aufrauhen
von blauen zeiten reden
als fremde noch
ein teil von uns waren
und ihre sprache unsere war
ausgezogen sein
verlassen von häusern
der unbewegtheit der mobilität
und uns ein „wir“ leihen
vom „man“
nackte worte schweigen
die uns zu dem verzeihen
was wir sind
aufrauhen
-
RäuberKneißl
Hallo Niko,
ich lese das als Wiederannäherung an die Eltern - habe aber viele Widerstände zu überwinden in meinem Interpretationsversuch. Zunächst fällt ja der Schwertransporter in Zeile 7 aus den sonstigen sehr bildreichen Zeilen, das muss dir sehr wichtig sein - für mich steckt vieles davon schon im Plural der Häuser: ich würde den Laster woanders (in einem anderen Gedicht) parken. Die Zeilen mit "wir" leihen vom "man" haben zwar Reiz, aber für mich nicht genügend Kontext/Anbindung an die erste Strophe. Ähnlich die letzte Strophe: eine extrem gelungene Formulierung "zu dem verzeihen, was wir sind", die von dem abstrakt-pathetischen "nackte Worte schweigen" für mein Gefühl nicht genügend gestützt/verortet werden.
Ich finde tolle Stellen, denke aber, es wäre noch etwas mehr Arbeit wert (auch noch Schärfung auf den Titel hin).
Grüße
Franz
ich lese das als Wiederannäherung an die Eltern - habe aber viele Widerstände zu überwinden in meinem Interpretationsversuch. Zunächst fällt ja der Schwertransporter in Zeile 7 aus den sonstigen sehr bildreichen Zeilen, das muss dir sehr wichtig sein - für mich steckt vieles davon schon im Plural der Häuser: ich würde den Laster woanders (in einem anderen Gedicht) parken. Die Zeilen mit "wir" leihen vom "man" haben zwar Reiz, aber für mich nicht genügend Kontext/Anbindung an die erste Strophe. Ähnlich die letzte Strophe: eine extrem gelungene Formulierung "zu dem verzeihen, was wir sind", die von dem abstrakt-pathetischen "nackte Worte schweigen" für mein Gefühl nicht genügend gestützt/verortet werden.
Ich finde tolle Stellen, denke aber, es wäre noch etwas mehr Arbeit wert (auch noch Schärfung auf den Titel hin).
Grüße
Franz
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Niko
hey, kneißl,
danke für dein beschäftigen mit meinem text. die wiederannäherung an die eltern - ein interessanter ansatz! zwar ist meine intention weit davon entfernt, aber ich sag ja immer, dass es wichtig ist, was der leser sich aus dem gedicht mitnehmen kann. was der autor meint, halte ich für zweitrangig. wenn er es deutlich genug rüberbringt, ist eh beides deckungsgleich. und das ist das stichwort: ich habe mich nicht deutlich und konsequent in den bildern verhalten, dass ein deutliches bild für den leser sich einstellt.
der schwertransporter aus zeile 7 zb:
unbewegtheit der mobilität - die missverständlichkeit hab ich selbst verbockt, weil ich kurz zuvor von "ausziehen" und "verlassenen häusern" schrieb. an sich gute bilder, wie ich finde, aber dann muss auch ein klares folgebild erscheinen. das hab ich hier nicht geschafft. dann hätte dir auch vielleicht das "man" und "wir" mehr gegeben.
und vielleicht wäre es dir mit dem schluss dann auch anders ergangen. der schwertransporter hat anscheinend zuviel plattgewalzt.
wieder einiges dazu gelernt!
danke!
liebe grüße: niko
danke für dein beschäftigen mit meinem text. die wiederannäherung an die eltern - ein interessanter ansatz! zwar ist meine intention weit davon entfernt, aber ich sag ja immer, dass es wichtig ist, was der leser sich aus dem gedicht mitnehmen kann. was der autor meint, halte ich für zweitrangig. wenn er es deutlich genug rüberbringt, ist eh beides deckungsgleich. und das ist das stichwort: ich habe mich nicht deutlich und konsequent in den bildern verhalten, dass ein deutliches bild für den leser sich einstellt.
der schwertransporter aus zeile 7 zb:
unbewegtheit der mobilität - die missverständlichkeit hab ich selbst verbockt, weil ich kurz zuvor von "ausziehen" und "verlassenen häusern" schrieb. an sich gute bilder, wie ich finde, aber dann muss auch ein klares folgebild erscheinen. das hab ich hier nicht geschafft. dann hätte dir auch vielleicht das "man" und "wir" mehr gegeben.
und vielleicht wäre es dir mit dem schluss dann auch anders ergangen. der schwertransporter hat anscheinend zuviel plattgewalzt.
wieder einiges dazu gelernt!
danke!
liebe grüße: niko
Hallo Niko, die blauen zeiten klingen für mich ein wenig wie der Horizont einer weit entfernten, ur-wässrigen Vergangenheit. Die ist wohl in den meisten Menschen irgendwie noch vorhanden, man kann auch darüber reden, doppelte Nostalgie in Kauf nehmend.
Dann wirds persönlicher, einfacher, aber auch existenzieller, je mehr Ansprüche fallen gelassen werden. Schön, dass Du diesen Aspekt im Titel ansprichst. Lies mich gerne mittreiben. Herzliche Grüße !
Dann wirds persönlicher, einfacher, aber auch existenzieller, je mehr Ansprüche fallen gelassen werden. Schön, dass Du diesen Aspekt im Titel ansprichst. Lies mich gerne mittreiben. Herzliche Grüße !
Ein Klang zum Sprachspiel.
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