3. Fassung (Endversion)
unter meinem rosenstock
in satter erde meine toten
so viele sind es schon und noch
und noch kommen hinzu
schwer die äste mit dem rosa
im sommer nach den knospen
sie hatten früher augen
wenn die erste eisnacht fällt
sich vergilbt der spätherbst streut
blatt um blatt
im schweigen mit mir im weinen
und eine nebelkrähe hockt am stein
winterlich trägt der stock nichts mehr
graue stille unter ihm
herzlichen Dank an Lisa!
2. Fassung
unter meinem rosenstock
blüten vom juni bis zum frost
von hellstem rosa einer babydecke
in satter erde meine toten
so viele sind es schon und noch
und noch kommen hinzu
schwer die äste mit dem rosa
im sommer nach den knospen
sie hatten früher augen
einen mund gelacht
manchmal geschrien
wenn die erste eisnacht fällt
sich vergilbt der spätherbst streut
blatt um blatt auf sie
im schweigen mit mir im weinen
und eine nebelkrähe hockt am stein
winterlich trägt der stock nichts mehr
grau ist die stille unter ihm
[size=75]danke Monika und Bilbo für die Betrachtung!
1. Fassung
unter meinem rosenstock
blüten vom juni bis zum frost
von hellstem rosa einer babydecke
in satter erde meine toten
so viele sind es schon und noch
und noch kommen dazu
schwer die äste mit dem rosa
im sommer nach den knospen
sie hatten früher augen
einen mund gelacht
manchmal geschrien
wenn die erste eisnacht fällt
im spätherbst streut sichs vergilbt
auf jene die aufgehört haben
zu sprechen mit mir zu weinen
und eine nebelkrähe hockt am stein
winterlich trägt der stock nichts mehr
grau ist die stille unter ihm
[/size]
unter meinem rosenstock
-
DonKju
Hallo Elsa,
da krieg' ich ja gleich wieder den Blues bei diesen traurig tristen Zeilen; Wobei ich noch nicht ganz genau zu sagen weiß, mag ich's oder mag ich's nun nicht ...
Zumindest einige Formulierung könnte ich mir auch anders vorstellen (ein bisserl Textarbeit muss schon sein ...) :
Wie wäre es mit
"wenn die erste eisnacht fällt
im spätherbst vergilbt sich streut"
sowie
"einen mund gelacht
und manchmal (auch) geschrien"
statt den Originalpassagen ?
Mit liebem Gruß vom Hannes
da krieg' ich ja gleich wieder den Blues bei diesen traurig tristen Zeilen; Wobei ich noch nicht ganz genau zu sagen weiß, mag ich's oder mag ich's nun nicht ...
Zumindest einige Formulierung könnte ich mir auch anders vorstellen (ein bisserl Textarbeit muss schon sein ...) :
Wie wäre es mit
"wenn die erste eisnacht fällt
im spätherbst vergilbt sich streut"
sowie
"einen mund gelacht
und manchmal (auch) geschrien"
statt den Originalpassagen ?
Mit liebem Gruß vom Hannes
-
scarlett
Liebe Elsa,
ein sehr nachdenklicher und trauriger Text. Die Verbindung eines wunderschönen Rosenstocks mit den Gedanken an diejenigen, die darunter liegen. Das ist mitunter schwer zu ertragen, diese Schönheit im Angesicht des Todes. So zumindest lese ich das.
Formal habe ich zweierlei anzumerken:
zum einen ist mir die vorletzte Strophe zu explizit, fast schon erzählerisch, sie fällt mir aus dem bis dahin so lyrischen Rahmen.
Zum anderen verstehe ich - rein grammatisch - dieses hier nicht:
wenn die erste eisnacht fällt
im spätherbst streut sich vergilbt
Ich suche vergeblich nach einer Ergänzung zu dem "streut sich vergilbt" - wer oder was?
Was verstehe ich hier nicht oder falsch oder wie auch immer? Es will sich mir an diese STelle nicht fügen ...
Das "hellste rosa einer babydecke" find ich super sowie die Nebelkrähe, die am Stein hockt. Schönes Bild!
Mitfühlende HerzGrüße,
Monika
ein sehr nachdenklicher und trauriger Text. Die Verbindung eines wunderschönen Rosenstocks mit den Gedanken an diejenigen, die darunter liegen. Das ist mitunter schwer zu ertragen, diese Schönheit im Angesicht des Todes. So zumindest lese ich das.
Formal habe ich zweierlei anzumerken:
zum einen ist mir die vorletzte Strophe zu explizit, fast schon erzählerisch, sie fällt mir aus dem bis dahin so lyrischen Rahmen.
Zum anderen verstehe ich - rein grammatisch - dieses hier nicht:
wenn die erste eisnacht fällt
im spätherbst streut sich vergilbt
Ich suche vergeblich nach einer Ergänzung zu dem "streut sich vergilbt" - wer oder was?
Was verstehe ich hier nicht oder falsch oder wie auch immer? Es will sich mir an diese STelle nicht fügen ...
Das "hellste rosa einer babydecke" find ich super sowie die Nebelkrähe, die am Stein hockt. Schönes Bild!
Mitfühlende HerzGrüße,
Monika
Lieber Hannes, liebe Monika
Danke für die Anregungen. Die Sache mit dem Streuen habe ich nun verändert. Ihr habt recht,
da fehlten die Blätter des Rosenstrauchs (sowas!).
Das "auch", Hannes, hatte ich mal drin, habe es jedoch wieder verworfen.
Monika, danke fürs Mitfühlen, schön langsam wird's wieder. Das Leben ist unerbittlich und geht weiter.
Herzliche Grüße euch,
ELsa
Danke für die Anregungen. Die Sache mit dem Streuen habe ich nun verändert. Ihr habt recht,
da fehlten die Blätter des Rosenstrauchs (sowas!).
Das "auch", Hannes, hatte ich mal drin, habe es jedoch wieder verworfen.
Monika, danke fürs Mitfühlen, schön langsam wird's wieder. Das Leben ist unerbittlich und geht weiter.
Herzliche Grüße euch,
ELsa
Schreiben ist atmen
Liebe Elsa,
den Titel find ich als Vorschau und synthetische Zeile für alles, was im Text dann ausgeführt wird, ganz toll und gelungen. Auch finde ich den freien Umgang mit der Sprache (z.B. Krähe hockt am Stein) ganz wirkmächtig! An anderen Stellen ist der Text mir aber noch zu "satzhaft" (für ein Gedicht, das ich nicht als Erzählgedicht auffasse) und einiges ist "zuviel" gesagt - die Rosapassagen z.B. oder nach den Augen, da herrscht noch zuviel Durchführung durch, die Bilder sollten mehr schlummern...oder vom Leser entschlummert werden. Fast alle anderen Bilder gefallen mir dann wieder sehr, du hast irgendetwas archetypisches am Trauern mit dem Wetter, dem rosenstock und allem eingefangen. ich hab mal (ähäm..) (den anfang hab ich gestrichen, das rosa kommt ja nochmal und gefällt mir indirekter besser, bei den augen hab ich gekürzt, weil sich so die augen auf knospen und die begrabenen beziehen und ich das schöner finde (vielleicht, weil ich das auch gerade in einem text gemacht habe .-) <--egozentrisch) und am ende noch ein bisschen...vielleicht zeigt das, was ich meine...gibt eine Idee davon.
liebe Grüße,
Lisa
unter meinem rosenstock
in satter erde meine toten
so viele sind es schon und noch
und noch kommen hinzu
schwer die äste mit dem rosa
im sommer nach den knospen
sie hatten früher augen
wenn die erste eisnacht fällt
sich vergilbt der spätherbst streut
blatt um blatt
im schweigen mit mir im weinen
und eine nebelkrähe hockt am stein
winterlich trägt der stock nichts mehr
dann nur die stille unter ihm
den Titel find ich als Vorschau und synthetische Zeile für alles, was im Text dann ausgeführt wird, ganz toll und gelungen. Auch finde ich den freien Umgang mit der Sprache (z.B. Krähe hockt am Stein) ganz wirkmächtig! An anderen Stellen ist der Text mir aber noch zu "satzhaft" (für ein Gedicht, das ich nicht als Erzählgedicht auffasse) und einiges ist "zuviel" gesagt - die Rosapassagen z.B. oder nach den Augen, da herrscht noch zuviel Durchführung durch, die Bilder sollten mehr schlummern...oder vom Leser entschlummert werden. Fast alle anderen Bilder gefallen mir dann wieder sehr, du hast irgendetwas archetypisches am Trauern mit dem Wetter, dem rosenstock und allem eingefangen. ich hab mal (ähäm..) (den anfang hab ich gestrichen, das rosa kommt ja nochmal und gefällt mir indirekter besser, bei den augen hab ich gekürzt, weil sich so die augen auf knospen und die begrabenen beziehen und ich das schöner finde (vielleicht, weil ich das auch gerade in einem text gemacht habe .-) <--egozentrisch) und am ende noch ein bisschen...vielleicht zeigt das, was ich meine...gibt eine Idee davon.
liebe Grüße,
Lisa
unter meinem rosenstock
in satter erde meine toten
so viele sind es schon und noch
und noch kommen hinzu
schwer die äste mit dem rosa
im sommer nach den knospen
sie hatten früher augen
wenn die erste eisnacht fällt
sich vergilbt der spätherbst streut
blatt um blatt
im schweigen mit mir im weinen
und eine nebelkrähe hockt am stein
winterlich trägt der stock nichts mehr
dann nur die stille unter ihm
Vermag man eine Geschichte zu erzählen, die noch nicht geschehen ist?
Es verhält sich damit wohl wie mit unserer Angst. Fürchten wir uns doch gerade vor dem mit aller Macht, was gar nicht mehr geschehen kann, eben weil es schon längst geschehen ist.
Es verhält sich damit wohl wie mit unserer Angst. Fürchten wir uns doch gerade vor dem mit aller Macht, was gar nicht mehr geschehen kann, eben weil es schon längst geschehen ist.
Liebe Elsa,
das ist wirklich bewegend.
Mir gefällt die Straffung von Lisa gut, ein bisschen weiniger rosa
.
Dafür würde ich aber das "grau" wieder aufnehmen und n der letzten Zeile schreiben:
"graue Stille unter ihm"
Gern gelesen!
Liebe Grüße
leonie
das ist wirklich bewegend.
Mir gefällt die Straffung von Lisa gut, ein bisschen weiniger rosa
.Dafür würde ich aber das "grau" wieder aufnehmen und n der letzten Zeile schreiben:
"graue Stille unter ihm"
Gern gelesen!
Liebe Grüße
leonie
Liebe Elsa,
ich freu mich immer, dass du archivarisch so unvergesslich ist - und was soll ich sagen, mir gefällt's, rein zufällig, versteht sich!
(war schön, den text nochmal so frisch lesen zu können)
liebe Grüße,
Lisa
ich freu mich immer, dass du archivarisch so unvergesslich ist - und was soll ich sagen, mir gefällt's, rein zufällig, versteht sich!
(war schön, den text nochmal so frisch lesen zu können)
liebe Grüße,
Lisa
Vermag man eine Geschichte zu erzählen, die noch nicht geschehen ist?
Es verhält sich damit wohl wie mit unserer Angst. Fürchten wir uns doch gerade vor dem mit aller Macht, was gar nicht mehr geschehen kann, eben weil es schon längst geschehen ist.
Es verhält sich damit wohl wie mit unserer Angst. Fürchten wir uns doch gerade vor dem mit aller Macht, was gar nicht mehr geschehen kann, eben weil es schon längst geschehen ist.
Liebe Lisa,
Fein! Nochmals Dank für deine große Hilfe.
Ich hab da immer so eine To do Liste für unerledigte Texte. Leider sind da noch etliche
abzuarbeiten...
Liebe leonie,
Schön, danke!
Das Foto? Das stammt von der Lesung mit scarlett in München, freut mich @Hammer.gif)
Liebe Grüße
ELsie
Fein! Nochmals Dank für deine große Hilfe.
Ich hab da immer so eine To do Liste für unerledigte Texte. Leider sind da noch etliche
abzuarbeiten...
Liebe leonie,
Schön, danke!
Das Foto? Das stammt von der Lesung mit scarlett in München, freut mich @Hammer
.gif)
Liebe Grüße
ELsie
Schreiben ist atmen
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