Die Träumer des Tages

Bereich für Texte mit lyrischem Charakter: z.B. Liebeslyrik, Erzählgedichte, Kurzgedichte, Formgedichte, Experimentelle Lyrik sowie satirische, humorvolle und natürlich auch kritische Gedichte
Xanthippe
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Beitragvon Xanthippe » 23.04.2011, 12:11

Nur ein Dummkopf kann glauben
dass Träume aus rosa Daunen bestehen
Als würden sie nicht nachts nach dir greifen
sich in alles hineinwagen
(ähnlich wie das Wasser ganz anders als du)
Das einzige was du in der Hand hast
ist dein eigener Abbruch

Dunkel die Tage etwas Weißes hängt im Geäst

Da hast du nun all diese Worte gelernt
Und die Art sie aneinander zu fügen
(ich gehe du gehst er sie es geht)
um im falschen Moment zu schweigen
Statt nach Worten
ringst du nach Luft
Und später
viel später erst
wirst du alles begreifen und sagen
dass Proust Recht hat
Den Frauen die wir geliebt haben
können wir niemals wieder begegnen
weil sie nicht im Raum gelebt haben
sondern in der Zeit.

(Absatz eingefügt aufgrund Floras Anmerkung
Zuletzt geändert von Xanthippe am 26.04.2011, 12:33, insgesamt 1-mal geändert.

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Ylvi
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Beitragvon Ylvi » 23.04.2011, 15:53

Hallo Xanthi,

zwei feine Xanthibesondere-Texte hast du uns eingestellt mit diesem hier und "Jede Beschreibung ist falsch". Ich mag ihren Ton sehr gern, die Art wie sie erzählen und eine Stimmung aufsteigen lassen. Ich brauche aber noch ein wenig Lese- und Nachdenkzeit, bevor ich dir nähere Rückmeldung geben kann. (Also bitte nicht löschen! .-))

Liebe Grüße
Flora
Das ist das Schöne an der Sprache, dass ein Wort schöner und wahrer sein kann als das, was es beschreibt. (Meir Shalev)

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Ylvi
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Beitragvon Ylvi » 26.04.2011, 10:42

Hallo Xanthi,

so... *lach* ich finde gar nicht viel zu sagen, außer, dass ich es mag, immer wieder lese und gerne darüber nachdenke.

Nur eine Zeile sticht für mich noch immer heraus, weil ich bei jedem Lesen an ihr hängenbleibe, sie mir an der Stelle klanglich und bildlich nicht hineinpasst, wie ein Fremdkörper auf mich wirkt.
dunkel die Tage etwas Weißes hängt im Geäst

Ich würde ev. überlegen nach Zeile 7 (Abbruch) und Zeile 12 (schweigen) eine Leerzeile einfügen. Für mich ist auch klanglich dort ein Ankommen und ich brauch an diesen Stellen längere Atempausen, etwas mehr "Luft". .-) Vielleicht könnte die Geäst-Zeile als Einzelzeile, und somit bewusst herausgenommen aus dem Fluss, auf mich auch anders wirken.

Liebe Grüße
Flora
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Xanthippe
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Beitragvon Xanthippe » 27.04.2011, 13:20

Hallo Flora,
ich habe deinen Vorschlag aufgenommen und es getrennt, diese Zeile mit dem Weißen im Geäst getrennt vom Rest, allerdings bekomme ich immer mehr das Gefühl, dass sie schlicht zu viel ist, dass es besser wäre sie zu streichen, weil sie nicht wirklich dorthin gehört, in dieses Gedicht. Ich warte mal ein bisschen, ob vielleicht noch jemand etwas dazu schreiben will.
Aber vielen Dank jedenfalls an Dich
Xanthi


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