märz
der winter geht auf dünnem eis
die meisen wetzen ihre kehlen
der rüttelfalke überm stoppelmais
wird seine nächste maus vielleicht verfehlen
vornehme pferde tragen jetzt noch karotuch
und manchmal eine kniebandage
der ackergaul macht einen pflugversuch
dort oben in der weihnachtsbaumplantage
felder und weiden sind zertreten und gebleicht
die hecke schwach gesättigt erst von haselpollen
die letzten vogelnester restlos aufgeweicht
und in der luft ein nichtmehrfrierenwollen
ich treffe eine boßelgruppe die den weg vermisst
sie bieten einen roten an zum scherz
ich trinke zwei weil heute mein geburtstag ist
und so kommt doch noch etwas farbe in den märz
märz
Liebe fenestra,
herzlichen Glückwunsch
zum Geburtstag und zum Gedicht.
Es gefällt mir, obwohl ich Reime eigentlich nicht besonders mag. Aber Du hast nichts darin, was einem Reim geschuldet sein könnte, viele originelle Bilder, ich lese gespannt darauf, wie es weitergeht und finde es schade, als es zuende ist.
Das nichtmehrfrierenwollen ist nicht nur in der Luft, sondern auch in mir...
Liebe Grüße
leonie
herzlichen Glückwunsch
zum Geburtstag und zum Gedicht.Es gefällt mir, obwohl ich Reime eigentlich nicht besonders mag. Aber Du hast nichts darin, was einem Reim geschuldet sein könnte, viele originelle Bilder, ich lese gespannt darauf, wie es weitergeht und finde es schade, als es zuende ist.
Das nichtmehrfrierenwollen ist nicht nur in der Luft, sondern auch in mir...
Liebe Grüße
leonie
Oh, danke, ihr seid lieb, so war das aber gar nicht gemeint! ;) Mein Geburtstag ist nun schon fast zwei Wochen her. Ich hatte übrigens erst versucht, eine ungereimte Version zu schreiben, aber irgendwie wollten sich diese Frühlingsmotive in eine Reimform fügen, es ging gar nicht anders.
Viele Grüße
fenestra
immer noch etwas frierend - es muss endlich wärmer werden!
Viele Grüße
fenestra
immer noch etwas frierend - es muss endlich wärmer werden!
-
Niko
hallo fenestra,
das gedicht mag ich wohl vom inhalt. die reimform aber erschließt sich mir nicht. entweder ist es ein versmaß, das ich nicht kenne, oder es müsste an so manchen stellen überarbeitet werden. wenn du denn wert darauf legen würdest, dass es reimmäßig rund wird. den anspruch hat man ja nicht immer an einen text.
liebe grüße: niko
das gedicht mag ich wohl vom inhalt. die reimform aber erschließt sich mir nicht. entweder ist es ein versmaß, das ich nicht kenne, oder es müsste an so manchen stellen überarbeitet werden. wenn du denn wert darauf legen würdest, dass es reimmäßig rund wird. den anspruch hat man ja nicht immer an einen text.
liebe grüße: niko
Lieber Niko,
die Metrik ist bewusst etwas liderlich gearbeitet (um mit Quoth zu sprechen: damits nicht zu sehr leiert, aber auch um metrikgeschuldete Verdrehungen zu vermeiden). Bis auf ein paar "Fallmaschen" ist es aber im Jambus geschrieben, allerdings mit unterschiedlich langen Versen, was ich vertretbar finde. Nein, ich möchte es eigentlich nicht begradigen.
Danke fürs Vorbeischauen!
fenestra
die Metrik ist bewusst etwas liderlich gearbeitet (um mit Quoth zu sprechen: damits nicht zu sehr leiert, aber auch um metrikgeschuldete Verdrehungen zu vermeiden). Bis auf ein paar "Fallmaschen" ist es aber im Jambus geschrieben, allerdings mit unterschiedlich langen Versen, was ich vertretbar finde. Nein, ich möchte es eigentlich nicht begradigen.
Danke fürs Vorbeischauen!
fenestra
Hallo Fenestra!
Ich finde, gegen die unterschiedlichen Verslängen ist nichts einzuwenden, und gegen die versetzen Betonungen auch nicht; aber das "Geleiere" steckt, finde ich, zu einem gewissen Teil doch in deinen Versen. Ich hätte erst einmal zwei Bedenken:
die meisen wetzen ihre kehlen
Das ist ja eigentlich mehr ein auftaktiger trochäischer denn ein iambischer Vers - der Artikel ist nur ganz locker angebunden (er könnte ja auch fehlen), und danach fallen dann immer zweisilbige Wörter vom Typ "X x". Das klappert schon etwas! Ein anderes Beispiel wäre
die letzten vogelnester restlos aufgeweicht
Na ja, andererseits sind es ja nicht sooo viele Verse dieser Art, so ganz hart schlägt es also nicht aufs Ohr
Das zweite wären die immer gleichen Verseingänge, ganz deutlich schon in der ersten Strophe:
der winter
die meisen
der rüttel-
wird seine
Also immer "x / X x" Nun hat das Gedicht natürlich insgesamt ein eher stumpfes Wesen, aber ich finde doch, hier wird eine an sich nicht schlimme Sache übertrieben. Das mittlere Maß wäre für mich so etwas (beliebig bei Goethe entnommen, Inhalt egal
):
Selbst jener wilde Quell, den tief im Grunde
Kein Menschenwitz und keine Kraft beschwor,
Ergrimmt nicht mehr am eingezwängten Schlunde,
Ihm lässt die Weisheit nun ein offnes Tor.
Damit der fernste Pilger hier gesunde,
Wirft sprudelnd frei er volle Kraft hervor,
Zerreißt nicht mehr die selbst gewölbten Decken;
Nur heilen will er künftig, nicht erschrecken.
Das Verhältnis kann man dann bestimmt noch verschieben, von hier einmal "x / X x " zu einmal "was anderes" hin zu mehr "mechanischen" Verseingängen, aber in dem Maße, wie es in deinem Gedicht geschieht, würde ich's nicht machen; dadurch kommen die Verse etwas aus dem Gleichgewicht meinem Ohr nach.
Ferdigruß
Ich finde, gegen die unterschiedlichen Verslängen ist nichts einzuwenden, und gegen die versetzen Betonungen auch nicht; aber das "Geleiere" steckt, finde ich, zu einem gewissen Teil doch in deinen Versen. Ich hätte erst einmal zwei Bedenken:
die meisen wetzen ihre kehlen
Das ist ja eigentlich mehr ein auftaktiger trochäischer denn ein iambischer Vers - der Artikel ist nur ganz locker angebunden (er könnte ja auch fehlen), und danach fallen dann immer zweisilbige Wörter vom Typ "X x". Das klappert schon etwas! Ein anderes Beispiel wäre
die letzten vogelnester restlos aufgeweicht
Na ja, andererseits sind es ja nicht sooo viele Verse dieser Art, so ganz hart schlägt es also nicht aufs Ohr

Das zweite wären die immer gleichen Verseingänge, ganz deutlich schon in der ersten Strophe:
der winter
die meisen
der rüttel-
wird seine
Also immer "x / X x" Nun hat das Gedicht natürlich insgesamt ein eher stumpfes Wesen, aber ich finde doch, hier wird eine an sich nicht schlimme Sache übertrieben. Das mittlere Maß wäre für mich so etwas (beliebig bei Goethe entnommen, Inhalt egal
):Selbst jener wilde Quell, den tief im Grunde
Kein Menschenwitz und keine Kraft beschwor,
Ergrimmt nicht mehr am eingezwängten Schlunde,
Ihm lässt die Weisheit nun ein offnes Tor.
Damit der fernste Pilger hier gesunde,
Wirft sprudelnd frei er volle Kraft hervor,
Zerreißt nicht mehr die selbst gewölbten Decken;
Nur heilen will er künftig, nicht erschrecken.
Das Verhältnis kann man dann bestimmt noch verschieben, von hier einmal "x / X x " zu einmal "was anderes" hin zu mehr "mechanischen" Verseingängen, aber in dem Maße, wie es in deinem Gedicht geschieht, würde ich's nicht machen; dadurch kommen die Verse etwas aus dem Gleichgewicht meinem Ohr nach.
Ferdigruß

Schäumend enthüpfte die Woge den schöngeglätteten Tannen. (Homer/Voß)
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