grün ist der hofdung
ich vaporisiere
ich vaporisiere die welt
jage sie durch meine
schlecht gearbeiteten
zerstäuberdüsen
entlasse sie
als diffuse wolke
in die bedeutungslosigkeit
ich tage
ich tage in meiner hosentasche
zeichne träume um träume
zwischen jein und vielleicht
bis zur unkenntlichkeit weich
ich schlage
ich schlage wurzeln
reiße sie raus
würge sie runter
kotze sie aus
türme vor dem gestank
an einen anderen ort
AN EINEM ANDEREN ORT
das nichts verwalten
es dekorieren
es ab und zu kostümieren
und 123.587 milben
auf einer matratze
in brot und arbeit halten
AUF MEINER MATRATZE
ist es warm heute abend
gut dass ich 3 ventilatoren habe
schlecht dass die im rechner
im fernseher
und in der playstation sitzen
ich denke an ein gefühl
der gedanke fühlt sich künstlich an
NATÜRLICH
gestern begann ich
mich vor meinen popeln zu ekeln
heute haben meine haare
ihr talent zu trocknen verloren
DIE DINGE
15 auf dem tisch
13 auf dem bett
19 auf dem boden
und noch mal so viele im kopf
RÜCKEN MIR AUF DEN LEIB
und meine katze hält mich
für ihren hund
und fünf cent sind
weniger als vier
und so weiter
NUR WEITER SO
eigentlich rauben sie deinem geist
bloß seine früchte
doch dabei geht er selbst auch zu grunde
denn bei seiner plünderung
zertrampeln sie seinen nährboden
das vertrauen
dein wesen kippt
es fällt aus seinem biologischen gleichgewicht
und nur der zäheste seiner bewohner
übersteht die katastrophe
und kann sich jetzt ungestört ausbreiten
du liniertes leben
du karierter tag
du kalendergesicht
du büroklammernarsch
du
KAUZONENGRIND
grauzonenkind
klebst am leben
lebst vom kleben
doch was verstehst du davon
was verstehst du vom leben
wenn das bild
bei dem du noch heute zusammenfährst
eine hummel ist
die dein banknachbar friedemann
vor 29 jahren
mit dem englischbuch
ans klassenzimmerfenster geklebt hat
EGAL
staub fällt der zeit in den schoß
und fängt an zu heulen
DANN
gauloises knistern mich in den schlaf
DANN
panik umspült das kissen
DANN
traumgeröll
DANN
eine letzte bitte
richte dem regen aus
er ist keine gottverdammte metapher
er ist einfach nur nass
grün ist der hofdung
Hallo Teya,
ich habe eine ganze Weile überlegt, weil ich den Text sehr gern gelesen habe und mich etwas daran fasziniert und mir vertraut erscheint, was es ist, was für mich noch schief ist und mir im Weg steht.
Ich denke es ist nur ein Wort, der "hass" auch wenn er sich auf "nass" reimt. .-) Das passt für mich überhaupt nicht hinein, weil der Text mir ein ganz anderes Gefühl vermittelt. Weniger rot, mehr blau. Ich lese den Text schon allein durch den Titel und den pupsigen Einstieg sehr selbstironisch, bissig, distanziert. Nicht emotional, sondern über den Punkt lange hinaus, so dass man schon wieder über sich lachen (oder auch heulen) kann und mit Sprache und Bildern spielen.
Ich würde die Antwort, was der zäheste Bewohner ist, dem Leser und dem Text als Ganzes überlassen und es nicht benennen.
Ev. würde ich das auch beim "Vertrauen" überlegen.
Im Titel mag ich die erste Zeile, weil sie genau dieses verspielt-lächerlichmachende-kopfwütige enthält und neugierig macht. Die zweite Zeile macht mir das kaputt, weil ich die Hiebe nicht im Text unterbekomme. Weil sie etwas andeuten, was ich nicht ausgeführt sehe und das Ganze dadurch zum reinen Sprachspiel "verkommt".
Liebe Grüße
Flora
ich habe eine ganze Weile überlegt, weil ich den Text sehr gern gelesen habe und mich etwas daran fasziniert und mir vertraut erscheint, was es ist, was für mich noch schief ist und mir im Weg steht.
Ich denke es ist nur ein Wort, der "hass" auch wenn er sich auf "nass" reimt. .-) Das passt für mich überhaupt nicht hinein, weil der Text mir ein ganz anderes Gefühl vermittelt. Weniger rot, mehr blau. Ich lese den Text schon allein durch den Titel und den pupsigen Einstieg sehr selbstironisch, bissig, distanziert. Nicht emotional, sondern über den Punkt lange hinaus, so dass man schon wieder über sich lachen (oder auch heulen) kann und mit Sprache und Bildern spielen.
Ich würde die Antwort, was der zäheste Bewohner ist, dem Leser und dem Text als Ganzes überlassen und es nicht benennen.
Ev. würde ich das auch beim "Vertrauen" überlegen.
Im Titel mag ich die erste Zeile, weil sie genau dieses verspielt-lächerlichmachende-kopfwütige enthält und neugierig macht. Die zweite Zeile macht mir das kaputt, weil ich die Hiebe nicht im Text unterbekomme. Weil sie etwas andeuten, was ich nicht ausgeführt sehe und das Ganze dadurch zum reinen Sprachspiel "verkommt".
Hier bin ich hängengeblieben. Haare im Kopf?und 15 auf dem tisch
und 13 auf dem bett
und 19 auf dem boden
und noch mal so viele im kopf
Liebe Grüße
Flora
Das ist das Schöne an der Sprache, dass ein Wort schöner und wahrer sein kann als das, was es beschreibt. (Meir Shalev)
-
Teya
Hallo Flora,
danke für deinen Kommentar, "Hass" rauszunehmen find ich gut, auch die zweite Zeile vom Titel werde ich streichen. "Vertrauen" möchte ich drinlassen, weil der Abschnitt sonst zu deutungsoffen wäre. Mit der Stelle, die dir unklar ist, sind die "Dinge" gemeint, das bezieht sich auf die in Versalien geschriebene Zeile darunter. Versteht man das nicht? Hast du eine Idee, wie ich das anders lösen könnte?
Lieben Gruß,
Teya
danke für deinen Kommentar, "Hass" rauszunehmen find ich gut, auch die zweite Zeile vom Titel werde ich streichen. "Vertrauen" möchte ich drinlassen, weil der Abschnitt sonst zu deutungsoffen wäre. Mit der Stelle, die dir unklar ist, sind die "Dinge" gemeint, das bezieht sich auf die in Versalien geschriebene Zeile darunter. Versteht man das nicht? Hast du eine Idee, wie ich das anders lösen könnte?
Lieben Gruß,
Teya
Hallo Teya,
Vielleicht so?
DIE DINGE
15 auf dem tisch
und 13 auf dem bett
und 19 auf dem boden
und noch mal so viele im kopf
RÜCKEN MIR AUF DEN LEIB
Liebe Grüße
Flora
Ich habe es zumindest nicht verstanden, ich glaube da sind die Haare einfach zu nah dran.Mit der Stelle, die dir unklar ist, sind die "Dinge" gemeint, das bezieht sich auf die in Versalien geschriebene Zeile darunter. Versteht man das nicht? Hast du eine Idee, wie ich das anders lösen könnte?
Vielleicht so?
DIE DINGE
15 auf dem tisch
und 13 auf dem bett
und 19 auf dem boden
und noch mal so viele im kopf
RÜCKEN MIR AUF DEN LEIB
Liebe Grüße
Flora
Das ist das Schöne an der Sprache, dass ein Wort schöner und wahrer sein kann als das, was es beschreibt. (Meir Shalev)
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