So'n Tag

Bereich für Texte mit lyrischem Charakter: z.B. Liebeslyrik, Erzählgedichte, Kurzgedichte, Formgedichte, Experimentelle Lyrik sowie satirische, humorvolle und natürlich auch kritische Gedichte
Sam

Beitragvon Sam » 25.03.2011, 13:41

So'n Tag

Wehlen gähn?
Fuck U!
Shima auf die lange Bank
und schalten App.
Die Geigerzähler
sind im Konzert
und die Asche
in der Urne.
Der Kampf der Nator
ist kein Grund zu Europhorie.
Deutschlehrer sind auch Diktatoren
und verstrahlte Wildschweine
Atomkeiler.
Was sells?
Da wir nicht am Meer wohnen, haben wir auch keine Wal.
Wir nehmens hin und vertrauen
kanz auf Gott.
Alles wird Jod!

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ferdi
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Beitragvon ferdi » 28.03.2011, 10:24

Hallo Sam!

Mit diesem Gedicht habe ich so meine Schwierigkeiten, vor allem, weil ich diese Art "Sprachspiel" schon immer als, hm, aufdringlich empfunden habe?! Da ist so ein "Geschubstwerden" dabei, das ich mir bei Gedichten nur ungern gefallen lasse. Dazu kommt hier sicherlich die Häufung dieses Mittels. Da glaube ich über den ersten Vorbehalt hinaus, dass auch bei wohlmeinenderen Lesern die letzten Zeilen nicht mehr so wirken können wie die ersten, einfach weil die Frische bis dahin verloren gegangen ist?!

Ferdigruß!
Schäumend enthüpfte die Woge den schöngeglätteten Tannen. (Homer/Voß)

RäuberKneißl

Beitragvon RäuberKneißl » 29.03.2011, 22:28

Hi Sam,
mir gings ähnlich wie Ferdi, gelesen wirkt es auf mich wie so ein Fusion von Hannes Wader und Mike Krüger, auf unserem blauen Büttenpapier hier geht der Pep in die Binsen. Aber als S(l)am Poetry für einen netten Effekt in der Kneipe: noch ein bißchen Klarheit in die Rhythmik und meine Stimme würdest du kriegen.
Franz

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Ylvi
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Beitragvon Ylvi » 30.03.2011, 14:19

Hallo Sam,

bei mir hakt es vor allem daran, dass ich sprachlich nicht klarkomme, weil es mir darin zu unterschiedlich gestrickt scheint, bzw. ich das nicht einer Person zuordnen kann. Mal scheint es Dialekt und eher betulich, so dass ich einen älteren Sprecher höre, dann wieder hochdeutsch auf intellektuell getrimmt, zwischendrin Jugendsprache. Ich könnte mir vorstellen, dass es flüssiger werden würde und den Wortwitz besser integrierend, wenn du durchgängig mit dem Dialekt spielen würdest.

Liebe Grüße
Flora
Das ist das Schöne an der Sprache, dass ein Wort schöner und wahrer sein kann als das, was es beschreibt. (Meir Shalev)

MarleneGeselle

Beitragvon MarleneGeselle » 31.03.2011, 09:15

Hallo Sam,

dein Gedicht ist definitiv mehr zum Sprechen als zum Lesen gemacht. Als Rap vorgetragen kommt ein recht gutes Stück in Kanakisch dabei raus. Allerdings bin ich mir nicht ganz klar drüber, ob du Kohlenpott-, Berlin- oder Schwabenkanakisch genommmen hast. Vermischt sich etwas.

Strahlenfreien Tag noch
Marlene

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Pjotr
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Beitragvon Pjotr » 31.03.2011, 09:23

Oder Kölsch?

Sam

Beitragvon Sam » 31.03.2011, 16:35

Hasllo Zusammen,

vielen Dank für eure Kommentare!

Entgegen meiner Grundsätze hatte ich hier etwas geschrieben, das nichts weiter ist, als ein direkter Abdruck von Empfindungen hinsichtlich der Katastrophen und Krisen in der Welt, verbunden mit der Hoffnung, die Wähler mögen sich doch dieser bei ihrer Wahl erinnern (was sie ja auch z.T. gemacht haben).

Einen bestimmten Dialekt hatte ich nicht im Sinn. Nur ein Verbiegen der Sprache, ein Spielen damit und ja, auch Kalauern. Ich sehe selbst ein, dass es sich hier um Befindlichkeits"lyrik" mit extrem geringer Halbwertzzeit handelt. Aber auch das muss mal sein.

Nochmals vielen Dank!

Gruß

Sam

moonlight

Beitragvon moonlight » 15.04.2011, 12:40

Hallo Sam,
ein ernstes Thema aber die Art wie du damit umgegangen bist hat mich zum Lachen gebracht.
Auch wenn sie zum heulen sind die Krisen.

"Der Kampf der Nator
ist kein Grund zu Europhorie"

merke ich mir.

LG
Moonlight


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