irrlichter

Bereich für Texte mit lyrischem Charakter: z.B. Liebeslyrik, Erzählgedichte, Kurzgedichte, Formgedichte, Experimentelle Lyrik sowie satirische, humorvolle und natürlich auch kritische Gedichte
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Amanita
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Beitragvon Amanita » 05.05.2011, 16:35

irrlichter

im abendleuchten
kommen die trugbilder
greifen nach mir
murmeln ihr zittriges licht
über abwege
fluten die leere, ziehen
mich mit

am morgen
schüttel' ich mir
den betrug aus den federn
in meinen augen spiegelt
die frühe und singt

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Amanita
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Beitragvon Amanita » 06.05.2011, 23:49

Momentaufnahme: Ich gehe gerade auf Eure Postings ein - lösche alles wieder (denn ich sehe überall Unvollkommenheiten); mache noch einen Versuch, aber auch hier: alleswiederweg (denn es könnte Missstimmung bringen), schreibe eine PN an ferdi - hach nee, mag er ja nicht (und mich auch nicht). Kurzum: Ich bin so verunsichert, dass ich lieber wieder ans Eigentliche will, an den Text.




im abendleuchten
kommen die trugbilder
greifen nach mir
murmeln ihr licht
über abwege
ziehen mich mit

am morgen
schüttel' ich mir
den betrug aus den federn
in meinen augen spiegelt
die frühe und singt


So vielleicht?

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Pjotr
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Beitragvon Pjotr » 07.05.2011, 00:29

Ja, so. Wenn Du mich fragst.

Vielleicht das "kommen" noch überdenken? Im Leuchten kommen sie?

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Amanita
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Beitragvon Amanita » 07.05.2011, 01:02

In der ersten Fassung hatte ich wachsen, ich fand kommen - kann man sich nun denken - dann besser. Warum sollte das nicht möglich sein, dass etwas in der Dämmerung (in den Sinn) kommt?

Wachsen erinnerte mich zu sehr an (Kerzen-)Wachs/ Wächsernes, und das lenkte mich auf eine falsche Fährte.

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Pjotr
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Beitragvon Pjotr » 07.05.2011, 01:44

Ich dachte an etwas ähnliches wie "wachsen", irgendetwas, das sich entfaltet, dort im Licht. Etwas stationäres, nicht etwas reisendes, aber dennoch etwas dynamisches. Kommen ist unstationär, ist reisen, gehen. "Kommen" ist außerdem, für mein Geschmack, eher ein, wie soll ich sagen, ein flacher Universalbegriff, so wie "to get" im Englischen. Da tönt nichts, funkt nichts.

In den Sinn kommen. Sie kommen in der Dämmerung und in den Sinn? Das flutscht choreografisch nicht, finde ich.

Trugbilder ... bilder ... klingt auch eher sachlich ... gibt's nicht auch einen anderen Fortsatz hinter Trug...? Truglichter wohl nicht, aber ... etwas anderes halt :-)

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Amanita
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Beitragvon Amanita » 07.05.2011, 23:19

Hallo Pjotr, die Trugbilder würde ich schon gern lassen - die klingen in meinen Ohren alles andere als sachlich.

Ansonsten noch'n Versuch:

im abendleuchten
leben die trugbilder
greifen nach mir
murmeln ihr licht
über abwege
ziehen mich mit

am morgen
schüttel' ich mir
den betrug aus den federn
in meinen augen spiegelt
die frühe und singt

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Pjotr
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Beitragvon Pjotr » 08.05.2011, 00:01

Hallo Amanita, finde ich alles gut, bis auf die zweite Zeile. Für mich zündet die irgendwie nicht, sie ist die einzige Zeile, die sehr ins abstrakte geht. "Sachlich" ist wohl das falsche Wort. "Leer" eher. Der Begriff "Trugbild" könnte alles mögliche beschreiben. Eine lila Banane. Ein gestreifter Hut. Ich weiß jetzt nur, dass sie leben. Die Banane biegt sich vielleicht, oder der Hut fliegt. Zillionen von Möglichkeiten. Also leer.

P.S.: Ich will nicht sagen, dass jedes Gedicht Bilder malen soll. Aber dieses Gedicht ist offensichtlich ein malendes, da fällt die zweite Zeile aus dem Stil.


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