in the spring (aus dem lyrischen Dialog)

Bereich für Texte mit lyrischem Charakter: z.B. Liebeslyrik, Erzählgedichte, Kurzgedichte, Formgedichte, Experimentelle Lyrik sowie satirische, humorvolle und natürlich auch kritische Gedichte
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Ylvi
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Beitragvon Ylvi » 11.03.2011, 10:34



in the spring
wippen blütenstiele im mund
winkel ist der himmel ein zimmer
in dieser zeit liegen wir
unbeobachtet miteinander
fällt uns nichts mehr ein
was uns die kälte in die hände nähen könnte

wie verwirrend das aussieht, dieses netz, der gefangene
knopf, hab ich die geschichte schon erzählt?
es tat nicht weh - summ

summ - wir breiten sie über uns aus
die decke – pick
nicken das wortlose
dieser rauen winterhände
wie es ist
die naht zu verlieren
ein gesicht zu berühren
auf einer brust zu liegen

hui - spring
noch einmal zurück
zeig mir das zwischen
plingso klingt es
leicht sauste perlmutt übers
eis - versank im atemloch
und wir schauten zu
wie es sich schloss


Das ist das Schöne an der Sprache, dass ein Wort schöner und wahrer sein kann als das, was es beschreibt. (Meir Shalev)

Mucki
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Beitragvon Mucki » 16.03.2011, 01:21

Hallo Flora,

mir gefallen hier die Übergänge von links nach rechts und umgekehrt sehr gut. Auch die Umbrüche, die Wortspiele, das Lautmalerische.
Einzig die englische Überschrift stört mich ein ganz bisschen. Aber auf der anderen Seite mag ich, wie du das englische "spring" dann später wieder verwendest im "hui - spring noch einmal zurück".
Hab ich sehr gern gelesen.

Saludos
Gabriella

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Ylvi
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Beitragvon Ylvi » 16.03.2011, 09:15

Danke Gabriella.
Du hast die sprachlichen Aspekte, die mir hier wichtig waren gut benannt.
Ich war neugierig, ob das Gedicht auch ohne den Rahmen des lyrischen Dialoges für sich stehen kann, bzw. ob es überhaupt Beinchen hat, und die auch außerhalb meines Kopfes laufen können. ;-)

Liebe Grüße
Flora
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Nifl
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Beitragvon Nifl » 16.03.2011, 20:00

Huhu Springflora.
Natürlich kann der Text außerhalb bestehen!
Ich finde ihn wundervoll leicht und melodisch. Ein bisschen erinnert er mich an den Singsang vom kleinen Schlossgespenst und an die Romfee.
Der Frühling hüpft aus jeder Zeile. Dabei bewahrt er sich aber auch Geheimnisse, unerzählte Geschichten, die den Text öffnen wie eine Blüte.
Die Worte sind ausgewogen, nicht nur durch die Formatierung.
Ich mag den Text sehr.
LG
Nifl
"Das bin ich. Ich bin Polygonum Polymorphum" (Wolfgang Oehme)

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Ylvi
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Beitragvon Ylvi » 17.03.2011, 07:40

Hallo Nifl,

dank dir für den schönen Kommentar und fürs Inspirieren! :)

LG
Flora
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