3:26 min.

Bereich für Texte mit lyrischem Charakter: z.B. Liebeslyrik, Erzählgedichte, Kurzgedichte, Formgedichte, Experimentelle Lyrik sowie satirische, humorvolle und natürlich auch kritische Gedichte
Niko

Beitragvon Niko » 25.07.2010, 01:12




3:26 min.


nur mit bauchatmung
kann ich mich hören
und singe
was nicht zu sehen ist

und dann sterben für momente
zaghaftigkeit und prozesse
jede mundöffnung ein flügelschlag
ein tautropfen mehr
und dann die stille nach dem letzten ton
eine leere die voller nicht sein könnte
Zuletzt geändert von Niko am 25.07.2010, 12:50, insgesamt 1-mal geändert.

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noel
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Beitragvon noel » 25.07.2010, 09:12

wunderbar eingefangen
diese intensive sein
in der kreativität
NOEL = Eine Dosis knapp unterhalb der Toxizität, ohne erkennbare Nebenwirkung (NOEL - no observable effect level).

Wir sind alle Meister/innen der Selektion und der konstruktiven Hoffnung, die man allgemein die WAHRHEIT nennt ©noel

Niko

Beitragvon Niko » 25.07.2010, 12:49

danke, noel!

mit liebem gruß: Niko

Max

Beitragvon Max » 25.07.2010, 13:29

Hi Niko,

das finde ich einen Moment, der es wert ist beschrieben zu werden, im wahrsten Sinne des Wortes.

Besonders die letzten beiden Zeilen haben es mir angetan. Ich habe den Eindruck, dass der Text vielleicht etwas vergibt, indem er nicht mit dem Wort "Stütze" arbeitet, das man doppeldeutig verwenden könnte und stattdessen "Bauchatmung" benutzt, die ja nur eins bedeuten kann.

In Zeile 2 der 2. Strophe, die ja mit

und dann sterben für momente
zaghaftigkeit und prozesse


kommt es mir vor, als solle ich das Wort suchen, das da nicht eingehört - und ich würde spontan für das sehr verfahrenstechnische, technokratische "Prozesse" plädieren.

Liebe Grüße
Max

Mucki
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Beitragvon Mucki » 25.07.2010, 14:28

Hallo Niko,

die Beschreibung, das Festhalten dieses Momentes, finde ich sehr gelungen!
Einzig das
Niko hat geschrieben:zaghaftigkeit und prozesse

würde ich rausnehmen, da es m.E. nicht nötig ist.
Niko hat geschrieben:und dann sterben für momente

hier fände ich

und dann sterben für diesen moment

noch intensiver.
Ein feines Gedicht, dass man so richtig nachvollziehen kann!

Saludos
Mucki

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noel
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Beitragvon noel » 25.07.2010, 14:39

klar ist "prozesse" technokratisch, aber gerade dieses gegensatzes,
bedarf der text imho an dieser stelle
NOEL = Eine Dosis knapp unterhalb der Toxizität, ohne erkennbare Nebenwirkung (NOEL - no observable effect level).

Wir sind alle Meister/innen der Selektion und der konstruktiven Hoffnung, die man allgemein die WAHRHEIT nennt ©noel

Rala

Beitragvon Rala » 25.07.2010, 22:19

Hallo Niko,

gefällt mir ausgesprochen gut, geht tief rein.
Auch ich bin über "zaghaftigkeit und prozesse" gestolpert, aber ich glaube, das liegt daran, dass das erste Wort so sperrig ist und mit dem zweiten dann zu viele Zischlaute reinkommen, aber das ist nur so mein Gefühl (meine innere Stimme stolpert da ein bisschen drüber) ...

Liebe Grüße,
Rala

claire.delalune

Beitragvon claire.delalune » 28.07.2010, 18:35

Ich weiß nicht - habe den Text und die Kommentare gelesen - und möchte auf die "Zaghaftigkeit" nicht verzichten. Weil sie (u.a.) für einen Moment stirbt, höre ich den vollen Ton in diesem Gedicht. Sehe ich einen Sänger auf der Bühne, der mit seiner Stimme den gesamten Raum füllt, deren Klang durchdringt.
So wunderbar, dass diese Stimme dann von so Kleinem, Leisen, Zarten wie einem Flügelschlag oder Tautropfen zu singen vermag.

Und die zwei letzten Zeilen, die sind ein Gedicht für sich selbst.

Lieben Gruß,
Kathrin

Niko

Beitragvon Niko » 28.07.2010, 20:35

hallo ihr alle!
danke für euren großen zuspruch!
"sterben für momente" ist nicht das selbe wie "sterben für diesen moment", gabriella. dieser moment ist eine einmalige sache. sterben für momente ist undefinierter und für mich damit treffender, denn die grenzen sind fließend.

ich denke, ich werde es so lassen, wie es ist. noel und auch claire (schön, dich endlich wieder zu lesen!!!) unterstreichen das, was ich mit dem schreiben ausdrucken wollte.
und, claire, es ist nicht (nur) das besingen von tau und flügel, sondern es fühlt sich manchmal so an. manchmal, ganz selten, gibt das singen ein unbeschreibliches gefühl. und in dem gedicht habe ich versucht, das ein wenig zu beschreiben.

liebe grüße euch allen: Niko


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