Fluch und Segen

Bereich für Texte mit lyrischem Charakter: z.B. Liebeslyrik, Erzählgedichte, Kurzgedichte, Formgedichte, Experimentelle Lyrik sowie satirische, humorvolle und natürlich auch kritische Gedichte
AkustischeSchärfe

Beitragvon AkustischeSchärfe » 04.06.2011, 05:33

AkustischeSchärfe
Zuletzt geändert von AkustischeSchärfe am 16.09.2011, 01:19, insgesamt 1-mal geändert.

RäuberKneißl

Beitragvon RäuberKneißl » 04.06.2011, 12:48

Hallo AkustischeSchärfe,
willkommen im Salon.
Den Titel hast du groß gewählt, der Fluch wird allerdings bestenfalls angehaucht (durch das Präteritum des ersten Verses) - finde ich befremdlich, bei Fluch erwarte ich finsteres, archaisches Geschehen. Die Umstellung 'es Farbe behält' - einzig um den Rhythmus zu retten ist in meinen Augen ein NoGo (außer für die Apotheken-Umschau). Auch die Reime der zweiten Strophe lich - dich / mehr - her sind mehr als abgedroschen. Ich kann gut verstehen, dass für dich viel Emotion in den Zeilen liegt, aber 'literarisch' lebt es von "dieses Gedicht ist wunderschön, denn es ist von mir". Das Forum hier beschäftigt sich mit der literarischen Form, die du deinem Gefühl gibst.
Dein Gedicht wirkt nicht so, als ob du schon viel mit Lyrik Berührung gehabt hättest, ich würde raten, erstmal einiges zu lesen, muss ja nicht gleich die Bachmann sein, nur als einige bunte Vorschläge: Monika Rinck, die Gomringer, Bossong, Hauffs oder das Handbuch der Lyrik 2011 - dann bekommst du ein klein bißchen Eindruck vom aktuellen literarischen Leben.
Schöne Grüße
Franz

AkustischeSchärfe

Beitragvon AkustischeSchärfe » 04.06.2011, 13:06

Hallo, danke für die Antwort!

Zum Titel:

Ich finde es sehr wohl einen Fluch, wenn einem eine Liebe, längst vergangen, noch weiter quält - die hohe Verlockung der Liebe mit einem Fluch bezahlt, eingebüßt. "Angehaucht" empfinde ich den Fluch auch nicht, er ist kompakt ausgedrückt - keine Ungewöhnlichkeit in der Lyrik, wie du sicher weißt.

Ich habe hier die Momentaufnahme eines Gedankens und Gefühls geliefert - ausführlicher? Da nehme ich der Epik samt epischen Mitteln Vorzug.

Wo ist das problem bei "es Farbe behält"?

Hier muss ich dich enttäuschen, denn die ersten beiden Verse enstanden vollkommen intuitiv, die Rhythmik ist ein Zufall, gerade deswegen, aber auch klanglich, finde ich den Sprachfluss natürlich - nicht erzwungen, wie ich etwa oft Endreime als erzwungen erfinde.

Reime verwende ich hier übrigens nicht, ich lege auch keinen Wert auf solche. Gleichklang mancher Silben ist was anderes, ein weiteres rhythmisches Mittel, und hat nichts mit dem sturen, peinlich zwanghaften Gebrauch von Endreimen zu tun.

Mit der Dichtung allgemein habe ich viel zu tun, und zu tun gehabt, allerdings respektiere ich deine Einschätzung, wenn gleich ich das Meiste - und es geht mir hier nicht um den Trotz des kritisierten Künstlers - wirklich nicht nachvollziehen kann.

Könntest du mir bitte ein eigenes Besipiel vorlegen, damit ich einschätzen kann, mit welcher Lyriker-Sorte ich es zu tun habe?


Bis dahin besten Dank für die Mühe,



Dissonanz, bzw. AkustischeSchärfe ;)

RäuberKneißl

Beitragvon RäuberKneißl » 04.06.2011, 23:23

Hallo AkustischeSchärfe,
das ist ein interessanter Punkt - verschwindet ein Reim durch anderen Umbruch? Wird aus dem "sturen peinlich zwanghaften Endreim" bei:
Nimmermehr
geb ich dich her

oder bei
Innerlich,
da trag ich immer dich

tatsächlich durch anderen Umbruch etwas qualitativ anderes - du nennst es "Gleichklang mancher Silben"?

Meine Lyriker-Sorte ist übrigens Boskop ;-)
Grüße
Franz

AkustischeSchärfe

Beitragvon AkustischeSchärfe » 04.06.2011, 23:35

Ich habe deinen Willen zur Beurteilung meines Gedichtes zur Kenntnis genommen, und nehme ihn dankbar entgegen. Nun habe ich was über Reime gelernt ;)

Grüße,


AkustischeSchärfe


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