gaffer

Bereich für Texte mit lyrischem Charakter: z.B. Liebeslyrik, Erzählgedichte, Kurzgedichte, Formgedichte, Experimentelle Lyrik sowie satirische, humorvolle und natürlich auch kritische Gedichte
moonlight

Beitragvon moonlight » 17.06.2011, 22:52

gaffer


im
zentrum
der
gewalt
blinde
ohren
überall


er
fühlt
sich
mittendrin
außen
vor
und
nicht
dabei


im
kern
der
menge
doch
alleine
beäugt
von
hundert
paaren


hört
nur
der
boden
sein
schreien




© Moonlight 2010

RäuberKneißl

Beitragvon RäuberKneißl » 17.06.2011, 23:37

Hallo moonlight,

eine faszinierende Form!
Das Gedicht selbst kommt mir in seinen Metaphern zu Dachlattenhaft, respektive brutalstmöglich daher: blinde ohren - hört nur der boden sein Schrein - für mich zuviel "Versuch, das Publikum zum Verstehen zu zwingen." (Fichte, glaube ich, sowohl Dachlatte als auch Zitat) Am besten gefallen mir die mittleren beiden Strophen.
Grüße
Franz

moonlight

Beitragvon moonlight » 19.06.2011, 16:03

Hallo Franz,
Herzlichen Dank für deine Worte.
Ich werde versuchen das "Dachlattenhafte" ein bisschen zu.......

LG
Moonlight

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Lisa
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Beitragvon Lisa » 20.06.2011, 22:26

Hallo moonlight,

ich schließe mich Franz an - der Text scheint mir ähnlich eng wie sein Titel. Ich glaube, sein Problem liegt darin, dass die Wahl das Thema unter den Begriff "gaffer" zu fassen schon eine bestimmte (Anti-)Haltung bedeutet, die nicht über das hinaus kann, was sie ankreidet.

Insgesamt finde ich es interessant, dass du regelmäßig in deinen Texten versuchst menschlich schlimmes oder grenzwertiges Verhalten aufzuzeigen. Für meinen Geschmack bist du dabei aber oft zu s/w. Vielleicht könnte es hier helfen, weniger in den einen und die anderen zu splitten, indem du eine Ich-Perspektive einnimmst. Wie würdest du etwa diesen Text aus Sicht eines Gaffers schreiben? Durch diese Frage wird für mich zum Beispiel deutlich, was dem Text fehlt bzw. was an zuviel in diese Lücke gelegt ist.

liebe Grüße,
Lisa
Vermag man eine Geschichte zu erzählen, die noch nicht geschehen ist?
Es verhält sich damit wohl wie mit unserer Angst. Fürchten wir uns doch gerade vor dem mit aller Macht, was gar nicht mehr geschehen kann, eben weil es schon längst geschehen ist.

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Thomas Milser
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Beitragvon Thomas Milser » 21.06.2011, 13:18

Hallo Franz,

ich staune über die Wortschöpfung "dachlattenhaft". Nicht als solche (klingt gut!), aber deine Erklärung "brutalstmöglich(st)" erstaunt mich. Also unter uns Tischlern/Zimmerleuten ist die Dachlatte das lachhafteste Holz unter den Bauhölzer, auch gerne "Vogelsitzholz" genannt, da schwach an Querschnitt und labberig in der Physiognomie. Insofern tut der Vergleich hinken, tut er nämlich ...

Zum Text: Ist mir auch ein bisschen dünne, trägt sich nicht. Da kann auch die Setzung (warum ist die so?) nicht viel bügeln ... ansonsten würde ich mich Lisa anschließen. Für mich wird der Gaffer nicht klar personifiziert.

LieGrüTom.
Menschheit, Du hattest von Anfang an nicht das Zeug dazu... (Charles Bukowski)

moonlight

Beitragvon moonlight » 23.06.2011, 12:55

Hallo Lisa,
vielen Dank für deinen Kommentar.

Ich werde es einfach einmal versuchen aus der Sicht des Gaffers zu schreiben.....vielleicht kommt es dann besser rüber.

Liebe Grüße
Moonlight

moonlight

Beitragvon moonlight » 23.06.2011, 12:59

Hallo Tom,
lieben Dank für deine Worte.
Ich werde es aus einer anderen Sicht schreiben.

Liebe Grüße
Moonlight

Bitte seid mir nicht böse wenn ich Kommentare nicht sofort beantworten kann....mit fehlt es an Zeit.

RäuberKneißl

Beitragvon RäuberKneißl » 23.06.2011, 14:34

@Tom: die Dachlatte gehört zu Holger Börner, einem der Vorgänger von brutalstmöglich Koch als hessischer MInisterpräsident; er hatte sie als Lösungsmittel für Konflikte mit Startbahn-West-Gegnern eingebracht.
Grüße
Franz

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Thomas Milser
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Beitragvon Thomas Milser » 24.06.2011, 10:16

@Franz: Herr Börner ist wohl kein Zimmermann, wie? :o)
Menschheit, Du hattest von Anfang an nicht das Zeug dazu... (Charles Bukowski)


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