Habe eine Fortsetzung von Schlangenwispern geschrieben:
Der Sommer küsste ihre Augenlider.
Sie trug den roten Hut und verstreute Wacholderbeeren
bis zum Bärenwald.
Wunden trug das ausgebrannte Land.
Ein schwarzer Flügel zog eine tiefe Furche
unten am Fluss.
Der Sommer nagelte sich ihr ins Herz.
Sie hockte im verdorrten Gras.
Der Tag rauchte.
Nur die Pinien zählten die Stunden.
Endlich fiel der Schlaf.
2
Katzengeschrei
Der Sommer war eine alte Katz.
Der Asphalt in den Hinterhöfen glühte.
Fahriges Geflimmer.
Die Tänzer wurden Bäume.
Sie suchte Ecken, in denen das Schwarz verbraucht war.
Sie trug immer noch den roten Hut.
Die Stimmen unter den Kastanien wurden Kiesel.
Sie warf den ersten Stein in diesen Scherbenhof.
Die bloßen Füße auf dem Erdboden
auf dem geschnittenen Gras
Blut rann.
P.s.
Der Sommer floss aus wie geronnene Milch.
Der Hut lag verbeult in der Ecke.
Es gab keine Zeugen mehr.
Schlangenwispern/Katzengeschrei
Hallo wüstenfuchs, hatte zuerst die vorige Version des "schlangenwispern" nicht gefunden. Das Mädchen mit dem roten Hut ist hier nun weiter Haupttfigur und Leitmotiv zugleich, eine Symbolik, die mit der letzten Zeile der PS zu korrespondieren scheint. Starke, expressive Landschaftsbilder scheinen hier den Hintergrund zu einem persönlichen Drama um Leidenschaft, Abschied und/oder Tod zu geben. Vielleicht könntest Du mit der ein oder anderen Zeile den inhaltlichen Kern noch stärker ausführen oder benennen.
Ein Klang zum Sprachspiel.
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