Anleitung Schneeofen
Schneekacheln sind sechseckig, sommers schwer zu finden.
Kinder entdecken sie nie, weil der Fingerzeig fehlt;
dabei gibt es sie reichlich, liegen über kreuz und quer,
blinzeln verrückt und machen es noch schwerer.
Autoabgase setzen ihnen sehr zu.
Gerne schmiegen sie sich an Gänseweiher,
oder hinter verborgene Berghütten, in denen
Schlitten mit handgebogenen Kufen modern.
Schneekacheln dürfen nur mit speziellem
Schneekachelkleber befestigt werden. Fugen
traditionell in Lapislazuli, gibt es in allen Lidschattenfarben.
Sie werden nur innen verbaut, nicht auf Holzböden zulässig.
Überhaupt sind Schneekacheln Männersache.
Frauen räkeln sich aber abends gern nackt
auf einem Eisbärenfell vor dem Sommerofen,
dann hört man ihn leise schnattern.
- erste Version: -
Anleitung Schneeofen
Schneekacheln sind sechseckig , sommers schwer zu finden.
Kinder entdecken sie nie, weil der Fingerzeig fehlt,
dabei gibt es sie reichlich, sie liegen kreuz und quer,
blinzeln verrückt und machen es noch schwerer.
Sie schmiegen sich gerne in Höhlen unter Gänseweihern.
Oder hinter abgelegene Berghütten,
an die handgebogene Buchenskier genagelt sind.
Autoabgase setzen ihnen sehr zu.
Schneekacheln dürfen nur mit speziellem
Schneekachelkleber befestigt werden. Fugen,
traditionell in Lapislazuli, gibt es in allen Lidschattenfarben.
Sie werden nur innen verbaut, dabei trinkt man Bier.
Überhaupt ist Schneeofenbau Männersache.
Frauen lieben es aber erfahrungsgemäß
sich abends auf einem Eisbärenfell
nackt vor dem Sommerofen zu räkeln.
Anleitung Schneeofen
-
Gerda
Hallo Franz,
ich weiß, vor mir haben schon Saloner eigentlich alles gesagt und der Text steht ja auch in der Rubrik "Humorige und Satirische Lyrik"; dennoch möchte ich dir mitteilen, was mich von Anfang irritiert hat und auch verhindert hat, deinen Text zu kommentieren. Ich konnte mir unter einem "Schneeofen" überhaupt nichts vorstellen - ehrlich gesagt, eigentlich immer noch nicht.
Ich musste erst einmal an ein Iglu denken, aber das konnte ja nun überhaupt nicht sein.
Durch deine und die Rückmeldungen der anderen, habe ich, so glaube ich, verstanden, dass es sich um den Bau einen Kachelofens handelt und die satirische Betrachtung des Vorgangs, Besorgung des Baumaterials und Bau des Objekts.
Vielleicht ist ja der Gebrauch des Wortes "Schneeofen" auch in Wahrheit unter den "Schneeofenerbauern" verbreitet und nicht nur "Programm", wie ich annehme. Googlen hilft jedenfalls nicht..gif)
Ich verstehe es so, dass sich aus dieser Namensgebung bereits Humor und Satire ableiten.
Genau wie "Gänseweiher". Mir scheint es unzreichend, ein wenig benutztes Wort zu nennen, ich weiß nicht welche Funktion "Gänseweiher" haben soll, auch nicht wo da der Witz ist.
Es gibt Ortschaften, die so heißen ...
Aber vielleicht geht mein Empfinden für Satire andere Wege ... ich mach dann mal die Biege und
grüße herzlich
Gerda
ich weiß, vor mir haben schon Saloner eigentlich alles gesagt und der Text steht ja auch in der Rubrik "Humorige und Satirische Lyrik"; dennoch möchte ich dir mitteilen, was mich von Anfang irritiert hat und auch verhindert hat, deinen Text zu kommentieren. Ich konnte mir unter einem "Schneeofen" überhaupt nichts vorstellen - ehrlich gesagt, eigentlich immer noch nicht.
Ich musste erst einmal an ein Iglu denken, aber das konnte ja nun überhaupt nicht sein.
Durch deine und die Rückmeldungen der anderen, habe ich, so glaube ich, verstanden, dass es sich um den Bau einen Kachelofens handelt und die satirische Betrachtung des Vorgangs, Besorgung des Baumaterials und Bau des Objekts.
Vielleicht ist ja der Gebrauch des Wortes "Schneeofen" auch in Wahrheit unter den "Schneeofenerbauern" verbreitet und nicht nur "Programm", wie ich annehme. Googlen hilft jedenfalls nicht.
.gif)
Ich verstehe es so, dass sich aus dieser Namensgebung bereits Humor und Satire ableiten.
Genau wie "Gänseweiher". Mir scheint es unzreichend, ein wenig benutztes Wort zu nennen, ich weiß nicht welche Funktion "Gänseweiher" haben soll, auch nicht wo da der Witz ist.
Es gibt Ortschaften, die so heißen ...
Aber vielleicht geht mein Empfinden für Satire andere Wege ... ich mach dann mal die Biege und
grüße herzlich
Gerda
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RäuberKneißl
Hallo Gerda,
beschrieben ist die Bauanleitung für das imaginierte Wunschobjekt eines Kachelofens für heiße Sommertage, der durch seine Schneekacheln Kühle bringt. Wenn du es als Satire lesen willst, dann eine auf die zeitaufwändige Jagd nach dem exotischen Zubehör für seine Bauwerke, das der männliche Jagdeifer erst nach Samstage-fressenden Suchen in abgelegensten Regalen der Vorort-Baumärkte zutage fördert; alles natürlich selbstlos, einzig getragen vom Wunsch, dass die Freundin/Gemahlin sich vor dem vollendeten Werk glücklich räkeln möge.
Grüße
Franz
beschrieben ist die Bauanleitung für das imaginierte Wunschobjekt eines Kachelofens für heiße Sommertage, der durch seine Schneekacheln Kühle bringt. Wenn du es als Satire lesen willst, dann eine auf die zeitaufwändige Jagd nach dem exotischen Zubehör für seine Bauwerke, das der männliche Jagdeifer erst nach Samstage-fressenden Suchen in abgelegensten Regalen der Vorort-Baumärkte zutage fördert; alles natürlich selbstlos, einzig getragen vom Wunsch, dass die Freundin/Gemahlin sich vor dem vollendeten Werk glücklich räkeln möge.
Grüße
Franz
hallo räuber - sehr schöner text. schon der titel bringt mir genuss, und die ausführung löst dieses versprechen ein.
in der überarbeitung, unter entfall von erfahrungsgemäßigkeit und sublacaler höhlen, liest er sich für mich noch direkter, angenehmer. 'verborgen' scheint mir zu den berghütten nicht gut zu passen, vielleicht entlegen - noch besser attributfrei - einfach 'berghütten'.
dem verständnis etwas abträglich finde ich das 'abends', wo es in unseren breiten schon etwas abkühlt - kühlungsräkeln würde ich da eher nachmittags erwarten; vielleicht dadurch gelang es mir als leser nicht, dem sommerofen mit den schneekacheln kühlfunktion zuzuschreiben.
(was hat es denn mit dem infragestellen des gänseweihers auf sich, ferdi, gerda? ist dieser hierzulande nicht mehr geläufig, oder liegt es an anderem?)
in der überarbeitung, unter entfall von erfahrungsgemäßigkeit und sublacaler höhlen, liest er sich für mich noch direkter, angenehmer. 'verborgen' scheint mir zu den berghütten nicht gut zu passen, vielleicht entlegen - noch besser attributfrei - einfach 'berghütten'.
dem verständnis etwas abträglich finde ich das 'abends', wo es in unseren breiten schon etwas abkühlt - kühlungsräkeln würde ich da eher nachmittags erwarten; vielleicht dadurch gelang es mir als leser nicht, dem sommerofen mit den schneekacheln kühlfunktion zuzuschreiben.
(was hat es denn mit dem infragestellen des gänseweihers auf sich, ferdi, gerda? ist dieser hierzulande nicht mehr geläufig, oder liegt es an anderem?)
-
Gerda
Hallo Franz,
vielen Dank für deine Ausführungen.
Dieser Text, so will mir scheinen ist einfach nicht mein Ding, was nichts über die Qulität desselben aussagt.
Lieber aram,
ich habe den Gänseweiher nicht in Frage gestellt sondern die "Funktion" im Text nicht verstanden. Liegt aber an mir, vermute ich. s. o.
Liebe Grüße an euch
Gerda
vielen Dank für deine Ausführungen.
Dieser Text, so will mir scheinen ist einfach nicht mein Ding, was nichts über die Qulität desselben aussagt.
Lieber aram,
ich habe den Gänseweiher nicht in Frage gestellt sondern die "Funktion" im Text nicht verstanden. Liegt aber an mir, vermute ich. s. o.
Liebe Grüße an euch
Gerda
Dass der Schneeofen Kühlfunktion haben soll, darauf wäre ich nie gekommen - das verhindert schon das Eisbärenfell. Jede Art Fell zum Draufliegen ist zu Kühlzwecken ausgesprochen kontraproduktiv. Wer sich zur Kühlung hinlegt, nimmt ein nichtfusselndes, atmungsaktives Saunatuch.
Weise Worte.
lG Zefira
Weise Worte.
lG Zefira
Vor der Erleuchtung: Holz hacken, Wasser holen.
Nach der Erleuchtung: Holz hacken, Wasser holen.
(Ikkyu Sojun)
Nach der Erleuchtung: Holz hacken, Wasser holen.
(Ikkyu Sojun)
- Thomas Milser
- Beiträge: 6069
- Registriert: 14.05.2006
- Geschlecht:
Wie es oft so ist beim Umbasteln: Die Leichtigkeit geht verloren in der neuen Version. Bier gibts auch keins mehr.
Und den Bezug zum letzten Schnattern kriege ich überhaupt nicht da rein ...
nenenene ...
Tom.
Und den Bezug zum letzten Schnattern kriege ich überhaupt nicht da rein ...
nenenene ...
Tom.
Menschheit, Du hattest von Anfang an nicht das Zeug dazu... (Charles Bukowski)
Hallo Franz,
ich mag die erste Fassung auch lieber... Vielleicht nur das "erfahrungssgemäß" raus, aber auch das nicht unbedingt. Die von Zefira angesprochene "Adverbialen-Reihung" klingt in der neuen Fassung noch brutaler durch.
Ferdigruß!
ich mag die erste Fassung auch lieber... Vielleicht nur das "erfahrungssgemäß" raus, aber auch das nicht unbedingt. Die von Zefira angesprochene "Adverbialen-Reihung" klingt in der neuen Fassung noch brutaler durch.
Ferdigruß!
Schäumend enthüpfte die Woge den schöngeglätteten Tannen. (Homer/Voß)
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