Fassung 27.9.2011
schlangenbader und märzlieb
schlangenbader und märzlieb haben sich
gern und all das
in mir
ob ihre mutter (auch in mir)
das billigt ist die frage
die meinen zustand beschreibt
und überhaupt
hat mich mein cherub betrogen
und behauptet auch noch frech
gerade darin bestehe seine aufgabe
ich würde den beiden da zwischen den bäumen
gern über die köpfe streichen, eine locke nachzeichnen von jedem
doch ich kann meinen blick nicht von dieser frau wenden
an deren brüsten ein goldwal strandet
sie wird die beiden töten, wenn sie lust dazu hat
und darauf wartet sie. dass sie lust hat
ich weiß es genau. und warum wohl
das ist die frage, die ich dir schenke
alte Fassung
mangelei
nicht die wiese. das gelangen auf die wiese ist es
schlangenbader und märzlieb haben sich
gern und all das
in mir
ob ihre mutter (auch in mir)
das billigt ist die frage
die meinen zustand beschreibt
der weg zurück ist der einzige nach vorn
und überhaupt
hat mich mein cherub betrogen
und behauptet auch noch frech
gerade darin bestehe seine aufgabe
ich würde den beiden jungen männern da zwischen den bäumen
gern über die köpfe streichen, eine locke nachzeichnen von jedem
doch ich kann meinen blick nicht von dieser frau wenden
an deren dekolleté ein goldwal strandet
sie wird die beiden töten, wenn sie lust dazu hat
und darauf wartet sie. dass sie lust hat
ich weiß das genau. und warum das wohl
das ist die frage, die ich dir schenke
Änderungen: eine locke von jedem nachzeichnen --> eine locke nachzeichnen von jedem (danke ferdi)
mangelei
- allerleirauh
- Beiträge: 766
- Registriert: 26.06.2010
- Geschlecht:
hallo lisa,
das ist ein sehr, sehr schöner text - kryptisch zwar, aber in sich schlüssig. er nimmt den leser mit in eine phantastisch anmutende welt, die gleichzeitig fremd und vertraut zu sein scheint.
mir gefallen besonders erfundene (?) worte wie "mangelei", "schlangenbader" und "märzlieb" (ich fühle mich an hesse erinnert? > goldmund), aber auch, dass ein cherub auftaucht, finde ich klasse.
auch wenn es im zweiten teil des gedichtes um betrug und mord geht, muss ich ein bisschen schmunzeln über die frau mit dem (üppigen?) dekolltè, an dem ein goldwal strandet. (wale sind säugetiere, ich weiß, aber mir scheint, dass fischartiges getier häufig in deinen texten auftaucht. erinnerst du dich, dass fische durch die gesamte freiberger lesung schwammen?)
ein toller künstlerischer schachzug ist die abschließende frage, die der text/das lyrICH dem leser schenkt.
einzige mäkelei: in den letzten vier versen findet sich viermal DAS/DASS. DAS ist mir persönlich ein bisschen heftig.
ansonsten: mein text des monats!
lg
a.
das ist ein sehr, sehr schöner text - kryptisch zwar, aber in sich schlüssig. er nimmt den leser mit in eine phantastisch anmutende welt, die gleichzeitig fremd und vertraut zu sein scheint.
mir gefallen besonders erfundene (?) worte wie "mangelei", "schlangenbader" und "märzlieb" (ich fühle mich an hesse erinnert? > goldmund), aber auch, dass ein cherub auftaucht, finde ich klasse.
auch wenn es im zweiten teil des gedichtes um betrug und mord geht, muss ich ein bisschen schmunzeln über die frau mit dem (üppigen?) dekolltè, an dem ein goldwal strandet. (wale sind säugetiere, ich weiß, aber mir scheint, dass fischartiges getier häufig in deinen texten auftaucht. erinnerst du dich, dass fische durch die gesamte freiberger lesung schwammen?)
ein toller künstlerischer schachzug ist die abschließende frage, die der text/das lyrICH dem leser schenkt.
einzige mäkelei: in den letzten vier versen findet sich viermal DAS/DASS. DAS ist mir persönlich ein bisschen heftig.
ansonsten: mein text des monats!
lg
a.
-
Max
Liebe Lisa,
auch wenn ich einige Wörter dieses Textes, z.B. den Schlangenbader, wiedererkenne, so gebe ich zu, dass ich ihm nur in Teilen verstehe.
Meine Highlights sind Sätze, an die ich mich klammern kann, um durch den Text zu schwimmen. So etwas wie
oder
oder auch
den ich für ebenso wahr halte wie seine Umkehrung, denn es gibt nur Wege nach vorn.
Schön ist, dass ich mir den Text vorstellen kann, vorstellen, was bei dir die Assoziation des Goldwals im dekollete hervorgerufen hat und dass er bei allem Schhweren ein Leichtes hat.
Gut mal wieder von Dir zu lesen (Du liest ja von mir genug).
Liebe Grüße
Max
auch wenn ich einige Wörter dieses Textes, z.B. den Schlangenbader, wiedererkenne, so gebe ich zu, dass ich ihm nur in Teilen verstehe.
Meine Highlights sind Sätze, an die ich mich klammern kann, um durch den Text zu schwimmen. So etwas wie
und überhaupt
hat mich mein cherub betrogen
oder
ich würde den beiden jungen männern da zwischen den bäumen
gern über die köpfe streichen, eine locke von jedem nachzeichnen
oder auch
der weg zurück ist der einzige nach vorn
den ich für ebenso wahr halte wie seine Umkehrung, denn es gibt nur Wege nach vorn.
Schön ist, dass ich mir den Text vorstellen kann, vorstellen, was bei dir die Assoziation des Goldwals im dekollete hervorgerufen hat und dass er bei allem Schhweren ein Leichtes hat.
Gut mal wieder von Dir zu lesen (Du liest ja von mir genug).
Liebe Grüße
Max
Hallo Lisa!
Viel verstanden habe ich auch nicht, aber die Art, wie das Gedicht in jeder Zeile die Neugier weckt auf die jeweils nächste Zeile (und man folglich in einem Rutsch hindurch ist), gefällt mir sehr.
Die "das(s)-Häufung" am Ende fiel auch mir leicht unangenehm auf, und hier...
ich würde den beiden jungen männern da zwischen den bäumen
gern über die köpfe streichen, eine locke von jedem nachzeichnen
scheint mir, dass der erste Vers bei "beiden jungen Männern" in Stampfen gerät, seine Leichtigkeit verliert; beim zweiten finde ich schade, dass das "nachzeichnen" genauso am Ende seines Halbverses steht wie vorher das "streichen" - für mich entsteht da ein mechanischer Eindruck. Ich würde es lieber anders gestellt sehen, "eine Locke nachzeichnen von jedem" oder eine der vielen anderen Möglichkeiten.
Ferdigruß!
Viel verstanden habe ich auch nicht, aber die Art, wie das Gedicht in jeder Zeile die Neugier weckt auf die jeweils nächste Zeile (und man folglich in einem Rutsch hindurch ist), gefällt mir sehr.
Die "das(s)-Häufung" am Ende fiel auch mir leicht unangenehm auf, und hier...
ich würde den beiden jungen männern da zwischen den bäumen
gern über die köpfe streichen, eine locke von jedem nachzeichnen
scheint mir, dass der erste Vers bei "beiden jungen Männern" in Stampfen gerät, seine Leichtigkeit verliert; beim zweiten finde ich schade, dass das "nachzeichnen" genauso am Ende seines Halbverses steht wie vorher das "streichen" - für mich entsteht da ein mechanischer Eindruck. Ich würde es lieber anders gestellt sehen, "eine Locke nachzeichnen von jedem" oder eine der vielen anderen Möglichkeiten.
Ferdigruß!
Schäumend enthüpfte die Woge den schöngeglätteten Tannen. (Homer/Voß)
Hallo,
ich freu mich, dass der Text irgendwie durch seine eigene Welt Lust macht zu lesen, auch wenn nicht überall klar ist, was gemeint sein soll, das freut mich wirklich!
Die vielen das(s)e:
Mir ist das nicht mal aufgefallen, schlimm.
Nun überlege ich, von welchem ich mich am besten trennen könnte (denn natürlich find ich alle wichtig
)
nur welche variante ist besser?
a)
sie wird die beiden töten, wenn sie lust dazu hat
und darauf wartet sie. dass sie lust hat
ich weiß es genau. und warum das wohl
ist die frage, die ich dir schenke
b)
sie wird die beiden töten, wenn sie lust dazu hat
und darauf wartet sie. dass sie lust hat
ich weiß es genau. und warum wohl
das ist die frage, die ich dir schenke
ferdi,
auch deinen vorschlag mit der reihenfolge im lockenvers finde ich sehr fein und übernehme ich sofort!
und auch bei den "beiden jungen männern" hast du mich ertappt. ich war eigentlich dafür nur "den beiden" zu schreiben, hatte dann aber die befürchtung, dass der leser nicht versteht, dass schlangenbader und märzlieb gemeint sind. da auch sehr offen gehalten ist, dass die frau mit dem gestrandeten goldwal die mutter von oben ist, dachte ich, hioer braucht der leser einen verweis. gibt es sprachlich noch eine andere lösung? das blöde ist, dass mir kein wort für die beiden gefällt, sie sind weder knaben noch männer...und dazwischen gibts kein gutes wort...oder doch?
allerleirauh: das freut mich sehr...und goldmund ja...ich kenns nicht (glaub ich?), aber es stimmt, dass es ganz dicht daran ist, also hörgefühlt meine ich. vielleicht hab ich es mit gedanken daran erfunden. und die "fische", ja. irgendwie sind die immer da .-).
max: ich musste erstmal überlegen, was du meinst mit der anspielung auf peter, du meinst die angelei, ja? Ich hab gar nicht dran gedacht, aber jetzt finde ich, dass es gut passt zu dem Text und auch da skommt wahrscheinlich nicht einfach so
danke für deine augen (und entschuldige, den schlangebader konnte ich aus dem text nicht rausnehmen, trotzdem wollte ich ihn für den krimi, er ist so gut, er muss ab jetzt für alles herhalten .-))
danke, ihr drei!
liebe Grüße,
lisa
ich freu mich, dass der Text irgendwie durch seine eigene Welt Lust macht zu lesen, auch wenn nicht überall klar ist, was gemeint sein soll, das freut mich wirklich!
Die vielen das(s)e:
Mir ist das nicht mal aufgefallen, schlimm.
Nun überlege ich, von welchem ich mich am besten trennen könnte (denn natürlich find ich alle wichtig
)nur welche variante ist besser?
a)
sie wird die beiden töten, wenn sie lust dazu hat
und darauf wartet sie. dass sie lust hat
ich weiß es genau. und warum das wohl
ist die frage, die ich dir schenke
b)
sie wird die beiden töten, wenn sie lust dazu hat
und darauf wartet sie. dass sie lust hat
ich weiß es genau. und warum wohl
das ist die frage, die ich dir schenke
ferdi,
auch deinen vorschlag mit der reihenfolge im lockenvers finde ich sehr fein und übernehme ich sofort!
und auch bei den "beiden jungen männern" hast du mich ertappt. ich war eigentlich dafür nur "den beiden" zu schreiben, hatte dann aber die befürchtung, dass der leser nicht versteht, dass schlangenbader und märzlieb gemeint sind. da auch sehr offen gehalten ist, dass die frau mit dem gestrandeten goldwal die mutter von oben ist, dachte ich, hioer braucht der leser einen verweis. gibt es sprachlich noch eine andere lösung? das blöde ist, dass mir kein wort für die beiden gefällt, sie sind weder knaben noch männer...und dazwischen gibts kein gutes wort...oder doch?
allerleirauh: das freut mich sehr...und goldmund ja...ich kenns nicht (glaub ich?), aber es stimmt, dass es ganz dicht daran ist, also hörgefühlt meine ich. vielleicht hab ich es mit gedanken daran erfunden. und die "fische", ja. irgendwie sind die immer da .-).
max: ich musste erstmal überlegen, was du meinst mit der anspielung auf peter, du meinst die angelei, ja? Ich hab gar nicht dran gedacht, aber jetzt finde ich, dass es gut passt zu dem Text und auch da skommt wahrscheinlich nicht einfach so
danke für deine augen (und entschuldige, den schlangebader konnte ich aus dem text nicht rausnehmen, trotzdem wollte ich ihn für den krimi, er ist so gut, er muss ab jetzt für alles herhalten .-))danke, ihr drei!
liebe Grüße,
lisa
Vermag man eine Geschichte zu erzählen, die noch nicht geschehen ist?
Es verhält sich damit wohl wie mit unserer Angst. Fürchten wir uns doch gerade vor dem mit aller Macht, was gar nicht mehr geschehen kann, eben weil es schon längst geschehen ist.
Es verhält sich damit wohl wie mit unserer Angst. Fürchten wir uns doch gerade vor dem mit aller Macht, was gar nicht mehr geschehen kann, eben weil es schon längst geschehen ist.
Liebe Lisa,
mir geht es so, dass ich die beiden Männer und die Frau sowie den Cherub (am Rande) als etwas surreales Bild vor mir sehe (ich stelle mir vielleicht eine Art Gustav Klimt, vielleicht auch Marc Chagall als Maler vor) und das lyrIch als Betrachterin davor, sie wird gedanklich hineingezogen, das Bild findet nun als inneres Geschehen, als Wiedererkennen in ihr statt, deshalb brauche ich auch das zweite , geklammerte (auch in mir) nicht.
Am Schluss ist dann die Wendung nach außen, vielleicht der Wunsch, erkannt zu werden, der an das lyrDu gerichtet wird. Vielleicht ist auch eine Warnung darin.
Ich mag es.
Liebe Grüße
leonie
mir geht es so, dass ich die beiden Männer und die Frau sowie den Cherub (am Rande) als etwas surreales Bild vor mir sehe (ich stelle mir vielleicht eine Art Gustav Klimt, vielleicht auch Marc Chagall als Maler vor) und das lyrIch als Betrachterin davor, sie wird gedanklich hineingezogen, das Bild findet nun als inneres Geschehen, als Wiedererkennen in ihr statt, deshalb brauche ich auch das zweite , geklammerte (auch in mir) nicht.
Am Schluss ist dann die Wendung nach außen, vielleicht der Wunsch, erkannt zu werden, der an das lyrDu gerichtet wird. Vielleicht ist auch eine Warnung darin.
Ich mag es.
Liebe Grüße
leonie
liebe lisa,
zu den technischen fragen -
"jungen männern" kann m.e. entfallen (und sollte es, da erklärung durschschwingt) - der formale bezug ist zum einen nicht schwierig - zum andern, soweit man schlangenbader und märzlieb nicht vorstellen kann (wie ich), hilft die bezeichnung dann auch nicht, weil sie ja keinen inhaltlichen bezug dazu beinhaltet/herstellt.
ich finde, am ende lassen sich einzelne 'das' schlecht streichen, beide zusammen aber gut -
ich weiß das genau. und warum wohl / ist die frage, die ich dir schenke
zwei fragen, die beim lesen auftauchten-
und behauptet doch frech / gerade darin bestehe seine aufgabe - ist die musilsche kompliziertheit an sich gewollt, oder schlich sie sich ein, um das klanglich unschönere 'das sei seine' zu umgehen?
'dekolleté' las sich etwas gespreizt - 'an deren busen ein goldwal strandet' läse sich viel stimmiger für mich - aber ich denke, das ließe sich vielleicht 'heutzutage' nicht mehr unmissverständlich so formulieren (und vielleicht strandet der wal ja /auch/ schon am stoff, an der umgrenzung?)
-
seit jahren geht es mir mit lyrischen texten von dir ähnlich - wenn immer/ je mehr ich solche, die mir hermetisch und/oder kryptisch erscheinen, in ihrem fluss 'anzweifle', beginne ich eine fragilität und eine gültigkeit zu spüren, die darin wie zwillinge spielen - so manifestieren sie den text, ohne auf meine sich in erübrigung auflösenden zweifel auch nur einzugehen.
auch hier - der text bleibt am ende da und schwingt - obwohl ich durch beinahe nichts gepackt werde - vielleicht weil es mir gelingt, dem text gegenüber auch verschlossen zu bleiben -
warum wohl? den beginn mit den blumigen namen, denen noch der cherub zugesellt wird, finde ich etwas 'frech', um mit dem text zu sprechen -
wunderbar hingegen der goldwal - erst jetzt im nachhinein fiel mir auf, dass mir der 'zoologisch' noch nie unterkam - so selbstverständlich las ich ihn auf.
liebe grüße!
p.s. ah ja, noch etwas natürlich -
nicht die wiese. das gelangen auf die wiese ist es
löst am meisten bei mir aus - für mein kleines (un)verständnis macht das inhaltlich fast den ganzen text aus.
zu den technischen fragen -
"jungen männern" kann m.e. entfallen (und sollte es, da erklärung durschschwingt) - der formale bezug ist zum einen nicht schwierig - zum andern, soweit man schlangenbader und märzlieb nicht vorstellen kann (wie ich), hilft die bezeichnung dann auch nicht, weil sie ja keinen inhaltlichen bezug dazu beinhaltet/herstellt.
ich finde, am ende lassen sich einzelne 'das' schlecht streichen, beide zusammen aber gut -
ich weiß das genau. und warum wohl / ist die frage, die ich dir schenke
zwei fragen, die beim lesen auftauchten-
und behauptet doch frech / gerade darin bestehe seine aufgabe - ist die musilsche kompliziertheit an sich gewollt, oder schlich sie sich ein, um das klanglich unschönere 'das sei seine' zu umgehen?
'dekolleté' las sich etwas gespreizt - 'an deren busen ein goldwal strandet' läse sich viel stimmiger für mich - aber ich denke, das ließe sich vielleicht 'heutzutage' nicht mehr unmissverständlich so formulieren (und vielleicht strandet der wal ja /auch/ schon am stoff, an der umgrenzung?)
-
seit jahren geht es mir mit lyrischen texten von dir ähnlich - wenn immer/ je mehr ich solche, die mir hermetisch und/oder kryptisch erscheinen, in ihrem fluss 'anzweifle', beginne ich eine fragilität und eine gültigkeit zu spüren, die darin wie zwillinge spielen - so manifestieren sie den text, ohne auf meine sich in erübrigung auflösenden zweifel auch nur einzugehen.
auch hier - der text bleibt am ende da und schwingt - obwohl ich durch beinahe nichts gepackt werde - vielleicht weil es mir gelingt, dem text gegenüber auch verschlossen zu bleiben -
warum wohl? den beginn mit den blumigen namen, denen noch der cherub zugesellt wird, finde ich etwas 'frech', um mit dem text zu sprechen -
wunderbar hingegen der goldwal - erst jetzt im nachhinein fiel mir auf, dass mir der 'zoologisch' noch nie unterkam - so selbstverständlich las ich ihn auf.
liebe grüße!
p.s. ah ja, noch etwas natürlich -
nicht die wiese. das gelangen auf die wiese ist es
löst am meisten bei mir aus - für mein kleines (un)verständnis macht das inhaltlich fast den ganzen text aus.
-
Gerda
Liebe Lisa,
für mich ist das ein surrealistisches Gemälde, zugleich voller Spannung und Leichtigkeit , das ich kaum deuten kann.
Vielleicht hat mich auch beeinflusst, dass du unter anderem im Thema des Monats Henri Rousseau genannt hast, der zwar den Postimpressionisten zugerechnet wird, aber auch als Wegbereiter des Surrelismus gilt.
Was ich sehe (Außen) kann ich beschreiben, nur glaube ich, dass es sich dabei weder um die Essenz des Textes handelt, noch um dir wichtige innere Dinge geht.
Ich sehe eine satt dunkelgrüne Allee im Stile Rousseaus. Irgendwo verstecken sich zwei schön gelockte Jünglinge, vor einer walkürenhaften Person mit Riesenhaften Brüsten im Ausschnitt und um den Hals hat sie ein viel zu dickes Goldband, den Wal, wobei der in meiner Vorstellung eher etwas dünner Richtung Aal, Schlange ausfällt. Das Lyrich hält sich an einer nicht fixen Stelle im Bild auf. Die Wiese tritt rechts irgendwo in den Hintergrund.
Wie du siehst bringe ich, den Cherub nicht unter, die Schlangenbader nicht (es sind ja nicht Kurgäste in Schlangenbad gemeint
), Märzliebchen ist eine hübsche Wortschöpfung (lautmalerisch von "Herzliebchen" abgeleitet), bei "Mangelei" bin ich nicht unsicher, weil ich unwillkürlich zunächst an eine "Manglerei" denken musste und dann erst dämmerte mir, dass es um eine Bezeichnung für "Mangel an etwas" geht. (An Mangel gibt es keinen Mangel).
Für mich teilt sich der Text in zwei Hälften. Zum Einen in das von mir beschriebene surrealistische Bild, zum Anderen in für mich nahezu unverständliche Plaudermomente, wo das Lyrich etwas offenbart und dennoch unter Verschluss hält. Vom Titel ausgehend: Ein Mangel an Liebe? Was es da erfährt , fehlt woanders? (der Text steht schließlich in der Liebeslyrik). Aber was macht dann die "Walfrau", der Betrug durch den Cherub, ... grübel ...
Fragen, die du natürlich nicht beantworten sollst.
Dein Text gefällt mir nach einiger Beschäftigung sehr gut.
Liebe Grüße
Gerda
für mich ist das ein surrealistisches Gemälde, zugleich voller Spannung und Leichtigkeit , das ich kaum deuten kann.
Vielleicht hat mich auch beeinflusst, dass du unter anderem im Thema des Monats Henri Rousseau genannt hast, der zwar den Postimpressionisten zugerechnet wird, aber auch als Wegbereiter des Surrelismus gilt.
Was ich sehe (Außen) kann ich beschreiben, nur glaube ich, dass es sich dabei weder um die Essenz des Textes handelt, noch um dir wichtige innere Dinge geht.
Ich sehe eine satt dunkelgrüne Allee im Stile Rousseaus. Irgendwo verstecken sich zwei schön gelockte Jünglinge, vor einer walkürenhaften Person mit Riesenhaften Brüsten im Ausschnitt und um den Hals hat sie ein viel zu dickes Goldband, den Wal, wobei der in meiner Vorstellung eher etwas dünner Richtung Aal, Schlange ausfällt. Das Lyrich hält sich an einer nicht fixen Stelle im Bild auf. Die Wiese tritt rechts irgendwo in den Hintergrund.
Wie du siehst bringe ich, den Cherub nicht unter, die Schlangenbader nicht (es sind ja nicht Kurgäste in Schlangenbad gemeint
), Märzliebchen ist eine hübsche Wortschöpfung (lautmalerisch von "Herzliebchen" abgeleitet), bei "Mangelei" bin ich nicht unsicher, weil ich unwillkürlich zunächst an eine "Manglerei" denken musste und dann erst dämmerte mir, dass es um eine Bezeichnung für "Mangel an etwas" geht. (An Mangel gibt es keinen Mangel).Für mich teilt sich der Text in zwei Hälften. Zum Einen in das von mir beschriebene surrealistische Bild, zum Anderen in für mich nahezu unverständliche Plaudermomente, wo das Lyrich etwas offenbart und dennoch unter Verschluss hält. Vom Titel ausgehend: Ein Mangel an Liebe? Was es da erfährt , fehlt woanders? (der Text steht schließlich in der Liebeslyrik). Aber was macht dann die "Walfrau", der Betrug durch den Cherub, ... grübel ...
Fragen, die du natürlich nicht beantworten sollst.
Dein Text gefällt mir nach einiger Beschäftigung sehr gut.
Liebe Grüße
Gerda
-
Sam
Hallo Lisa,
was mir den Einstieg in dein Gedicht sehr schwer macht, sind die Glückskeksweisheiten am Anfang und auch weiter unten im Text.
"nicht die wiese. das gelangen auf die wiese ist es."
und
"der weg zurück ist der einzige nach vorn"
Dazwischen flimmern einprägsame Zeilen, neben etwas, das ich als Bildbeschreibung bezeichnen möchte. Der Cherub - ja! Aber so wenig, wie ich vermag die angeführten Sinnsprüche ein ein Ganzes einzuordnen, so wenig fügen sich auch die Bilder zusammen. Womöglich, weil sie von einer Sprache zusammengehalten werden, die auf mich so wirkt, als wehre sie sich gegen das, was sie zum Ausdruck bringen soll.
Gruß
Sam
was mir den Einstieg in dein Gedicht sehr schwer macht, sind die Glückskeksweisheiten am Anfang und auch weiter unten im Text.
"nicht die wiese. das gelangen auf die wiese ist es."
und
"der weg zurück ist der einzige nach vorn"
Dazwischen flimmern einprägsame Zeilen, neben etwas, das ich als Bildbeschreibung bezeichnen möchte. Der Cherub - ja! Aber so wenig, wie ich vermag die angeführten Sinnsprüche ein ein Ganzes einzuordnen, so wenig fügen sich auch die Bilder zusammen. Womöglich, weil sie von einer Sprache zusammengehalten werden, die auf mich so wirkt, als wehre sie sich gegen das, was sie zum Ausdruck bringen soll.
Gruß
Sam
Hallo,
spät, aber arbeitstapfer melde ich mich hier nochmal zur Wort.
Ich habe inzwischen nochmal am Text gearbeitet und im Kopf Fassung drei eingestellt.
aram, ich fang mal bei dir an, weil ich von deinen einwänden viel übernommen habe: Viele deiner Punkte haben mir wie immer sofort eingeleuchtet. Zum "darin bestehe": für mich ist die formulierung, dass eine Aufgabe in etwas besteht treffsicherer als "sei", weil ich die Nähe Suche zu Herausforderung/eine Aufgabe bestehen, ein wenig in Richtung: Drachen besiegen und ein wenig auch in Pflicht.
Den Cherub habe ich deshalb genommen, weil ich ihn durch Kleist kenne - ich liebe es, wie er diese Figur verwendet und meine ganze Szene ist ja "Paradiesisch" angelegt und der Cherub bewacht das ja (und dann der Weg zurück...).
dekolette/busenundsofort: ja, busen ist zwar fein, aber ich glaube, ich kann es nicht nehmen, eben gerade, weil die frau so ein kunstprofukt ist, dass sie nicht so etwas hatm zu dem man dieses volle wort "busen" sagen könnte. warum nicht brüste dann? ich probier es mal. dekolette gefällt mir vom beschreibungsgrad am besten, aber sprachlich stimmt dein einwand leider.
das mit den dassen hab ich jetzt noch anders gemacht (erst hatte ich deins übernommen, aber bisher passts für mich jetzt so besser wegen meiner Betonung)
ansonsten: es tut gut und ist schlimm zugleich zu lesen, wie du den text liest, bin mir nicht sicher, was am ende überwiegt
(wir kennen uns ja)
Gerda:
Das finde ich richtig toll, wie du das beschreibst, weil so in etwa auch in mir das Bild besteht - es kam dadurch zusammen, dass ich die beiden schlangebader und märzlieb (so heißen die jünglinge, falls da snicht klar geworden ist .-)) sah so zwischen den bäumen, ihre Haare und ihr beieinander. das geschah über die namen, die mir einfielen irgendwann. als zweites sah ich in der u-bahn eine frau, die an einem recht altem dekolette eine kette mit einem goldenen wal trug und die war dann nicht mehr zu trennen. die jünglinge sind für mich unschuldig, bewegen sich in einer landschaft, die mich ans paradies erinnerte und das gefühl, das ich zu den beiden hatte, war eben das, nicht drin bei ihnen zu sein, dass sie zusammen mit ihrer gegenspielerin der goldwalfrau/mutter entstanden sind, um das gefühl zu erfassen/gegenwärtig zu haben, dass ich auf eine in etwas nich drin bin, auf die ich draußen bin (ja, für mich macht das Sinn .-)). Der Cherub ist dabei eben als paradiesischer wächter gedacht, der aber eben nicht ganz figurvoll genommen wird (ein wenig wie handlangernde Halbgötter in älteren bis alten Dramen). na ja, so in etwa.
leonie:
Ja, ganz genau so, toll, dass du das so "sehen" konntest!
(die Klammer lass ich aber, ich glaub nicht, dass es ohne funktioniert, außerdem hat die aussage auch so noch einen mehrwert für mich)
Sam: Du hast recht mit den Aussagen - sind sowieso schon falsch, weil sie ja dem Bild die Chance nehmen, das eben zu sagen. wahrscheinlich hab ich dem Bild nicht vertraut und fand die sätze irgendwie toll, aber im grunde mag ich sie so auch nicht (nur als gedanken eben, aber wenn dann ein text diesen sagen soll, muss das anders sein). also hab ich sie mal rausgenommen und vertrau einfach auf das Bild. es wird sicher so nicht direkt eine aussage produzieren können, aber zumindest geben mir die anderen Kommentare die Idee davon, dass eine Szenerie entsteht, die das Gefühl, um das es geht (was das problem ist auf die wiese zu gelangen) ein wenig evoziert. im kleinen rahmen reicht mir das schon.
ansonsten kann es gut sein, dass ich nicht sagen will, was ich sagen will. aber ums mit humor zu nehmen:
http://www.youtube.com/watch?v=cjUmvHBg ... re=related
Dagegen bin ich machtlos! (ich nächsten leben, das es nicht geben wird, dann .-)
Vielleicht fällt Fassung drei nu auch auseinander, aber mal schauen.
Ich dank euch allen,
liebe Grüße,
Lisa
spät, aber arbeitstapfer melde ich mich hier nochmal zur Wort.

Ich habe inzwischen nochmal am Text gearbeitet und im Kopf Fassung drei eingestellt.
aram, ich fang mal bei dir an, weil ich von deinen einwänden viel übernommen habe: Viele deiner Punkte haben mir wie immer sofort eingeleuchtet. Zum "darin bestehe": für mich ist die formulierung, dass eine Aufgabe in etwas besteht treffsicherer als "sei", weil ich die Nähe Suche zu Herausforderung/eine Aufgabe bestehen, ein wenig in Richtung: Drachen besiegen und ein wenig auch in Pflicht.
Den Cherub habe ich deshalb genommen, weil ich ihn durch Kleist kenne - ich liebe es, wie er diese Figur verwendet und meine ganze Szene ist ja "Paradiesisch" angelegt und der Cherub bewacht das ja (und dann der Weg zurück...).
dekolette/busenundsofort: ja, busen ist zwar fein, aber ich glaube, ich kann es nicht nehmen, eben gerade, weil die frau so ein kunstprofukt ist, dass sie nicht so etwas hatm zu dem man dieses volle wort "busen" sagen könnte. warum nicht brüste dann? ich probier es mal. dekolette gefällt mir vom beschreibungsgrad am besten, aber sprachlich stimmt dein einwand leider.
das mit den dassen hab ich jetzt noch anders gemacht (erst hatte ich deins übernommen, aber bisher passts für mich jetzt so besser wegen meiner Betonung)
ansonsten: es tut gut und ist schlimm zugleich zu lesen, wie du den text liest, bin mir nicht sicher, was am ende überwiegt
(wir kennen uns ja)Gerda:
Ich sehe eine satt dunkelgrüne Allee im Stile Rousseaus. Irgendwo verstecken sich zwei schön gelockte Jünglinge, vor einer walkürenhaften Person mit Riesenhaften Brüsten im Ausschnitt und um den Hals hat sie ein viel zu dickes Goldband, den Wal, wobei der in meiner Vorstellung eher etwas dünner Richtung Aal, Schlange ausfällt. Das Lyrich hält sich an einer nicht fixen Stelle im Bild auf. Die Wiese tritt rechts irgendwo in den Hintergrund.
Das finde ich richtig toll, wie du das beschreibst, weil so in etwa auch in mir das Bild besteht - es kam dadurch zusammen, dass ich die beiden schlangebader und märzlieb (so heißen die jünglinge, falls da snicht klar geworden ist .-)) sah so zwischen den bäumen, ihre Haare und ihr beieinander. das geschah über die namen, die mir einfielen irgendwann. als zweites sah ich in der u-bahn eine frau, die an einem recht altem dekolette eine kette mit einem goldenen wal trug und die war dann nicht mehr zu trennen. die jünglinge sind für mich unschuldig, bewegen sich in einer landschaft, die mich ans paradies erinnerte und das gefühl, das ich zu den beiden hatte, war eben das, nicht drin bei ihnen zu sein, dass sie zusammen mit ihrer gegenspielerin der goldwalfrau/mutter entstanden sind, um das gefühl zu erfassen/gegenwärtig zu haben, dass ich auf eine in etwas nich drin bin, auf die ich draußen bin (ja, für mich macht das Sinn .-)). Der Cherub ist dabei eben als paradiesischer wächter gedacht, der aber eben nicht ganz figurvoll genommen wird (ein wenig wie handlangernde Halbgötter in älteren bis alten Dramen). na ja, so in etwa.
leonie:
und das lyrIch als Betrachterin davor, sie wird gedanklich hineingezogen, das Bild findet nun als inneres Geschehen, als Wiedererkennen in ihr statt, (...)
Am Schluss ist dann die Wendung nach außen, vielleicht der Wunsch, erkannt zu werden, der an das lyrDu gerichtet wird. Vielleicht ist auch eine Warnung darin.
Ja, ganz genau so, toll, dass du das so "sehen" konntest!
(die Klammer lass ich aber, ich glaub nicht, dass es ohne funktioniert, außerdem hat die aussage auch so noch einen mehrwert für mich)
Sam: Du hast recht mit den Aussagen - sind sowieso schon falsch, weil sie ja dem Bild die Chance nehmen, das eben zu sagen. wahrscheinlich hab ich dem Bild nicht vertraut und fand die sätze irgendwie toll, aber im grunde mag ich sie so auch nicht (nur als gedanken eben, aber wenn dann ein text diesen sagen soll, muss das anders sein). also hab ich sie mal rausgenommen und vertrau einfach auf das Bild. es wird sicher so nicht direkt eine aussage produzieren können, aber zumindest geben mir die anderen Kommentare die Idee davon, dass eine Szenerie entsteht, die das Gefühl, um das es geht (was das problem ist auf die wiese zu gelangen) ein wenig evoziert. im kleinen rahmen reicht mir das schon.
ansonsten kann es gut sein, dass ich nicht sagen will, was ich sagen will. aber ums mit humor zu nehmen:
http://www.youtube.com/watch?v=cjUmvHBg ... re=related
Dagegen bin ich machtlos! (ich nächsten leben, das es nicht geben wird, dann .-)
Vielleicht fällt Fassung drei nu auch auseinander, aber mal schauen.
Ich dank euch allen,
liebe Grüße,
Lisa
Vermag man eine Geschichte zu erzählen, die noch nicht geschehen ist?
Es verhält sich damit wohl wie mit unserer Angst. Fürchten wir uns doch gerade vor dem mit aller Macht, was gar nicht mehr geschehen kann, eben weil es schon längst geschehen ist.
Es verhält sich damit wohl wie mit unserer Angst. Fürchten wir uns doch gerade vor dem mit aller Macht, was gar nicht mehr geschehen kann, eben weil es schon längst geschehen ist.
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