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Tüpfelchen des Monats
Anruf
So nah
Die ferne Stimme des Sohns.
Unausgesprochen die Bitte um Wärme.
Um Tröstliches, zuweilen.
Ihn zogs zu den Meeren,
Himmelsgebirgen, Schlangensavannen,
Zur verheißenen Wolkenstadt,
Zu bauen an dem, was er Glück nennt.
Und dann, Mutter, hol ich dich, sagt er.
Ich schweige. Lausche dem Äthergeräusch,
Dem Aufbegehren des Dennoch, ungläubig.
Wenn er lacht, hör ich die Ängste, geb ihm
Ein schmales Wort, halt nieder
Ein peinliches Seufzen.
Abends, sobald der Himmel graut,
Steh ich am Fenster, zerr an der Nabelschnur,
Kindliches Seidenhaar zwischen den Fingern.
Fort trug ihn ein Vogel, bis hinter
Das Meer, hinein in die dunkle Wolke, damals.
Als es Abend wurd.
von Caty
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Wüstenkind
Neugierig kitzele ich den roten Skorpion mit einem langen Kaktusdorn. Sein Schwanz schnellt in die Höhe, so wie ich mit den Kakteen wachse.
Die Wüste gebiert keine Blätter.
Manchmal nehme ich einen Stachel und piekse mich selbst, so wie der Skorpion sich selbst sticht, als ich ihm von meinem Feuer gebe. Ich habe keine Angst vor dem Feuer.
Die Wüste kennt keine Flammen.
Ich lösche meinen Brand mit dem Stachel.
Die Wüste vergeudet kein Wasser.
Kakteen gibt es reichlich. Sie sind meine Freunde. Ich lehne mich an sie, lasse mich stechen und esse ihre roten, saftigen Früchte. Dieses Rot ist so intensiv wie das des Skorpions. Er kennt mich. Ich spiele Katz und Maus mit ihm. Ich bin die grausame Katze, die sich Zeit lässt.
Die Wüste lebt ohne Zeit.
Die Felsnischen, in denen er sich vor mir versteckt, strecken mir schwarze Zungen entgegen. Sie verhöhnen mich.
Die Wüste wirft keine Schatten.
Ich quetsche eine Hand tief in die Spalte hinein, warte, ob er mich stechen wird, dann brauche ich keinen Stachel mehr. Doch diesen Gefallen tut er mir nicht. Er ist so grausam wie ich, opfert sich im Feuer und lässt mich in Stich.
Die Wüste schenkt keine Gnade.
Ich brauche eine neue Maus. Auf dem Wüstenboden krieche ich kleine Schlupflöcher ab, halte vertrocknete Halme hinein.
Die Wüste ist Suche.
Eine Höhle ist bewohnt. Auf ihren langen, behaarten Beinen krabbelt sie heraus. Das tut sie, wenn die Erde vibriert.
An Erdbeben denkt sie, wenn etwas ihren pelzigen Körper unter dem Sand berührt.
Die Wüste schluckt Sand.
Ich betrachte meine Maus, meinen Stachel. Majestätisch stellt sie sich auf die Hinterbeine und geht in Angriffsposition. Ihre Würde beeindruckt mich. Nein, sie ist keine Maus. Sie ist so viel größer als ich.
Die Wüste bebt immer.
von Mucki
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Tüpfelchen des Monats

schwimmendes bild von african queen
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