Zeitlupe

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Eule
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Beitragvon Eule » 13.02.2011, 01:06

Zeitlupe


Kastanienlaubdurchwurzelt
Bis in den Quarz

Aus dem Winkel
Geflogen unbenannt

Fähre und Fracht.
Ein Klang zum Sprachspiel.

Max

Beitragvon Max » 13.02.2011, 13:04

Lieber Arne,

der Ton des Gedichts berührt mich, auch wenn ich noch nicht in der Lage bin, mir seine Geheimnisse bis ins letzte Detail zu erschließen (vielleicht sogar völlig daneben liege).

Schon beim ersten Vers stocke ich - nicht so sehr, weil ich nicht weiß, was da eigentlich durchwurzelt wird als weil ich mich frage, wieso Kastanienlaub wurzelt. Das "bis in den Quarz" gefällt mir, weil es eine Dominanz des lebendigen oder lebendig gewesenen, des Kastanienlaubs über den Stein zeigt, das Unbelebte und wiel der Quarz andererseits als Sinnbild der Zeitmessung herhalten kann. Zeit, gemessen in Lebendigem statt in festen Einheiten, könnte ich lesen.
So wird dann auch der Winkel für die Zeitmessung weniger wichtig, die Einheit ist eine andere.
Die unbenannte "Fähre und Fracht" (ich habe mir die Freiheit genommen, das "unbenannt" herüberzubinden) finde ich von Bild und Rhythmus stark - auch aufgrund der Alliteration - ich habe aber Schwierigkeiten, Sie mit meiner restlichen Empfindung zusammenzubringen, die daher wohl auch nicht stimmig sein muss.

Liebe Grüße
Max

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Eule
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Beitragvon Eule » 14.02.2011, 00:53

Hallo Max, freut mich, dass Du mit Sprache und Inhalt des kleinen Textes etwas anfangen kannst. Du hast die Bedeutung gut erfasst, es geht um Zeit, um Leben und um Vergänglichkeit.

Es ist gerade dieses Paradox, dieses Aussehen als ob, das verwundert. Durch das alte Laub konnte tatsächlich etwas anwachsen. Wie dies geschah, durch was und woher, muss allerdings erst einmal offen bleiben ...

Viele Grüße !
Ein Klang zum Sprachspiel.

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Ylvi
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Beitragvon Ylvi » 11.03.2011, 09:55

Hallo Arne,

Das Gedicht hat auch für mich einen besonderen Klang, der dieses Unauflösliche so trägt, dass es nicht zu einem Rätselraten gerät, sondern man das Bild mit seinem Geheimnis ansehen kann und ein wenig selbst dadurch in eine "Zeitlupe" gerät. Schön.

Liebe Grüße
Flora
Das ist das Schöne an der Sprache, dass ein Wort schöner und wahrer sein kann als das, was es beschreibt. (Meir Shalev)


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