Der Schein, ein Schild der schnell gemalten Bilder
in greller Buntheit, grobgekörnt im Licht,
sensibel, still, mal lauter, manchmal wilder -
du zeigst doch nie dein wahres Angesicht.
Du schwängerst täglich deine Eitelkeiten,
das Rollenspiel wird immer neu geübt,
dein Spektrum spiegelt endlos scheinend Weiten -
so bleibt der Blick der Anderen getrübt.
Die Perfektion als einziges Bestreben,
genährt von stetig wachsender Manie,
wird dir ein farbenloses Antlitz geben -
als Abbild ausgelaugter Phantasie.
Du spürst nicht, dass die Masken Fäden weben –
sie werden eines Tages an dir kleben.
© Phönix
Schein.Sein
-
Niko
hallo und willkommen, meister der reime!
das klingt für mich nach einem zumindest formal sehr gut gelungenen gedicht in form eines shakespeare - sonetts. soweit ich das beurteilen kann, ist es im besten sinne des wortes perfekt gereimt. wobei ich für mich zumindest in nicht ausreichender form die inhaltlichen aspekte berücksichtigt finde. strofe 1: themenstellung, strofe 2: gegensatz ODER variation, strofe 3: lösungsansatz, strofe 4: ausformulieren eines schlussgedankens.
hier finde ich eigentlich "nur" themenstellung und variation. und einen schlussgedanken, der für mich persönlich nicht stark genug sich absetzt vom vorangegangenen.
gut - das sind feinheiten vielleicht, aber das berühmte i-tüpfelchen, finde ich. etwas, was den text dann wirklich rund sein lässt. mehr noch beim shakespeare- sonett als bei petrarca oder ronsard finde ich die zumindest grob eingehaltene themenstruktur innerhalb des textes wichtig.
aber nu, es ist herrlich ungezwungen gereimt und ich habe es sehr, sehr gerne auf der reimzunge zergehen lassen.
liebe grüße: niko
das klingt für mich nach einem zumindest formal sehr gut gelungenen gedicht in form eines shakespeare - sonetts. soweit ich das beurteilen kann, ist es im besten sinne des wortes perfekt gereimt. wobei ich für mich zumindest in nicht ausreichender form die inhaltlichen aspekte berücksichtigt finde. strofe 1: themenstellung, strofe 2: gegensatz ODER variation, strofe 3: lösungsansatz, strofe 4: ausformulieren eines schlussgedankens.
hier finde ich eigentlich "nur" themenstellung und variation. und einen schlussgedanken, der für mich persönlich nicht stark genug sich absetzt vom vorangegangenen.
gut - das sind feinheiten vielleicht, aber das berühmte i-tüpfelchen, finde ich. etwas, was den text dann wirklich rund sein lässt. mehr noch beim shakespeare- sonett als bei petrarca oder ronsard finde ich die zumindest grob eingehaltene themenstruktur innerhalb des textes wichtig.
aber nu, es ist herrlich ungezwungen gereimt und ich habe es sehr, sehr gerne auf der reimzunge zergehen lassen.
liebe grüße: niko
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PhönixBerlin
Danke für die Begrüßung.
Zu meiner Schande muß ich gestehen, dass ich mich mit Sonette von Shakespeare, Petrarca etc. nicht auskenne und mit These, Antithese usw. meine Schwierigkeiten habe.gif)
Ich schreibe aus dem Bauch heraus, achte darauf, dass bei Reimgedichten alles in Ordung ist und dass meine Texte etwas erzählen.
Ich freue mich, dass du reingeschaut und deine Meinung gesagt hast.
Liebe Grüße
P.
Zu meiner Schande muß ich gestehen, dass ich mich mit Sonette von Shakespeare, Petrarca etc. nicht auskenne und mit These, Antithese usw. meine Schwierigkeiten habe
.gif)
Ich schreibe aus dem Bauch heraus, achte darauf, dass bei Reimgedichten alles in Ordung ist und dass meine Texte etwas erzählen.
Ich freue mich, dass du reingeschaut und deine Meinung gesagt hast.
Liebe Grüße
P.
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Niko
aus dem bauch raus ist immer gut! das achten auf das "alles in ordnung" der reime finde ich mindestens genauso schwierig wie das andere inhaltliche. und es ergibt sich ja letztendlich irgendwie.
dein text - das habe ich nicht erwähnt eben - gefällt mir auch inhaltlich sehr. gerade die ersten beiden strofen. und auch die letzten beiden zeilen. in der dritten strofe fehlt mir halt etwas der kontrast.
liebe grüße: niko, auch bauchschreiber mit nur ein ganz paar sonetten im gepäck (allesamt shakespeare-typ)
dein text - das habe ich nicht erwähnt eben - gefällt mir auch inhaltlich sehr. gerade die ersten beiden strofen. und auch die letzten beiden zeilen. in der dritten strofe fehlt mir halt etwas der kontrast.
liebe grüße: niko, auch bauchschreiber mit nur ein ganz paar sonetten im gepäck (allesamt shakespeare-typ)
Hallo Phönix,
willkommen im Forum
Dein Sonett liest sich gut, aber am Ende habe ich doch das Gefühl, nicht satt geworden zu sein. Das liegt nach meinem Gefühl an der arg körperlosen Sprache, auch an den vielen unsinnlichen Fremdwörtern. "Das Spektrum spiegelt endlos scheinend Weiten" wäre da ein Beispiel - es wird schon klar, worum es geht, aber der Vers ist nicht übermäßig beeindruckend
In den Versen 9-12 hast du dann "Perfektion" (das zwei Hebungen aufgebrummt bekommt, obwohl es nur eine hat), "Phantasie" und "Manie", die letzten auch noch als Reimworte - hm. Dazwischen dann ein so altmodisch-fremdes Wort wie "Antlitz", was gar nicht dazu passt (Auch das "wahre Angesicht" aus V4 hat etwas worthülsenartiges?!).
Das Pronomen "sie" in der letzten Zeile zu beziehen, fällt mir schwer: Die Masken? Die Fäden? ("Beides" gilt nicht
)
Insgesamt, wie gesagt, ein eingängiger Text, aber durch die schon oft gehörte inhaltliche Aussage und die vielen kleinen formalen Unebenheiten doch nicht so überzeugend, wie er sein könnte, meiner Meinung nach.
Ferdigruß!
willkommen im Forum

Dein Sonett liest sich gut, aber am Ende habe ich doch das Gefühl, nicht satt geworden zu sein. Das liegt nach meinem Gefühl an der arg körperlosen Sprache, auch an den vielen unsinnlichen Fremdwörtern. "Das Spektrum spiegelt endlos scheinend Weiten" wäre da ein Beispiel - es wird schon klar, worum es geht, aber der Vers ist nicht übermäßig beeindruckend
In den Versen 9-12 hast du dann "Perfektion" (das zwei Hebungen aufgebrummt bekommt, obwohl es nur eine hat), "Phantasie" und "Manie", die letzten auch noch als Reimworte - hm. Dazwischen dann ein so altmodisch-fremdes Wort wie "Antlitz", was gar nicht dazu passt (Auch das "wahre Angesicht" aus V4 hat etwas worthülsenartiges?!).Das Pronomen "sie" in der letzten Zeile zu beziehen, fällt mir schwer: Die Masken? Die Fäden? ("Beides" gilt nicht
)Insgesamt, wie gesagt, ein eingängiger Text, aber durch die schon oft gehörte inhaltliche Aussage und die vielen kleinen formalen Unebenheiten doch nicht so überzeugend, wie er sein könnte, meiner Meinung nach.
Ferdigruß!
Schäumend enthüpfte die Woge den schöngeglätteten Tannen. (Homer/Voß)
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