Wo wir auf gewebtem Golde liegen,
dampft gemütlich der Granatapfeltee,
ist mir das Opium wohl zu Kopf gestiegen
und aus der Tapete springt ein Reh.
Mein Sultan, ich befürchte still,
dass selbst in dieser Phantasie
jemand Coca Cola kaufen will -
Über König Cola siegst du nie!
Der ganze Harem zieht Gardinen zu,
ich reich dem Sultan klebriges Gebäck;
obwohl wir reden herrscht jetzt Ruh´
und ein Kakadu fliegt weg.
Mein Herz trag ich als Silberkrone,
du verzierst es mit Brillianten.
Ob ich hier gemeldet bin oder hier wohne
fragt eine Gruppe von Beamten.
Mein Sultan lässt sie steinigen
und ruft uns herbei:
Naima, Gül, Talibah, Rahel und mich.
Wir wollen baden und uns reinigen!
Rahel lässt Milch ein.
Gül gibt Honig hinzu.
Talibah lischt Öllampen
und steckt den Mond an.
Der Sultan macht einen Kopfsprung hinein,
der Kakadu verdreht seinen Kopf und schaut zu.
Die Opiumpfeife geht wieder um,
Naima baut sich einen Bart aus dem Haar -
Ich weiß nicht, ob ich schwanger bin oder dumm,
jedenfalls kommt der Sultan mir nah ...
Ich gieße etwas Bademilch in den Kaffee
und trinke die braune Milch der Frühe ...
das erinnert mich an etwas -
Ich gebe mir Mühe - und wache doch auf
wo wir auf gewebtem Golde liegen ...
Der Harem
Liebe Louisa,
ich schätze deine Lyrik sehr. Muss ich eigentlich nicht extra erwähnen...
Was ich aber so in letzter Zeit von dir lese, verblüfft mich schon sehr!
Ich meine nicht den Erinnerungsfluss, sondern deine Reimversuche.
Schon klar, dass man sich als Lyriker ab und zu neu erfinden muss.
Aber Reime sind nicht dein Ding.
(Du hast mich zwar nicht gefragt, aber ich sach's trotzdem.)
Das Problem bei den Reimen ist nämlich nicht der Reim, sondern der Rhythmus, und du hast kaum Rhythmusgefühl.
Oder hast es noch nicht so richtig entdeckt...
Ich weiß auch nicht, ob du schwanger bist, jedenfalls bist du nicht dumm -
(deswegen sag ich's ja:-)) lass den Reim-Sultan nicht ran, äh, nah!
Und die braune Milch der Frühe erinnert mich auch an was... leider!
Verschwende keine Energie auf Reime. Du hast andere Stärken.
Oder du fragst mal andere nach diesem Thema...
Herzliche Grüße, und sei mir nicht böse! Carl
ich schätze deine Lyrik sehr. Muss ich eigentlich nicht extra erwähnen...
Was ich aber so in letzter Zeit von dir lese, verblüfft mich schon sehr!
Ich meine nicht den Erinnerungsfluss, sondern deine Reimversuche.
Schon klar, dass man sich als Lyriker ab und zu neu erfinden muss.
Aber Reime sind nicht dein Ding.
(Du hast mich zwar nicht gefragt, aber ich sach's trotzdem.)
Das Problem bei den Reimen ist nämlich nicht der Reim, sondern der Rhythmus, und du hast kaum Rhythmusgefühl.
Oder hast es noch nicht so richtig entdeckt...
Ich weiß auch nicht, ob du schwanger bist, jedenfalls bist du nicht dumm -
(deswegen sag ich's ja:-)) lass den Reim-Sultan nicht ran, äh, nah!
Und die braune Milch der Frühe erinnert mich auch an was... leider!
Verschwende keine Energie auf Reime. Du hast andere Stärken.
Oder du fragst mal andere nach diesem Thema...
Herzliche Grüße, und sei mir nicht böse! Carl
Hallo Louisa,
nein, gar nicht schlimm. Lass das mal so. Das geht in Richtung Knittelverse, und die habe ich schon immer gemocht ... Natürlich noch etwas freier, aufgelöster, aber ich würde mir zutrauen, das ganze sinnvoll zu Gehör zu bringen, und kann mir erst recht dich vorstellen beim Vortrag.
Ferdigruß!
nein, gar nicht schlimm. Lass das mal so. Das geht in Richtung Knittelverse, und die habe ich schon immer gemocht ... Natürlich noch etwas freier, aufgelöster, aber ich würde mir zutrauen, das ganze sinnvoll zu Gehör zu bringen, und kann mir erst recht dich vorstellen beim Vortrag.
Ferdigruß!
Schäumend enthüpfte die Woge den schöngeglätteten Tannen. (Homer/Voß)
die Geschichte finde ich wunderbar. Aber was das Gehör angeht, habe ich wohl ein ähnliches Rhythmusgefühl wie Carl.
Liebe Louisa,
ich möchte mich Ferdi anschließen: schlimm ist es nicht!
Und Xanthippe anschließen: die Geschichte und die Bilder sind wunderbar. Louisa eben.gif)
Ich möchte dich weder kritisieren noch entmutigen. Natürlich kannst du reimen, soviel du willst.
Ich wollte nur sagen, dass der Reim meiner Meinung nach (wessen sonst?) nicht dein Ding ist.
Und dass ich auch nicht sehe, wie er deine Art zu dichten voranbringt. Dazu könnte ich noch Gründe anführen.
Und ich wollte, wenn möglich, eine Diskussion darüber auslösen...
Vielleicht stehe ich mit dieser Auffassung ja alline da?
LG, C
ich möchte mich Ferdi anschließen: schlimm ist es nicht!
Und Xanthippe anschließen: die Geschichte und die Bilder sind wunderbar. Louisa eben
.gif)
Ich möchte dich weder kritisieren noch entmutigen. Natürlich kannst du reimen, soviel du willst.
Ich wollte nur sagen, dass der Reim meiner Meinung nach (wessen sonst?) nicht dein Ding ist.
Und dass ich auch nicht sehe, wie er deine Art zu dichten voranbringt. Dazu könnte ich noch Gründe anführen.
Und ich wollte, wenn möglich, eine Diskussion darüber auslösen...
Vielleicht stehe ich mit dieser Auffassung ja alline da?
LG, C
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pjesma
merkwürdigeweise stört mich der reim hier nicht...ich kann es mir so vorlesen dass es passt...überhaupt scheint es mir, muss dieses gedicht "besonders" gelesen werden, langsam, mit längeren pausen nach den reim, mit augenzwinkern auf jeden fall...nähmlich ist der ganzes gedicht etwas "schräg", es passt einfach, dass er nicht gezwungen ist in "ordentlich gebürsteten" reime...ich mag da diese eine dosis...hm...wie nenn ich das, nicht negativ: flappsigkeit? rhytmus ist bei poesie nicht IMMER eine von außen vorgegebene konstante...und sich euinzulassen in eine asymetrie, verlangt manchmal mehrere leseversuche .gif)
lg
.gif)
lg
Was Du da schreibst, Pjesma, leuchtet mir auch ein (es ist ein Kreuz mit mir, dass ich so schnell meine Meinung verliere ;-(), ja das ist schon ein besonderes Stilmittel, das auch zu dieser Geschichte, diesem Gedicht passt, sich nicht rhythmisch zu reimen.
Trotzdem habe ich für mich keine eigene Leseart gefunden, in der ich mit dem (fehlenden) Rhythmus zurecht gekommen wäre. Ich persönlich mag nach wie vor die Reime am liebsten, die man gar nicht merkt, weil sie so beiläufig daherkommen und einem so selbstverständlichen Rhythmus folgen, dass man nicht über sie stolpert, sondern eher von ihnen über jeglichen Stolperstein getragen wird.
Trotzdem habe ich für mich keine eigene Leseart gefunden, in der ich mit dem (fehlenden) Rhythmus zurecht gekommen wäre. Ich persönlich mag nach wie vor die Reime am liebsten, die man gar nicht merkt, weil sie so beiläufig daherkommen und einem so selbstverständlichen Rhythmus folgen, dass man nicht über sie stolpert, sondern eher von ihnen über jeglichen Stolperstein getragen wird.
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