Die Laken sind ziemlich zerwühlt
Und achtlos verstreut uns're Kleider
Es ist zu warm für die Jahreszeit
Ich küsse dich ... und so weiter
Bis du schreist: Kippenzeit!
Wir rauchen auf dem Balkon
Wir rauchen in die Nacht hinein
Die Liebe ist - auf und davon
Dann gehen wir wieder hinein
Draußen rauscht ruhig der Regen
Dann gehst du und läßt mich allein
Ich weine nicht deswegen
Kein Titel
-
Herby
Hallo Arthur,
erst einmal ein herzliches Willkommen hier. Ich hoffe, du fühlst wohl in den Sesseln des Salons.
Dein "Erstling" gefällt mir in seiner Beiläufigkeit gut. Nur zu zwei Stellen hätt ich was anzumerken: zum einen irritiert mich das Verb "schreist" in seiner Heftigkeit selbst dann noch, wenn ich die Verse 4/5 als Enjambement lese.
Zum anderen ist mir der Vers
zu erklärend und außerdem im letzten Vers inhaltlich enthalten.
Was denkst du?
Liebe Grüße,
Herby
erst einmal ein herzliches Willkommen hier. Ich hoffe, du fühlst wohl in den Sesseln des Salons.
Dein "Erstling" gefällt mir in seiner Beiläufigkeit gut. Nur zu zwei Stellen hätt ich was anzumerken: zum einen irritiert mich das Verb "schreist" in seiner Heftigkeit selbst dann noch, wenn ich die Verse 4/5 als Enjambement lese.
Zum anderen ist mir der Vers
ArthurMoloch hat geschrieben:Die Liebe ist - auf und davon
zu erklärend und außerdem im letzten Vers inhaltlich enthalten.
Was denkst du?
Liebe Grüße,
Herby
Mir gefällt, wie Herby, das Lapidare. Die Reime unterstützen das. Nur eine Stelle finde ich zu "schlimm" gereimt: Kleider ... und so weiter.
Das Schreien habe ich ironisch aufgefasst, finde es allerdings wirklich nicht so ganz gut gewählt.
Herbys andere "Beanstandung" hingegen teile ich nicht. Dass die Liebe praktisch mit dem blauen Dunst davonfliegt*, finde ich sogar ganz gekonnt!
*im wahrsten Sinne verraucht (wird)
Das Schreien habe ich ironisch aufgefasst, finde es allerdings wirklich nicht so ganz gut gewählt.
Herbys andere "Beanstandung" hingegen teile ich nicht. Dass die Liebe praktisch mit dem blauen Dunst davonfliegt*, finde ich sogar ganz gekonnt!
*im wahrsten Sinne verraucht (wird)
-
ArthurMoloch
Danke für das Willkommen, die Blumen und die Mängelliste. Diese Mängel sind die Ursache, weshalb ich Gereimtes nur selten ernsthaft anfasse: Der Aufwand steht in keinem Verhältnis zum Ergebnis, zumindest was mich betrifft.
"Schreist" finde ich an der besagten Stelle gar nicht so fehl am Platze, Herby, immerhin haben die beiden Personen Sex. "Keuchst" wäre auch noch okay, hübsche Alliteration. Ich denke, ich werde mal eine Forschungsexpedition in die einsilbige Verbenhöhle starten, verspreche aber nicht, daß ich anschließend "schreist" ersetzen werde.
Die andere Stelle ist heikler. Schätzungsweise wird es immer Leute geben, die diese Zusatzinformation nicht benötigen, so wie Du. Mal angenommen ich würde die Stelle - mit dieser Tatsache im Hinterkopf - durch "Am Horizont dämmert es schon." ersetzen, was als Ersatz ganz gut passen würde: andere Leute würden das Fehlen einer Erklärung bemängeln.
Mal als Versuch:
Die Laken sind gründlich zerwühlt
Und nackt drauf zu liegen gescheiter
Es ist zu warm für die Jahreszeit
Ich küsse dich ... und so weiter
Bis du keuchst: Kippenzeit!
Wir rauchen auf dem Balkon
Wir rauchen in die Nacht hinein
Im Osten dämmert es schon
Dann gehen wir wieder hinein
Draußen rauscht ruhig der Regen
Dann gehst du und läßt mich allein
Ich weine nicht deswegen
"Schreist" finde ich an der besagten Stelle gar nicht so fehl am Platze, Herby, immerhin haben die beiden Personen Sex. "Keuchst" wäre auch noch okay, hübsche Alliteration. Ich denke, ich werde mal eine Forschungsexpedition in die einsilbige Verbenhöhle starten, verspreche aber nicht, daß ich anschließend "schreist" ersetzen werde.
Die andere Stelle ist heikler. Schätzungsweise wird es immer Leute geben, die diese Zusatzinformation nicht benötigen, so wie Du. Mal angenommen ich würde die Stelle - mit dieser Tatsache im Hinterkopf - durch "Am Horizont dämmert es schon." ersetzen, was als Ersatz ganz gut passen würde: andere Leute würden das Fehlen einer Erklärung bemängeln.
Mal als Versuch:
Die Laken sind gründlich zerwühlt
Und nackt drauf zu liegen gescheiter
Es ist zu warm für die Jahreszeit
Ich küsse dich ... und so weiter
Bis du keuchst: Kippenzeit!
Wir rauchen auf dem Balkon
Wir rauchen in die Nacht hinein
Im Osten dämmert es schon
Dann gehen wir wieder hinein
Draußen rauscht ruhig der Regen
Dann gehst du und läßt mich allein
Ich weine nicht deswegen
auszer dem letzten absatz
speziell dem "ich wine nicht deswegen"
konnte ich mich gut einfühlen.
grusz
noel
speziell dem "ich wine nicht deswegen"
konnte ich mich gut einfühlen.
grusz
noel
NOEL = Eine Dosis knapp unterhalb der Toxizität, ohne erkennbare Nebenwirkung (NOEL - no observable effect level).
Wir sind alle Meister/innen der Selektion und der konstruktiven Hoffnung, die man allgemein die WAHRHEIT nennt ©noel
Wir sind alle Meister/innen der Selektion und der konstruktiven Hoffnung, die man allgemein die WAHRHEIT nennt ©noel
Lieber Arthur,
mir gefällt Dein Text auch in seinem lapidaren Ton, ich finde, dass Form und Inhalt hier auch gut passen. Mir gefällt die erste Version besser, gerade wegen des wie "achtlos" hingeworfenen Reims, der genauso zu sein scheint wie die Kleider.
Bei der letzten Strophe würde ich über das zweite "dann" nachdenken...
Liebe Grüße
leonie
mir gefällt Dein Text auch in seinem lapidaren Ton, ich finde, dass Form und Inhalt hier auch gut passen. Mir gefällt die erste Version besser, gerade wegen des wie "achtlos" hingeworfenen Reims, der genauso zu sein scheint wie die Kleider.
Bei der letzten Strophe würde ich über das zweite "dann" nachdenken...
Liebe Grüße
leonie
-
ArthurMoloch
Ich grinse grade in mich rein und denke, daß Dichten wahrscheinlich sehr viel mehr mit Diktatur als mit Demokratie zu tun hat. Sei's drum, es ist ohnehin nicht mein allerbestes und mit Reimen geht es mir ein bißchen wie Gabriella - es ist heutzutage nicht mehr so leicht, Ernsthaftes damit zu transportieren. Falls noch ein paar mehr Leute was dazu sagen sollten, kann ich ja nochmal überlegen. Vorerst danke ich für die Gedanken. :)
-
romea
hallo arthur,
schreien: nein - keuchen: ja - auch wegen der alliteration.
die dritte strophe haut mich nicht vom hocker. braucht es das angedeutete beziehungsdrama? wirklich? lass' es doch stattdessen einfach nur im osten dämmern.
ich will nun nicht generalisieren: 'weniger ist bekanntlich mehr', aber manchmal ist streichen ganz tut. kommt luft in den text....gif)
gruss!
r.
schreien: nein - keuchen: ja - auch wegen der alliteration.
die dritte strophe haut mich nicht vom hocker. braucht es das angedeutete beziehungsdrama? wirklich? lass' es doch stattdessen einfach nur im osten dämmern.
ich will nun nicht generalisieren: 'weniger ist bekanntlich mehr', aber manchmal ist streichen ganz tut. kommt luft in den text...
.gif)
gruss!
r.
-
ArthurMoloch
Hi Romea, es braucht das Beziehungsdrama nicht, und in der zweiten Version kann es höchstens noch reininterpretiert werden.
Aber: Ich hab es nicht so sehr mit dem Reimen, noch nie gehabt, weshalb ich meine gereimten Sachen mittlerweile grundsätzlich und absichtlich vernachlässige. Wenn sie fertig und einigermaßen sinnvoll sind, fein. Wenn nicht, mach ich mir ungern die Arbeit der aufwendigen Nachbesserungen, das ist mir mein Klippschülerniveau nicht wert.
Es war vermutlich eine blöde Idee, den Text zum Einstand hier einzustellen.
Aber: Ich hab es nicht so sehr mit dem Reimen, noch nie gehabt, weshalb ich meine gereimten Sachen mittlerweile grundsätzlich und absichtlich vernachlässige. Wenn sie fertig und einigermaßen sinnvoll sind, fein. Wenn nicht, mach ich mir ungern die Arbeit der aufwendigen Nachbesserungen, das ist mir mein Klippschülerniveau nicht wert.
Es war vermutlich eine blöde Idee, den Text zum Einstand hier einzustellen.
Wer ist online?
Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 16 Gäste