Herbst
Das Glück
in Tränen gewaschen
und brüchig getrocknet.
Lang ist es her
da befreiten wir
Wunschkinder aus ihrem Blut
staunten und wuchsen
und tanzten mit ihnen.
Nun bauen sie ohne uns ihr Haus
trotzen den Stürmen
die uns verwehen.
Unser Lachen ist weise
und nicht ohne Risse.
Wir sammeln Dinge um Dinge
für unsere Kammer
darin längst der
Herbststaub Einzug hält.
Nichts glänzt mehr fröhlich
alles ist fahl
so oft gesehen am Straßenrand.
Da stehen Töpfe aus blindem Metall
in die wir reine Milch
gossen und darin kochten
wo dickliches Weiß frischer roch
als der letzte Sommer.
Kisten mit Briefen
Wörterkaskaden
hängende Gärten
ohne Leben
die heute ein Blick in die Zukunft sind.
Das Glück läuft hinkend
neben uns her
hält einen Spiegel
in den wir nicht blicken.
Kahle Tage mit hellbuntem Trug
und lügender Sonne
liegen vor uns.
Herbst
Hallo Amanita, Du verwendest viele schöne und originelle Bilder, aber der Text entwickelt sich für mich zu wenig. Er erzählt von Dingen, die einmal waren und dem Schmerz von Vergänglichkeit und Vergangenem.
So hintereinandergestapelt entwickelt sich eher der Eindruck eine larmoyanten Litanei, die Bilder kommen nicht richtig zur Geltung, sondern erdrücken sich gegenseitig.
Vielleicht könntest Du den Text im Sinne eines Langgedichtes durch mehr Absätze bzw. Abschnitte besser gliedern, inhaltlich straffen oder mehrere Texte daraus machen.
Viele Grüße !
So hintereinandergestapelt entwickelt sich eher der Eindruck eine larmoyanten Litanei, die Bilder kommen nicht richtig zur Geltung, sondern erdrücken sich gegenseitig.
Vielleicht könntest Du den Text im Sinne eines Langgedichtes durch mehr Absätze bzw. Abschnitte besser gliedern, inhaltlich straffen oder mehrere Texte daraus machen.
Viele Grüße !
Ein Klang zum Sprachspiel.
Liebe Amanita,
mir geht es ein wenig wie Arne, ich finde, Du hast wirklich herausragende Bilder in Deinem Text.
Besonders diese gefallen mir, um nur ein paar Beispiele zu
Das Glück
in Tränen gewaschen
und brüchig getrocknet.
Lang ist es her
da befreiten wir
Wunschkinder aus ihrem Blut
trotzen den Stürmen
die uns verwehen.
Unser Lachen ist weise
und nicht ohne Risse.
Da stehen Töpfe aus blindem Metall
ganz stark finde ich:
Das Glück läuft hinkend
neben uns her
hält einen Spiegel
in den wir nicht blicken.
Aber mir geht es auch so, dass, wenn ich zuende gelesen habe, der Eindruck einer Art "Litanei" bleibt.
Ich denke, das hängt zum einen an der Fülle der Bilder. Aber ich denke, es hängt auch an Verallgemeinerungen wie "nichts" und "alles" (das sind ja im Zusammenhang mit etwas Negativem typische "Jammerworte".
Ich selber sehe die "Wir-Form" auch kritisch, weil sie leicht vereinnahmend wirken kann und dann den Leser dazu bringt, sich zu distanzieren.
Zudem könnte ich mir vorstellen, dass etwas mehr Verdichtung sowie Variation auf der syntaktischen Ebene helfen könnte. Aber da muss man ja auch immer schauen, was zu einem selber passt.
Mir geht es so, dass ich die blinden Töpfe zwar ein starkes Bild finde, aber das, was danach kommt, nicht bei mir "hängen bleibt".
Ich selber würde auch zu "das Glück hinkt neben uns her" tendieren. Aber wie gesagt, da muss man wirklich schauen, was zum eigenen Stil passt.
All diese Kritik soll aber nciht darüber hinwegtäuschen, dass ich den Text sehr gerne gelesen habe und viele Bilder als ausgesprochen stark empfinde!
Liebe Grüße
leonie
mir geht es ein wenig wie Arne, ich finde, Du hast wirklich herausragende Bilder in Deinem Text.
Besonders diese gefallen mir, um nur ein paar Beispiele zu
Das Glück
in Tränen gewaschen
und brüchig getrocknet.
Lang ist es her
da befreiten wir
Wunschkinder aus ihrem Blut
trotzen den Stürmen
die uns verwehen.
Unser Lachen ist weise
und nicht ohne Risse.
Da stehen Töpfe aus blindem Metall
ganz stark finde ich:
Das Glück läuft hinkend
neben uns her
hält einen Spiegel
in den wir nicht blicken.
Aber mir geht es auch so, dass, wenn ich zuende gelesen habe, der Eindruck einer Art "Litanei" bleibt.
Ich denke, das hängt zum einen an der Fülle der Bilder. Aber ich denke, es hängt auch an Verallgemeinerungen wie "nichts" und "alles" (das sind ja im Zusammenhang mit etwas Negativem typische "Jammerworte".
Ich selber sehe die "Wir-Form" auch kritisch, weil sie leicht vereinnahmend wirken kann und dann den Leser dazu bringt, sich zu distanzieren.
Zudem könnte ich mir vorstellen, dass etwas mehr Verdichtung sowie Variation auf der syntaktischen Ebene helfen könnte. Aber da muss man ja auch immer schauen, was zu einem selber passt.
Mir geht es so, dass ich die blinden Töpfe zwar ein starkes Bild finde, aber das, was danach kommt, nicht bei mir "hängen bleibt".
Ich selber würde auch zu "das Glück hinkt neben uns her" tendieren. Aber wie gesagt, da muss man wirklich schauen, was zum eigenen Stil passt.
All diese Kritik soll aber nciht darüber hinwegtäuschen, dass ich den Text sehr gerne gelesen habe und viele Bilder als ausgesprochen stark empfinde!
Liebe Grüße
leonie
-
Gerda
Liebe Amanita,
dein Text ist ein wahres Schatzkästchen mannigfaltiger, guter Bilder, deren Wirkung sich aber kaum entfalten kann, weil eines auf das andere folgt. Dazwischen findet sich erklärendes Beiwerk wie z. B.
oder auch hier
Es ist seltsam, aber so wunderschön sich einzele Passsagen lesen, so wenig bleibt bei mir ein Gesamteindruck hängen, mir verschwimmt alles (nicht weil es heute so nass ist ).gif)
Ich meine jetzt nicht, dass ich keine Schlussfolgerung ziehen könnte, denn die hast du vorgegeben.
Möglicherweise, würde ich versuchen, wäre es meine Text, nur auf der Bildebene zu arbeiten und die (Be)wertungen alle herausnehmen.
Liebe Grüße
GErda
dein Text ist ein wahres Schatzkästchen mannigfaltiger, guter Bilder, deren Wirkung sich aber kaum entfalten kann, weil eines auf das andere folgt. Dazwischen findet sich erklärendes Beiwerk wie z. B.
... ohne Leben
die heute ein Blick in die Zukunft sind.
oder auch hier
... Kahle Tage mit hellbuntem Trug
und lügender Sonne
liegen vor uns.
Es ist seltsam, aber so wunderschön sich einzele Passsagen lesen, so wenig bleibt bei mir ein Gesamteindruck hängen, mir verschwimmt alles (nicht weil es heute so nass ist )
.gif)
Ich meine jetzt nicht, dass ich keine Schlussfolgerung ziehen könnte, denn die hast du vorgegeben.
Möglicherweise, würde ich versuchen, wäre es meine Text, nur auf der Bildebene zu arbeiten und die (Be)wertungen alle herausnehmen.
Liebe Grüße
GErda
Danke, das ist alles hilfreich! Ich muss es aber erstmal sacken lassen.
Das Gedicht ist zwei Jahre alt (da kannte ich Euch noch nicht), heute hätte ich es wohl auch kürzer angelegt, andererseits traue ich mich nicht so recht an Kürzungen heran.
Liebe leonie, die Wir-Form muss bleiben, es geht ja um den Herbst einer Liebe, also um gemeinsame Aktionen, Erinnerungen etc.
Liebe Gerda, mit der Anregung, Bewertungen rauszunehmen, kann ich relativ viel anfangen, und wenn ich jetzt die Ärmel aufkrempeln müsste, um am Text zu arbeiten, wäre das vermutlich mein Ansatz.
Allen vielen Dank "fürs Befassen"!
Das Gedicht ist zwei Jahre alt (da kannte ich Euch noch nicht), heute hätte ich es wohl auch kürzer angelegt, andererseits traue ich mich nicht so recht an Kürzungen heran.
Liebe leonie, die Wir-Form muss bleiben, es geht ja um den Herbst einer Liebe, also um gemeinsame Aktionen, Erinnerungen etc.
Liebe Gerda, mit der Anregung, Bewertungen rauszunehmen, kann ich relativ viel anfangen, und wenn ich jetzt die Ärmel aufkrempeln müsste, um am Text zu arbeiten, wäre das vermutlich mein Ansatz.
Allen vielen Dank "fürs Befassen"!
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