprachspiel.

Mucki
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Beitragvon Mucki » 17.05.2012, 23:45

Hallo Eule,

individuelles Verstehen und Allgemeinverständlichkeit müssten sich nicht zwingend ausschließen, klar.
Wenn sich hier wenigstens ein individuelles Verstehen oder eine Assoziation oder eine leise Ahnung oder eine Stimmung bei mir einstellen würden ... :blink1:

Liebe Grüße
Gabi

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Eule
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Beitragvon Eule » 19.05.2012, 12:28

Klassische Hilfestellungen bei Interpretationen oder "Unübersichtlichkeit" könnten auch "Fragen an den Text" wie: Wer ist das Subjekt, wer das Objekt etc., bieten.
Ein Klang zum Sprachspiel.

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fenestra
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Beitragvon fenestra » 19.05.2012, 15:24

Liebe Eule,

es freut mich, dass du meine Anregungen gebrauchen konntest. :-)

Liebe Gabi,

"verstehen" ist ja vielleicht das falsche Wort für die Auseinandersetzung mit Lyrik. Es sei denn, man möchte verstehen, was den Autor genau angetrieben hat, als er diesen Text schrieb. Aber das ist - sobald der Text in der Welt ist - eigentlich zweitrangig. Der Text ist nun ein Angebot an die Leser, die daraus ihre eigenen Assoziationen ziehen können. Manchmal hat ein Text halt auch auf einen bestimmten Leser (oder auch auf viele Leser) gar keine Wirkung.

Aber in einem solchen Forum ist es natürlich auch mal interessant, den Intentionen des Autors nachzuspüren. Und für den Autor kann es andersherum interessant sein, ob der Text wirkt oder nicht.

Liebe Grüße
fenestra

Mucki
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Beitragvon Mucki » 19.05.2012, 18:05

Hallo fenestra,

ja, schon klar. Verstehen meinte ich ja im Sinne von "Erahnen", Erspüren einer Stimmung, dass sich eine Assoziation bei mir auftut.
Nicht verstehen im Sinne von: jedes Wort oder jeden Satz verstehen.

Liebe Grüße
Gabi


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