Lyrischer Dialog

Hier ist Raum für gemeinsame unkommentierte Textfolgen
Nifl
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Beitragvon Nifl » 11.08.2006, 17:59

Liebe Schreibfanatiker,

ich möchte hier in diesem vitalen Forum einen "lyrischen Dialog" beginnen. Lyrische Dialoge sind kooperatives Schreiben, Gedichte, die (auf-)einander aufbauen. Das können inhaltliche Bezüge sein, oder es werden Worte des "Vorschreibers" aufgegriffen, oder man übernimmt einfach nur die Stimmung.
Hierdurch entstehen unkommentierte Gedichtfolgen. Die Form bleibt dem Autoren überlassen (zB. ob gereimt oder ungereimt ...)
Würde mich über rege Beteiligung freuen!

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Zuletzt geändert von Nifl am 30.08.2006, 19:10, insgesamt 2-mal geändert.

Klara
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Beitragvon Klara » 30.12.2025, 09:00

Man kann nicht immer
im Unvertrauten herumgraben
in dieser Gegenwart voll mit Gezeiten
die nicht deine sind
ohne Mond und ohne Gewähr

Nifl
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Beitragvon Nifl » 06.02.2026, 17:44

Vor dem Ofen
trocknet das Meer
eine Zunge ist gestrandet
fabuliert sandig geschwollen
von Unvertrautheiten
im Liegesamt träumt von
Strandläufern auf dem Parkett
"Das bin ich. Ich bin Polygonum Polymorphum" (Wolfgang Oehme)

Klara
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Beitragvon Klara » 07.02.2026, 09:33

Komisch, dass manche Geräusche
nicht stören. Das Sirren
des Brillenreinigungsgerätes bei Fielmann:
angenehm wie die meerige Gischt voller Möwenrufe
oder Schubladenschieben und -klappen:
wie ein Lösen, ein Ordnen
ein Aufbruch zu neuen
Ufern

Der Kühlschrank dagegen
wenn er murrt
oder zu explodieren droht
oder loszufahren in ein anderes Land
in eine andere Küche: der Kühlschrank
stört und erhält
einen missmutigen Klaps, dass er
schweigt

Morgen ist es vielleicht umgekehrt
Dann dröhnt die Brille
und der Kühlschrank tröstet
komisch, nur manche Töne
nun nicht weh
sie passieren einfach
wie Passanten, wie das
Leben


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