Riesen-Bärenklau

Bereich für Texte mit lyrischem Charakter: z.B. Liebeslyrik, Erzählgedichte, Kurzgedichte, Formgedichte, Experimentelle Lyrik sowie satirische, humorvolle und natürlich auch kritische Gedichte
Gerda

Beitragvon Gerda » 06.06.2011, 07:58

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vorher:Filigranes das Spitzen-Hochzeitskleid,
auf Anregug von fenestra geändert
Zuletzt geändert von Gerda am 07.06.2011, 08:19, insgesamt 1-mal geändert.

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fenestra
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Beitragvon fenestra » 06.06.2011, 09:28

Hallo, Gerda,

originelles Pflanzenprotrait, sehr schön beobachtet, die Details!

Sprachlich würde ich das noch etwas glätten. Einige Adjektive (silbrig, kraftvoll) könnte man sparen, ohne das Bild zu schwächen. Und wieso "den weißen Blütenkranz zu zeigen"? Wo gliedert sich hier der Infinitiv mit zu an? Schlüssiger wäre für mich auch:

filigran das Hochzeitskleid (auch hier auf Spitzen verzichten, da diese bereits im "filigran" enthalten sind)
an dem man sich die Finger verbrennt

Viele Grüße
fenestra

Gerda

Beitragvon Gerda » 06.06.2011, 22:16

Liebe fenestra,

ich danke dir herzlich für dein Lesen und die Rückmeldung "schön beobachtet".

Die lieben guten Adjektive ;-) ... ich denke, dass sie hier notwendig sind, weil nur so dieses typische Bild entsteht.
Ob ich mich da von einem verabschieden kann oder von zweien ... sie tragen ja auch den Rhythmus mit, das kraftvolle auch auf der Metaebene ... hm.

Der Infinitv leitet sich so ab:

kraftvoll zum Bersten saftig (ist sie) jetzt
den weißen Blütenkranz zu zeigen
Es soll ein wenig Exibitionismus anklingen

Beim "Filigran das Hochzeitskleid" neige ich zu deinem Vorschlag, muss mal drüber schlafen, die Spitzen erscheinen mir heute Abend tatsächlich lässlich.

Liebe Grüße
Gerda

Herby

Beitragvon Herby » 06.06.2011, 22:49

Liebe Gerda,

zu später Stunde nur ganz kurz. Das gefällt mir gut in seiner Kraft. Ich stimme fenestra zu, was das "kraftvoll" angeht, das ist meiner Meinung nach redundant.

Ich frage mich nur, wie "Filigranes" grammatisch in den Satz passt. "Filligran" ja - oder sitze ich gerade auf dem Schlauch?

Und dann würde ich überlegen, den Untertitel "Lustprojektion" wegzulassen, er ist mir hier zu erklärend und nimmt zuviel vorweg. Man sollte dem Leser ja auch nicht zuviel (Geistes-)arbeit abnehmen, oder? ;-)


Liebe Grüße,
Herby

Gerda

Beitragvon Gerda » 07.06.2011, 08:36

Lieber Herby,

es freut mich, dich hier zu lesen :-) Dankeschön für deine Rückmeldung.
Meine Antwort an fenstra hast du sicher gelesen, dass ich mich bezüglich der Adjektive, für deren Weglassen ich selbst oft plädiere, hier schwer tue.
Bezüglich des Weglassens des Untertitels bin ich unschlüssig. Du hat bei jenen LeserInnen recht, die sogleich ein Geistesblitz durchfährt, wie es bei dir dr Fall offensichtlich war. ;-)
Wenn jedoch ein Leser den Riesen-Bärenklau oder die Herkules-Staude, wie er auch genannt wird, nun gar nicht kennt, mag er sich vielleicht auf die Suche begeben, so das Interesse durch den Untertitel geweckt wird. (Ich denke gerade an Städter, die häufig nur gepflegte Parkanlagen kennen).
Ich glaube, bei diesem Text ist es schwer abzuwägen, weil hier spezielle botanische Kenntnisse vorauszusetzen sind, damit sich die Pflanze ... äh der Vers entfalten kann.

Herby hat geschrieben:Ich frage mich nur, wie "Filigranes" grammatisch in den Satz passt. "Filligran" ja - oder sitze ich gerade auf dem Schlauch?


Das hätte gepasst, hätte ich die ursprüngliche Setzung auch im Salon beibehalten ...
Aber, ich habe es geändert, so ist es besser.

Einen schönen Tag und viel Grüße
Gerda

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Beitragvon fenestra » 07.06.2011, 18:26

Liebe Gerda,

hier stehe ich noch auf der Leitung:

Der Infinitv leitet sich so ab:

kraftvoll zum Bersten saftig (ist sie) jetzt
den weißen Blütenkranz zu zeigen
Es soll ein wenig Exibitionismus anklingen


Müsste es dann nicht heißen: Kraftvoll zum bersten (ist sie) jetzt bereit
den weißen Blütenkranz zu zeigen
??

Kraftvoll und saftig sind mir immer noch zu viel in einer Zeile, wie wäre es, wenn du dem Wort "kraftvoll" eine eigene Zeile gibst:

kraftvoll
zum Bersten saftig
bereit
den weißen Blütenkranz zu zeigen

Bitte versteh mich nicht falsch, ich will dein Gedicht nicht zu meinem Gedicht machen. Oder ehrlich gesagt: Am liebsten würde ich das tatsächlich, aber es steht mir nicht zu. Warum ich es mir gern noch mehr zu eigen machen würde? Weil mir dieses erotische Pflanzenportrait immer besser gefällt, je öfter ich es lese. Würde gut in ein lyrisches Herbarium passen. Ich hätte da auch noch ein, zwei Texte in dieser Richtung beizusteuern. Botanik, einmal anders. ;)

Ja, durch das Wegfallen der Spitzen fehlt nichts, der Text wird prägnanter. Es freut mich, dass du die Anregung aufgenommen hast!

Viele Grüße
fenestra

P.S.: Untertitel kann tatsächlich weg, denn das Gedicht ist eine Lustprojektion, daran besteht wohl kein Zweifel.

Gerda

Beitragvon Gerda » 08.06.2011, 14:23

Liebe fenestra,

" ... dein Gedicht zum eigenen machen" ... ein größeres Lob kann ich mir im Moment nicht vorstellen.
Dankeschön! Ich spüre tatsächlich deine Begeisterung, die widerum mich erfreut.
Ich komme wieder hier vorbei, nachdem ich nicht nur Lob sondern auch Anmerkungen nochmal habe sacken lassen, einschl. deiner Idee @"Botanik einmal anders" ;-)

Liebe Grüße
Gerda

Renée Lomris

Beitragvon Renée Lomris » 08.06.2011, 20:50

Liebe Gerda, das ist ein sehr schönes Gedicht, in dem die natürliche Sinnlichkeit spürbar ist, ohne dass sie aufdringlich wird. Wirklich sehr schön!


Diese Zeile gefällt mir besonders:

.................................. Aufplatzen
kraftvoll zum Bersten saftig jetzt
den weißen Blütenkranz zu zeigen
................


Die Häufung der zisch-Laute ist fast zum Unaussprechlichen gesteigert, ich würde dich gern die bewusste Zeile lesen hören ,,,

Sehr gelungen!

liebe Grüße
Renée

Gerda

Beitragvon Gerda » 09.06.2011, 09:46

Liebe Renée,

vielen Dank, für das "sehr gelungen".
Mit dem Einlesen, für die Hörbar, muss ich dich leider enttäuschen, weil ich kein derzeit über keine Equipment verfüge und es also nicht spontan machen kann.
Mein jüngster Sohn, der schon technisch ausgefeilte Aufnahmen mit mir gemacht hat, hat wenig bis keine Zeit. Er wohnt ja auch nicht mehr hier. Mal sehen, denn ich habe einige Texte, die ich (nicht alle für die Hörbar) gern einlesen würde.

Liebe Grüße
Gerda


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